20.01.2019 - 10:47 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Baugrund wieder rar

Die Gemeinde meldet Ausverkauf bei den Bauplätzen in kommunaler Hand. Ein neues Baugebiet ist gefragt.

Das neue Baugebiet zwischen Netto-Markt und Fitnessstudio.
von Arnold KochProfil

Der Gemeinderat behandelte den Antrag der CSU-Fraktion auf Ausweisung eines neuen Baugebietes für Siedlungswillige als ersten Punkt der Tagesordnung des neuen Jahres. In ihrem Antragsschreiben verweist die CSU-Fraktion auf die enorme Nachfrage nach Bauplätzen in der Gemeinde, die auch durch niedrige Bauzinsen und Baulandpreise initiiert wird.

Zudem verfügt die Kommune mit ihrer günstigen Lage, guten Verkehrsanbindung und eigener bevölkerungsfreundlicher Infrastruktur mit Schule, Kindergarten und sonstigen Einrichtungen des täglichen Bedarfes über vieles, was sich junge Familien bei der Wahl ihres Eigenheimstandortes wünschten. Deshalb sei es notwendig, ein neues Baugebiet auszuweisen.

Verfahren kann starten

Die CSU-Fraktion betont, dass aus städtebaulicher Sicht der Lückenschluss zwischen dem Netto-Markt und dem Fitnessstudio entlang der Kemnather Straße sinnvoll wäre. Die Flächen befinden sich im Eigentum von nur Wenigen und die Bereitschaft zum Verkauf scheint gegeben zu sein. Die verkehrliche Anbindung wäre an die Kemnather Straße wie auch an das nahe Wasser- und Kanalnetz problemlos möglich. Die Ausweisung wäre ein Lückenschluss zur Abrundung des Ortes.

Porsch erklärte dazu, dass das vorgeschlagene Gebiet als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist. "Alle Bauplätze in den beiden Bauabschnitten I und II des Baugebietes Kirchenlaibach Nord-West sind verkauft. Unser Ziel ist es, erneut neue Bauplätze zu erschließen und Bauwilligen zur Verfügung zu stellen." Er erinnerte an die laufende Ausweisung und geplante Erschließung eines Baugebietes in Plössen durch einen Bauträger. Der Bebauungsplanentwurf liegt vor und das Verfahren kann damit anlaufen.

Bei der Aufstellung eines notwendigen Bebauungsplanes und kommunaler Erschließung muss sichergestellt sein, dass die dortigen Grundstückseigentümer verkaufsbereit sind und der Kaufpreis des Rohbaulandes im bisher tragbaren Rahmen bleibt, um konkurrenzfähig zu bleiben. Porsch erklärte, dass die Gemeinde alle Eigentümer von bereits überplanten Bauflächen anschreiben wird, um deren Verkaufsbereitschaft zu ermitteln.

Ein weiteres Kriterium sind die problemlose Erschließung und die anhaltende Nachfrage nach Bauplätzen, um die beim Erwerb und Erschließung gebundenen Finanzmittel durch Verkauf auch wieder zu refinanzieren. Er verwies auf ausgewiesene Bauflächen in den Bereichen bei der katholischen Kirche, Martin-Luther-Straße, Birkenweg, Ludwig-Thoma- und Schiller-Straße, nördlich der Festhalle sowie einzelne Baulücken. Wichtig bleibt auch die notarielle Bereitschaft von Bauplatzkäufern, eine Bauverpflichtung einzugehen, um Spekulation zu verhindern und die planungsgemäße Verwendung von Wohnbauland sicher zu stellen.

Auf die Frage von Gemeinderat Hans Schmid (FW) antwortete das Gemeindeoberhaupt, dass für das beantragte Gebiet zwei Zusagen zum Verkaufswillen da sind. Gemeinderat Christian Porsch (UBV) betonte, dass es Zeit brauche, einen Bebauungsplan aufzustellen und die Gemeinde mehrere Flächen zur Auswahl für das nächste Baugebiet hat. Gemeinderat Rudi Kirchenberger (UBV) sah es als sinnvoll an, wieder bei einer größeren Fläche Bauabschnitte zu bilden. Der Bürgermeister schlug mindestens 20 Bauplätze zur Erschließung vor. Er erinnerte an die Bevölkerungszahlen des vergangenen Jahres. 67 Todesfälle standen 42 Geburten gegenüber.

Nichts überstürzen

Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (SPD) schlug vor, nichts zu überstürzen und in Ruhe zu planen und zu verhandeln. Dabei sollte auch an die ärztliche Versorgung gedacht werden, da die beiden Arztstellen entlastet werden müssen. Gemeinderat Hermann Eisenhut (SPD) bat, auch die Umnutzung von leerstehenden Anwesen nicht zu vergessen. CSU-Fraktionsvorsitzender Franc Dierl berichtete, dass in den Orten rund um Bayreuth die Nachfrage von jungen Familien nach bezahlbarem Bauland sehr groß sei, da die Baulandpreise in der Stadt Bayreuth auf weit über 300 Euro pro Quadratmeter gestiegen und für viele nicht mehr bezahlbar seien. Hierdurch biete sich die Chance, Einwohner zu gewinnen.

Der Gemeinderat beschloss ohne Gegenstimme die Prüfung auf Ausweisung eines neuen Wohnbaugebietes. Das Gemeindeoberhaupt wird die Verhandlungen aufnehmen.

Das neue Baugebiet zwischen Netto-Markt und Fitnessstudio.
Das neue Baugebiet zwischen Netto-Markt und Fitnessstudio.
Das neue Baugebiet zwischen Netto-Markt und Fitnessstudio.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.