11.04.2019 - 17:05 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Beistand und Verständnis für Aktive

Auf völlig verschiedene Art und Weise tragen sie zum funktionsfähigen Feuerwehrwesen bei: Pfarrer Sven Grillmeier Pfarrer Dirk Grafe, Kfz-Meister Paul Scharf und Rathuschef Manfred Porsch. Sie würdigte der Kreisfeuerwehrverband Bayreuth.

Für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen zeichnet Kreisbrandrat Hermann Schreck (links) Pfarrer Dirk Grafe, Kfz-Meister Paul Scharf und Bürgermeister Manfred Porsch (von rechts) aus.
von Autor HAIProfil
Verabschiedungen, Ernennungen und Auszeichnungen durch Landrat Hermann Hübner (rechts) gibt es für den neuen Kreisbrandmeister Daniel Failner (Unterkreis 11, Bereich Pegnitz und Umgebung), Ehrenkreisbrandmeister Waldemar Adelhardt, den neuen Kreisbrandmeister Tobias Kohlmann (Unterkreis 8, Bereich Ahorntal), die Busunternehmer Georg Mannschedel und Peter Heser, Bernhard Leutheusser (Firma Schicker) sowie Stefan Hofmann Gleichstrom Printwerbung, von links).
Die 30. Ausgabe des Feuerwehr-Jahresberichts erhalten Landrat Hermann Hübner und Bürgermeister Manfred Porsch von der Fachberaterin und Pressesprecherin des Kreisverbandes, Carolin Rausch (von rechts).

Mit dem Verdienstkreuz ehrte der Kreisfeuerwehrverband Bayreuth in seiner Versammlung in der Sportarena die Notfallseelsorger Pfarrer Sven Grillmeier und Pfarrer Dirk Grafe. Ihnen galt der Dank für ständige Bereitschaft für Zuspruch und Beistand, wenn schwerste Einsätze die Aktiven belasten. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille war für den Speichersdorfer Bürgermeister Manfred Porsch für seine Unterstützung und Förderung der Brandschützer.

Für besondere Verdienste als Arbeitgeber gab es für die Speichersdorfer Kfz-Werkstatt von Paul Scharf von Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmidt die Ehrentafel der Kreisfeuerwehrverbandes. Ebenso für die Hartsteinwerke Schicker OHG aus Bad Berneck (Bernhard Leutheusser), die Gleichstrom Printwerbung aus Plankenfels (Stefan Hofmann), Omnibus Mannschedel OHG aus Pegnitz (Georg Manschedel) und Heserbus aus Warmensteinach (Peter Heser).

Nach 30 Jahren als Kreisbrandmeister verabschiedeten die 153 Delegierten Waldemar Adelhardt aus dem Ahorntal. Für seine Verdienste ernannte ihn die Kreisbrandinspektion Bayreuth zum Ehrenkreisbrandmeister. Ihm folgt der Kommandant Tobias Kohlmann aus Oberailsfeld nach. Sein Amt als Kreisbrandmeister hat Florian Thüroff aus persönlichen zur Verfügung gestellt. Ihm folgt der Buchauser Kommandant Daniel Failner nach. Nach 25 Jahren mit einem Geschenk verabschiedet wurde auch Udo Knaus. Seit der Gründung des Verbandes war er Kreisstabführer.

Ein Jubiläum feierte der Feuerwehr-Jahresbericht. 2019 wurde er zum 30. Mal aufgelegt. In einer 5000er-Auflage ist er erschienen. Das erste druckfrische Exemplare überreichte die Fachbereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit, Carolin Rausch, an Landrat Hermann Hübner und Bürgermeister Porsch. Mit Rausch zeichnen derzeit Sven Kaniewski und Gerhard Eichmüller für den Jahresbericht verantwortlich. Auf 32 Seiten enthält dieser Informationen aus den Feuerwehren. Mit enthalten sind auch Beiträge von Integrierten Leitstellen. Hintergrund

Informationen:

Digitale Alarmierung noch nicht ausgereift

Die Umstellung auf die digitale Alarmierung ist aktuell das größte Sorgenkind des Kreisfeuerwehrverbandes. „Wir werden am Ball bleiben und sie bestmöglich unterstützen“, versprach Landrat Hermann Hübner. Am Ende eines schwierigen Prozesses sollen die analogen Sender abgeschaltet werden können und durch digitale Geräte ersetzt sein. Hier warten und drängen die Kommunen und die Feuerwehren auf Entscheidungen. Auch gibt es zu den Kosten noch keine konkreten Zahlen.

