11.03.2020 - 14:54 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Bräuche ein Leben lang Begleiter

Zu Aberglauben und Bräuchen im Fichtelgebirge - dazu hatte die Kultursparte des Fichtelgebirgsvereins (FGV) eingeladen. Mit dem bekannten Referenten Adrian Roßner hatte das "Kultur in der Mühle"-Team einen Volltreffer gelandet.

Adrian Roßner (links) sprach vor rund 100 Zuhörern über Bräuche und Aberglauben im Fichtelgebirge.
von Autor HAIProfil

Der stellvertretende Vorsitzender des FGV-Hauptvereins und Referent für Heimat- und Brauchtumspflege arbeitet als Archivpfleger des Landkreises Hof und hat bereits mehrere Bücher zu heimathistorischen Themen veröffentlich. Bekannt ist Roßer auch durch die Serie "Adrians G´schichtla" im Bayerischen Fernsehen.

FGV-Kulturchef Rainer Prischenk und Familienreferentin Martina Dötsch begrüßten den Historiker aus Zell im Fichtelgebirge. Er beleuchtete in einem Vortrag vor über 100 Gästen im Keller der Tauritzmühle das Thema Aberglauben und Bräuche im Fichtelgebirge.

Lebhaft und sehr amüsant hinterfragte er die Ursprünge des Aberglaubens und warf dabei einen Blick in die Vergangenheit. Früher sei das Wort "Aberglaube" vor allem negativ behaftet gewesen, weil es mit Okkultismus oder Satanismus gleichgesetzt worden sei. Auch sei zu lesen, dass heidnische Kulturen im Fichtelgebirge dem Christentum gegenübergestellt worden seien. "Das können Sie vergessen", betonte der Regionalhistoriker. Seine Nachforschungen hätten gezeigt, dass es in Städten deutlich weniger Sagen gibt als in ländlichen Gebieten. Aberglaube setze sich aus zwei elementaren Dingen zusammen: Angst der Menschen vor dem Unbekanntem sowie Jagd nach Wissen und Erkenntnis.

Der Referent bemerkte, dass heute fast niemand mehr die regionalen Bräuche und Sagen der eigenen Vorfahren kenne. In einer fast 100 Jahre alten Schrift hat er Roßner eine riesige Sammlung von mehreren Hundert Bräuchen, Sagen und Lebensweisheiten im Fichtelgebirge gefunden, berichtete der Redner. In seinem Vortrag bezog er sich auch auf Aufzeichnungen des Haidenaaber Heimatforschers Werner Veigl.

Bräuche beginnen schon mit der Taufe kurz nach der Geburt. Bei Hochzeiten oder Beerdigungen gäbe es weitere Beispiele. Roßner warf auch einen kurzen Blick auf Dämonen und Geister wie den Alb, die Drud und den Bilmesschneider. Mit einem von ihm ausgesprochenen "Wurmsegen", eine Beschwörung gegen einen dämonischen Wurm, ging die Veranstaltung dem Ende zu. Als Resümee fasste Roßner zusammen, dass der Volks- und Aberglaube "ein elementarer Bestandteil unserer regionalen Kultur und Identität" sei.

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