Speichersdorf
25.03.2022 - 15:00 Uhr

Bürgerideen für das Speichersdorf der Zukunft

Mit dem Zukunftsforum machte die Gemeinde Speichersdorf den nächsten Schritt zur Ausarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Alle Generationen machten sich Gedanken über Speichersdorf und Kirchenlaibach.

Trotz herrlichen Sonnenscheins und Corona-Ängsten bekundeten die Bürgerinnen und Bürger Interesse an der Fortentwicklung ihrer Heimatgemeinde mit ihrer Teilnahme. Zur zweiten ISEK-Veranstaltung am Donnerstagabend in der Sportarena hieß Bürgermeister Christian Porsch Vertreter aller Generationen, des Gemeinderates und Behindertenbeauftragten Alfred Vogel sowie das Mitarbeiterteam des Planungsbüros UmbauStadt aus Weimar willkommen. Bereits eine Stunde vor der zweiten Bürgerbeteiligung hatten sich Jugendliche Zeit genommen, in Gesprächsrunden ihre Ideen einzubringen.

Porsch betonte, dass das ISEK den Leitfaden der künftigen stadträumlichen Entwicklung darstelle. Es bilde die Grundlage, um in den kommenden 10 bis 15 Jahren wichtige Projekte in den Themenbereichen Mobilität, Wohnen, Grünräume und Gemeinschaft mit Unterstützung durch Fördergelder aus dem Städtebauprogramm umzusetzen.

Mehrwert für Kernort

Die bereits erstellte Themensammlung aus der Erstveranstaltung sollte nun mit einer weiteren Ideensammlung für das Planungsbüro und den Gemeinderat ausgefüllt werden. Architektin Cornelia Dittmar: „Die Bürger sollen mit ihren Projektideen zusammen mit der Lenkungsgruppe in mehreren Themenbereichen ihre Heimatgemeinde fit und lebenswerter machen. Wir helfen dabei, Tendenzen und Wünsche auszuloten und zu analysieren. Für die Handlungsfelder ist bereits ein Leitbild ausgearbeitet.“ Damit solle der Kernort insgesamt einen Mehrwert erfahren und in vielen Beziehungen für alle Bürger attraktiver und lebenswerter werden.

Die Teilnehmer schrieben in der rund zweistündigen Veranstaltung an mit Fragestellungen und Ortsplan bestückten Stellwänden ihre Projektideen nieder und bewerteten sie anschließend durch aufgeklebte Punkte. Wichtig war, die Projekte zu konkretisieren und auf den Ortsplänen örtlich kenntlich zu machen.

Unter dem Schlagwort „Resilienz“ lautet ein Ziel, dass Speichersdorf stabil bleiben soll. Das bedeutet, die Gemeinde soll gegenüber dem demografischen und Klimawandel, wirtschaftlichen Umbrüchen und Naturkatastrophen resilient werden. Es sollen vorbildliche Lösungen gefunden werden, um die Auswirkungen über das Aufkommen oder vorhandener Probleme abzufedern

In der Leitlinie dazu heißt es, dass Speichersdorf einen Beitrag zum Erreichen der Bundesklimaziele leistet. Das gute Angebot der Daseinsfürsorge wird erhalten und ausgebaut, die Kommune sichert die Gewerbestruktur und bleibt für kleinere und mittlere Gewerbebetriebe attraktiv. Ebenso setzt sie auf Vielfalt, Qualität und Innovation beim Wohnungsbau, auch um sich auf verändernde Bedürfnisse der Bevölkerung einzustellen

Ebenso soll Speichersdorf eine transformative städtebauliche Entwicklung im Innenbereich anstoßen, die über die Beseitigung der aktuellen Mängel hinausgeht. Diese Transformation soll insbesondere in den Bereichen Wohnungsbau, Freiraumgestaltung und Verkehrsplanung stattfinden. So wird die Gemeinde zum vorbildhaften und attraktiven Bindeglied in der Region. Die entsprechende Leitlinie besagt: Speichersdorf wird Modellkommune für alternative Mobilität und Temporeduzierung, die Gemeinde verstärkt die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und setzt auf Qualität, Vielfalt sowie Innovation bei neuem Wohnraum. Im Kernbereich von Speichersdorf und Kirchenlaibach werden attraktive grüne Erholungsorte und Aufenthaltsbereiche im Innenbereich entwickelt