Aktuell liegt laut Kreisbrandrat Hermann Schreck das Hauptproblem darin, dass noch nicht gewährleistet werden kann, dass die Pager funktionieren. Anstatt eine übereilten flächendeckenden Einführung sei deshalb eine Testphase mit rund 50 Pagern von circa sechs Monaten im Bereich der Integrierten Leitstelle geben. Es werden Probealarme erfolgen, um die Qualität des Netzes zu testen.

Auch in den technischen Anforderungen an den Pager sah Schreck Handlungsbedarf. So lasse die Akkustandzeit zu wünschen übrig. Die Geräte seien auch viel zu klobig. Eine extreme Verkleinerung der Bauform führe aber zu Qualitätsverschlechterung etwa bei der Antenne. Auch verfügten die Geräte über keine Sprachausgabe. Auch der Landesverband sei bemüht um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Dazu gehöre ein Stichtag der Erhebung zur Fördermöglichkeit der Pager. Angestrebt werde eine zeitlich gestaffelte Landesausschreibung.

Hintergrund:

Kinderfeuerwehren: Arbeit intensivieren

Zum Schutz der Bürger im Landkreis Bayreuth stünden rund 7000 Feuerwehrdienstleistende an 365 Tagen rund um die Uhr bereit, erklärte Landrat Hermann Hübner stellvertretend für die Bürgermeister. Er zählte 1357 Einsätze in 2018 (plus 106), darunter 327 Brand und 32 Abc -Einsätze. Darunter auch solche, bei denen jede Hilfe zu spät gekommen sei und nach denen die Aktiven das Erlebte erst einmal verarbeiten müssten. Damit die Arbeit auch in Zukunft von Erfolg gekrönt sei, müsse unter anderem die Arbeit in den Kinderfeuerwehren ausgebaut werden.

Der Landkreis Bayreuth habe 96 850 Euro für Beschaffungsmaßnahmen aufgewendet, unter anderem für zwei Drohnen mit Digital- und Wärmebildkamera. 2019 sollen zwei weitere für die Inspektionen II und IV folgen. Hübner würdigte den Kreisfeuerwehrverband als Sprachrohr und Fachstelle für die Feuerwehrdienstleistenden.

Bürgermeister Manfred Porsch. sah in den elf Feuerwehren in der Großgemeinde Speichersdorf Garanten für schnelle Hilfe und Eckpfeiler für die Sicherheit der Bürger. Die Gemeinden seien Partner und sorgten für die Ausstattung. Der Verband sei das verlängerte Sprachrohr der Ortswehren und habe von der Politik Fördermittel einzufordern. Erstanschaffungen mit 80 Prozent Zuschuss seien sicher machbar, sie würden aber dann ins Geld gehen.

Bei der Kinder- und Jugendarbeit stehe die Feuerwehr vor schwierigen Aufgaben. Hier herrsche weiter Nachholbedarf. Es sei wichtig, dass bereits Kinder an das Feuerwehrwesen herangeführt und hervorragend betreut werden.

Feuerwehr-Splitter:

Erhöhter Bedarf bei der Ausbildung

Was bewegt die Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Landkreis Bayreuth? 153 Delegierte trafen sich zur Verbandsversammlung in der Sportarena, um Bilanz zu ziehen. Sie sagten aber auch, wo der Schuh drückt.

