03.12.2019 - 15:51 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Baugebietszufahrt anders planen

Bei der Wegeerschließung des neuen Baugebietes „Am Herrenweiher“ hat der Gemeinderat andere Vorstellungen. Sie machen eine erneute Umplanung durch den Investor notwendig

Ab diesem Straßenbereich in der Plössener Bürgermeister-Kohl-Siedlung wäre eine Zufahrt mittels Einbahnregelung ins neue Baugebiet „Am Herrenweiher“ möglich.
von Arnold KochProfil

Der Gemeinderat behandelte die bei der Öffentlichkeitsbeteiligung der Behörden und Bürger eingegangenen Stellungnahmen. Zum von Investor Dieter Küfner aus Mainleus gefertigten Bebauungsplanentwurf zum Bau von 27 Einfamilienwohnhäusern und einer Seniorenwohnanlage in Plössen waren nur Einwände von Behörden eingegangen. Bürgermeister Manfred Porsch erläuterte diese und stellte sie zur Abwägung.

Zur Stromversorgung teilte das Bayernwerk mit, dass der Bau einer neuen Trafostation notwendig werden kann. Hierfür ist ein Grundstück bis zu 30 Quadratmeter mittels Grunddienstbarkeit zur Verfügung zu stellen. Den diskutierten Haupteinwand trug das Staatliche Bauamt Bayreuth vor. Es stellte fest, dass die verkehrsrechtliche Anbindung an die Staatsstraße 2184 nicht klar geregelt und der Ausbauzustand des angrenzenden Feldweges als Zufahrt nicht geeignet sei.

Auf Kosten des Investors

Das Amt wendet sich gegen das Linksabbiegen auf der Staatsstraße ins geplante Baugebiet. Es schlägt eine durch den Erschließungsträger zu bauende Linksabbiegerspur oder eine Lösung mittels einer Einbahnstraße vor. Letzteres sieht im Entwurf mittels der vorhandenen Wegeanbindung der Bürgermeister-Kohl-Siedlung der Bau einer Zufahrtsstraße von Süden nach Norden inklusive Brücke vor. Der Investor ist für diese Regelung, die er auf eigene Kosten herstellen muss.

Der Weg ist in einer Breite von 3,5 mit angrenzendem Mehrzweckstreifen mit 2,5 Metern geplant. Die Anlieger der öffentlichen Straßenfläche werden nicht beitragsmäßig belastet.

In der Diskussion wiesen die Räte darauf hin, dass für die vorderen Anlieger in der Bürgermeister-Kohl-Siedlung die Verkehrsbelastung bei der Einbahnregelung steigen würde. Zumindest die Zufahrt von der Staatsstraße nach rechts in das Baugebiet sollte zugelassen werden, da hier keine Verkehrsgefährdung zu erwarten sei.

Damit könnte die künftige Einbahnstraße durch die Altsiedlung teilweise entlastet werden. Zudem sollte die Einbahnregelung erst nach der bestehenden Bebauung greifen, um Altanliegern die bisherige Ausfahrtsrichtung zum Ort hin zu erhalten. Auch müsse die Fuß- und Radweganbindung zum Ort und durch das Baugebiet Richtung Speichersdorf mit eingeplant werden.

Das Versetzen der Ortsdurchfahrtsgrenze und damit von 50-Tempo ortsauswärts würde wegen der fehlenden beidseitigen Bebauung schwierig werden. Das Gremium einigte sich darauf, auf eine reine Einbahnregelung zu verzichten. Alternativ soll das Rechtsabbiegen von der Staatsstraße in das neue Baugebiet oder der Bau einer Linksabbiegespur aus Richtung Speichersdorf vom Investor geprüft werden.

Zweispuriger Ausbau

Bei beiden Alternativen müsste der gemeinsame Zu- und Ausfahrtsbereich nicht wie bisher ein- sondern zweispurig mit Geh- und Radwegstreifen ausgebaut werden. Damit würde man sich auch für zukünftige Änderungen der Zufahrtsverhältnisse nichts verbauen.

Nach Meinung Porschs spricht für diese Lösungen, dass das Verkehrsaufkommen auf dieser Staatsstraße relativ gering ist. Er schätzte die Bauzeit für das gesamte Baugebiet auf bis zu vier Jahre. In dieser Zeit soll eine direkte Baustellenzufahrt möglich sein, um Lastverkehr aus dem bestehenden Wohngebiet rauszuhalten. Die dazu befassten Beschlüsse waren einstimmig.

Den Forderungen des Kreisbauamtes zu verschiedenen Klarstellungen zur künftigen Nutzung und Bebauung wurde soweit notwendig gefolgt. Porsch ergänzte, dass der Gemeinde ein vier Meter breiter Grundstücksstreifen entlang des Herrenweihergrabens für Gewässerpflegearbeiten zur Verfügung steht, der weder bebaut noch bepflanzt werden darf.

Die Fachstelle Wasserwirtschaft beim Landratsamt gab auf, die Pumpleistung der Schmutzwasserpumpstation zu überprüfen, für die Regenwassereinleitung in den Herrenweihergraben eine wasserrechtliche Erlaubnis zu beantragen und die alte Hochwasserspiegelberechnung für ein 100-jähriges Hochwasser plus zu überrechnen.

Der Spielplatz muss aus der Nutzung als Ausgleichsfläche herausgenommen werden. Der nahe Spielplatz in der Alt-Siedlung kann über einen Fußweg problemlos erreicht werden. Der Hinweis des Wasserwirtschaftsamtes Hof, Regen- und Drainagewässer an den Regenwasserkanal anzuschließen, wird aufgenommen. Gleiches gilt für die Anregung des Luftamtes Nordbayern zur möglichen Lärmbelastung durch Flugbetrieb.

Der Gemeinderat legte abschließend fest, dass vor einem Billigungs- und Auslegungsbeschluss die endgültige Straßenerschließung im Bebauungsentwurf geregelt sein muss.

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