Angebote für Familien und Jugend

Um Speichersdorf zudem zur inklusiven Kommune zu entwickeln, wird aktiv auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche jeder Bevölkerungsgruppe eingegangen. Die Gemeinde vermittelt bei Konflikten und wirbt um gegenseitiges Verständnis. Durch gemeinsame Projekte vieler Zielgruppen wird das Miteinander gestärkt und die Gemeinschaft bleibt selbstbestimmt. Deshalb gilt es, sich auf die sich ändernden Bedürfnisse seiner Bürger einzustellen sowie familienfreundliche Angebote weiterzuentwickeln und Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen. Das Planungsbüro wird die an den zehn Stationen erarbeiteten Vorschläge zusammenfassen und das Machbare zu einem umsetzbaren Gesamtkonzept verarbeiten.

Das Gemeindeoberhaupt betonte abschließend, dass die Kommune in 2023 und 2024 bereits insgesamt eine Million Euro an Eigenmittel für ISEK-Projekte bereitstellt. Diese werden noch mit rund 60 Prozent staatlicher Förderung aufgestockt. „Damit können wir vieles verwirklichen, aber nicht alles und nicht sofort. Wir müssen auch Projekte priorisieren“, erklärte Porsch abschließend und bedankte sich für die Mitwirkung.

Nach der Ausarbeitung und Wertung der Projektideen findet am 7. Juli ab 18 Uhr ein Stadtspaziergang/Radtour durch die beiden Kernorte statt, um diese gemeinsam in Augenschein zu nehmen und zu konkretisieren.

Hintergrund:

Ideen an zehn Stationen

Die Auswertung der zehn Stationen brachte bei der Schlussbesprechung folgendes Ergebnis:> Regionale Vernetzung: Zusammenschluss des Radwegenetzes Richtung Kemnath> Siedlungsentwicklung: Umnutzung alter Bahnflächen> Mobilität: Ausbau des überregionalen Radwegenetzes Richtung Weiden und Bayreuth> Bevölkerung: Zusammenschluss der Ortsfeuerwehren und Planung eines gemeinsamen Gerätehauses> Erholung und Stadtgrün: mehr Parkflächen, weniger Durchgangsverkehr> Wohnen: fair verteilter Neubau für verschiedene Wohnbedürfnisse mit Eigentums- und Sozialwohnungen verschiedener Größen> Daseinsvorsorge: Schaffung eines Ärztehauses, Ansiedelung von Allgemein- und Fachärzten> Energie: Biomasseheizkraftwerk mit Nahwärmenetz> Gewerbe: Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes> Familie und Jugend: neue und für alle offene Sportanlage mit Skaterpark, Basketball im Bereich der bestehenden Eisbahn

  • Regionale Vernetzung: Zusammenschluss des Radwegenetzes Richtung Kemnath
  • Siedlungsentwicklung: Umnutzung alter Bahnflächen
  • Mobilität: Ausbau des überregionalen Radwegenetzes Richtung Weiden und Bayreuth
  • Bevölkerung: Zusammenschluss der Ortsfeuerwehren und Planung eines gemeinsamen Gerätehauses
  • Erholung und Stadtgrün: mehr Parkflächen, weniger Durchgangsverkehr
  • Wohnen: fair verteilter Neubau für verschiedene Wohnbedürfnisse mit Eigentums- und Sozialwohnungen verschiedener Größen
  • Daseinsvorsorge: Schaffung eines Ärztehauses, Ansiedelung von Allgemein- und Fachärzten
  • Energie: Biomasseheizkraftwerk mit Nahwärmenetz
  • Gewerbe: Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes
  • Familie und Jugend: neue und für alle offene Sportanlage mit Skaterpark, Basketball im Bereich der bestehenden Eisbahn

"Wir helfen dabei, Tendenzen und Wünsche auszuloten und zu analysieren."

Architektin Cornelia Dittmar

 
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