Organisation, Aufbau und Bewirtung hatten Abordnungen der elf Feuerwehren der Gemeinde Speichersdorf übernommen. Wie wichtig den Kommunen die Feuerwehren sind, demonstrierten 33 Bürgermeister oder ihre Stellvertreter. Auch sie gedachten zunächst dem Ehrenkreisbrandrat Ludwig Lauterbach. Was den Feuerwehrkreisverband und die Feuerwehren bewegt, erläuterte anschließend Kreisbrandrat Hermann Schreck:

Kreisfeuerwehrverband mit 180 Feuerwehren und Werksfeuerwehr KSB Pegnitz: 16 242 Mitglieder (plus 131), 6160 Aktive (plus 110), die Zahl der beitragspflichtigen Mitglieder stieg um 52, die bei der Jugendfeuerwehr um 16, die bei den Kinderfeuerwehren um 108.

Gruppenführerlehrgänge: Der Feuerwehrvorsitzende aus Ramsenthal, Werner Fuchs, bemängelte, dass für zu wenig Lehrpersonal zur Verfügung stehe. Schreck bestätigte, dass das Platzangebot nicht reiche. Vor allem nachdem jetzt ein zweiter Kommandantenstellvertreter möglich sei. Auch seien Kommandanten mit 24, 18 und 12 Dienstjahre seltener geworden. Jugendwarte würden noch früher ihr Amt wieder abgeben. Deshalb sei ein erhöhter Bedarf an Ausbildung gegeben.

Der Kreisbrandrat betonte, dass ausgebildete Lehrkräfte schwierig zu bekommen und auch schwer zu halten seien. Sie würden bei Werks- und Berufsfeuerwehren besser bezahlte Stellen bekommen. Der Freistaat habe zwar unter den 65 neue Stellen für die Feuerwehrschulen einige für Lehrkräfte sowie ein neues Fachlehrermodul geschaffen.

Unfallverhütungsvorschriften: Die besonderen Belange der Feuerwehren seien berücksichtigt, die Aspekte eines modernen Arbeitsschutzes eingeflossen, erklärte Schreck. Im Vordergrund stehe die Entlastung des Ehrenamtes und die stärkere Verpflichtung für den Arbeitgeber. Hygiene und Gesundheitsschutz werden zentrale Themen der Zukunft.

EU-Datenschutzgrundverordnung: Viele Feuerwehren haben ihre Homepages, Satzungen und Listenführungen bereits angepasst.

Brandschutzerziehung: Es wird im weiteren Ausbau des Angebots die Altersgruppe 35 Jahr aufwärts ins Visier genommen. Entwickelt sind Angebote für Migranten und Personen mit Handicaps, für Kinder und pflegebedürftige Personen.

Kinderfeuerwehren: Neben den knapp 50 Gruppen sind weitere in Gründung. Mit Melanie Walter, Kathrin Fiedler, Kerstin Auernheimer und Christina Jäger stehen in den Inspektionen qualifizierte Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Der Verband unterstützt in jeder Inspektion einmal im Jahr eine Kinderveranstaltung, die Versicherungskammer Bayern jede Gründung mit je 150 Euro. Für jede Kinderfeuerwehr gibt es nach der Gründung eine kostenlose Handreichung beim Landesfeuerwehrverband Bayern.

Feuerwehrerholungsheim St. Florian: Die 40 Freiplätze werden laut Schreck nicht von allen genutzt. Die Zimmereinrichtungen werden ständig erneuert. Aufgrund einer 94-prozentigen Auslastung sollte frühzeitig gebucht werden.

Schwimmsauger: Die Versicherungskammer Bayern finanziert speziell kleineren Feuerwehren in jeder Inspektion fünf Schwimmsauger. Sie ermöglichen die Wasserentnahme ohne Störungen durch Verschmutzungen wie Laub und Schlamm.

Diebstahlserie: Vor allem akkubetriebene Rettungsspreizer würden gestohlen, um Geldautomaten zu knacken. Schreck riet, auf Veröffentlichungen von Beschaffungsmaßnahmen von neuen Geräten zur Personenrettung in den Presse und in sozialen Netzwerken zu verzichten.

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