16.04.2019 - 15:23 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Breitbandversorgung mit Glasfaser kommt

Die Breitbandversorgung in Speichersdorf mit Glasfaser im Haus kommt – aber wann und wo zuerst ist ungewiss und dauert.

Michael Langer
von Arnold KochProfil

Zur Sitzung hieß Bürgermeister Manfred Porsch den Vertreter der Breitbandberatung Bayern Michael Langer willkommen. Sie berichteten, dass die Kommune das erste Förderprogramm mit 830 000 Euro und damit 90-prozentigen Zuschuss bereits genutzt hat. Damit wurde die Grundlage für das neue "Höfeprogramm" zum weiteren Ausbau des Glasfasernetzes geschaffen.

Die Kommune beteiligte sich am zweiten Auswahlverfahren, um den Netzbetreiber für den Ausbau zu bestimmen. Sie erhielt nur das Angebot der Telekom mit einer durch die Kommune nicht finanzierbaren Wirtschaftlichkeitslücke von 1 931 358 Euro. Nach einem Bietergespräch gelang es, den Leistungsumfang unter Berücksichtigung des im Landkreisprojekt "Breitbandförderung des Bundes" geplanten Ausbauvorhabens zu optimieren und auf eine wesentlich geringere Wirtschaftlichkeitslücke von 987 818 Euro zu reduzieren. Um einen noch höheren Flächendeckungsgrad insbesondere bei starker Zersiedelung zu erreichen, kann die Kommune eine verbesserte Förderung erhalten. Damit steht der bayerische Höchstförderbetrag von 830 000 Euro noch einmal zur Verfügung. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 157 818 Euro.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, das Angebot der Telekom mit einer Wirtschaftlichkeitslücke von 987 818 Euro anzunehmen, und beauftragte den Bürgermeister, beim Landratsamt und der Regierung von Oberfranken die Zustimmung zum Förderantrag einzuholen und den Kooperationsvertrag zu schließen. Der Finanzierungsplan sieht einen stufenweisen Ausbau 2020 und 2022 mit je 246 954,50 Euro und 2023 mit 493 909 Euro Gesamtkosten vor.

Zum Thema der bereits beschlossenen Erweiterung des Kindergartens Sankt Franziskus erklärte Porsch, dass der Förderantrag Anfang März gestellt wurde und der Durchführungsbeschluss zur Erteilung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns erforderlich ist. Porsch berichtete, dass die Anregung des Gemeinderates, die Flächen des Technikraumes zugunsten des Personal-WCs zu verkleinern, umgesetzt wurden. Der Antrag auf Baugenehmigung wurde bereits gestellt und das Ausschreibungsverfahren eingeleitet. Nach den Zielvorstellungen des Architekturbüros Schultes und der Gemeinde soll bis Herbst der Rohbau stehen, damit im Winter die Innenausbauarbeiten erfolgen können.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Erweiterung des Kindergartens Sankt Franziskus um eine Kindergartengruppe mit geschätzten Baukosten von 1 185 000 Euro.

Info:

Technische Details und Ausbaustrecken

Langer berichtete, dass im neuen Ausbauprogramm bislang 57 Häuser und 17 Grundstücke angeschlossen werden sollten. Dies wurde auf 45 Gebäude und 11 Grundstücke reduziert. Sie erhalten das Glasfaserkabel kostenlos nur mit Zustimmung des Eigentümers direkt ins Haus.

Wegen der mangelnden Kapazitäten im Tiefbau ist eine Vertragserfüllungszeit von 48 Monaten im Kooperationsvertrag festgelegt. Die Linienführung wird 2845 Meter in offener und 2665 Meter in versiegelter Oberfläche hergestellt. Auf einer Länge von 2340 Metern wird das Kabel oberirdisch von Windischenlaibach Richtung Forsthaus verlegt. Der Anschluss des Weilers Beerhof und der Trinkwasserbrunnen wurde aus Kostengründen fallen gelassen, die Erschließungsgebiete von 25 auf 14 reduziert. Es werden 6425 Meter Leerrohre und 9450 Meter Micro-Rohre verlegt, 17 620 Meter Glasfaserleitungen eingeblasen oder eingezogen. Der Aufbau von zwölf neuen Glasfaserverteilern sei geplant.

Porsch ergänzte, dass auf kommunalen Tiefbaustrecken das Mitverlegen des Glasfaserkabels durch die Telekom ermöglicht wird. Der Glasfaseranschluss sei kostenlos und werte das Gebäude auf. Es bestehe keine Verpflichtung, den bis zu einem Gigabit/Sekunde schnellen Glasfaseranschluss zu nutzen. Der bisherige Kupferkabelanschluss für Telefon und langsames Internet könne weiter genutzt werden. Der Wechsel sei jederzeit möglich. Zu den bestehenden Anschlüssen mittels Kupferkabel ergänzte Langer, dass mittels des gesondert zu beantragenden Vectoring-Verfahrens die Geschwindigkeit je nach Standort auf 100 bis 200 Megabit/Sekunde erhöht werden könne. Dies sei jedoch wegen der vorhandenen Verteilertechnik nur auf einen Netzbetreiber beschränkt. Er riet, bei Bedarf die Verfügbarkeit im Internet selbst zu prüfen oder sich im T-Punkt zu informieren. Es werde versucht, bereits fertige Erschließungsgebiete früher als das Gesamtprojekt ans Glasfasernetz zu bringen.

Porsch ergänzte abschließend, dass der Breitbandausbau keine Pflichtaufgabe der Gemeinde und man personell und finanziell an der Machbarkeitsgrenze angelangt sei. „Wenn wir mit dem bis 2024 fertig sind, steht bereits der nächste Ausbau an.“, meinte Porsch.

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