13.11.2019 - 13:25 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Erste neue Bahnbrücke kommt

Die westliche Bahnbrücke in Speichersdorf wird 2021 bis 2023 erneuert. Das neue Bauwerk wird kleiner, die Verkehrssicherheit - auch für Fußgänger - größer.

Der Neubau der Bahnbrücke (Ansicht von Norden) im Westen Speichersdorfs wird konkret. 2021 sollen die zweijährigen Arbeiten beginnen.
von Arnold KochProfil

Großen Raum nahmen in der Gemeinderatssitzung die Informationen von Bürgermeister Manfred Porsch zur Planung der neuen Bahnüberführung und der zu schließenden Kreuzungsvereinbarung zwischen der DB Netz AG, dem Staatlichen Bauamt Bayreuth und der Kommune ein. "Es ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten diese marode Bahnbrücke im Bereich der Bahnhof- und Neustädter Straße zu erneuern. Wir sind mit im Boot, da wir einen 2,5 Meter breiten Gehweg mit bauen wollen", erklärte er eingangs.

Die erste Anfrage der Bahn an die Gemeinde zu deren Ausbauwünsche erfolgte bereits 1996. Seit zwei Jahren plant die Bahn mit dem Straßenbaulastträgern Freistaat und Gemeinde die Erneuerung der nach heutigen Standards zu niedrigen und zu schmalen Bahnbrücke, die rund 100 Jahre in Betrieb ist. Die Planung hat das Büro Gauff-Rail-Engineering aus Nürnberg angefertigt.

Erst bauen, dann einschieben

Voruntersuchungen zu Baugrund, Grundwasser, Barrierefreiheit und Kampfmitteln waren für den vorliegenden Bauentwurf notwendig. Die Brückengründung liegt im Grundwasserbereich, da die Durchfahrtshöhe vergrößert wird und der Gleiskörper nicht angehoben werden kann. Es ist beabsichtigt, das neue Bauwerk nördlich der bestehenden Bahnüberführung zu errichten und dann einzuschieben. Der Bau einer wasserdichten, rund 900 Quadratmeter großen "Weißen Wanne" ist samt einer Grundwasserabsenkung und späterem Abpumpen erforderlich.

Laut Porsch liegen in der Unterführung Wasser-, Kanal-, Strom-, Gas- und Telekomleitungen, die vorher verlegt werden müssen. Dazu erfolgt westlich der Baustelle eine Durchbohrung des Bahnkörpers, in die die Leitungen eingezogen werden. Anfallendes Wasser aus dem Unterführungsbereich soll über einen neuen Kanal zum Kirrlohbach abgeleitet werden. Das Planfeststellungsverfahren ist eingeleitet. Der Bauentwurf liegt vom 18. November bis 17. Dezember im Rathaus zur Einsicht aus. Ein Grunderwerb ist nicht erforderlich.

Die Baukosten betragen rund 9,5 Millionen Euro. Das Bauwerksausmaß konnte durch die Verkleinerung des überführenden Bahnkörpers wesentlich verringert werden. Die alte Brücke misst 28,8, die neue zwischen 14,03 und 16,4 Metern Breite. Die lichte Weite beträgt 10,40, die Höhe 4,5 Meter. Zusammen mit dem Brückenbauwerk müssen die Einmündungsbereiche der Kreuz-, Erfurter, Jahn- und Neustädter Straße tiefergelegt und an den Straßenverlauf mit Verbesserung der -führung angepasst werden. Zudem wird eine Zufahrt zu den Kleingärten samt Pumpwerk für Straßenabwässer gebaut. Die Sichtverhältnisse an den Einmündungsbereichen werden verbessert. Der 2,5 Meter breite und behindertengerechte Gehsteig samt neuer Straßenbeleuchtung befindet sich auf der West- sowie Nordseite der Bahnhof- und führt bis zur Einmündung der Bayreuther Straße.

Gemeindeanteil 2 Millionen Euro

Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen alle Beteiligten anteilsmäßig die Kosten. Die für die Gemeinde schätzte Porsch auf 2 Millionen Euro; die Förderung dürfte bei rund 90 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. Die Bauzeit beträgt ab Beginn in 2021 zwei Jahre. In dieser Zeit wird der Unterführungsbereich gesperrt, es wird großflächig umgeleitet. Die Neustädter-, Jahn- und Erfurter Straße können bis zur Baustelle weiter befahren werden. Nach Fertigstellung muss die Bahnstrecke für bis zu 96 Stunden gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden, um das alten Bauwerk abzubrechen, die neue Konstruktion einzuschieben und die Schienenanschlüsse samt Gleisbett herzustellen. Die Verkehrssicherungspflicht des Gehweges und der Straßen obliegt dem Freistaat und der Gemeinde.

Zur vorliegenden Kreuzungsvereinbarung muss die Gemeinde eine weitere Kostenteilungsvereinbarung mit dem Freistaat schließen. Porsch erklärte, dass sichergestellt ist, dass die Brücke in der Ganghofer Straße erst nach Fertigstellung dieses Neubaus erneuert wird.

Der Neubau der Bahnbrücke (Ansicht von Süden) im Westen Speichersdorfs wird konkret. 2021 sollen die zweijährigen Arbeiten beginnen.
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