21.10.2019 - 16:50 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Für Körper, Geist und Küche

Mit einem Vortragsabend zur richtigen Anwendung von Kräutern und Gewürzen von Hildegard von Bingen landete die Frauen-Union Speichersdorf sowohl inhaltlich als auch mit Johanna Eisner aus Haunritz als Referentin einen Volltreffer.

Johanna Eisner (stehend) gab bei der Frauen-Union Tipps, wie Kräuter und Gewürze der Hildegard von Bingen für die Gesundheit, aber auch in der Küche eingesetzt werden können.
von Autor HAIProfil

In der guten Stube der Tauritzmühle hatte kein Stuhl mehr Platz, und draußen saßen die Zuhörerinnen dicht auf dicht, als Vorsitzende Melanie Herrmann die Gäste begrüßte. Drei Stunden lang ging es Eisner um die heilende Wirkung und die richtige Anwendung von ausgewählten Kräutern und Gewürzen im Alltag.

Dabei räumte die langjährige Hauswirtschafterin des Klosters Speinshart mit Gerüchten und falschen Praktiken auf. So spielte in der Kräuterpalette das stark aromatische Rosmarinkraut eine Rolle. Es sei kreislaufanregend, Nerven stärkend sowie krampflösend, unterstütze die Herztätigkeit und vermeide Wassereinlagerungen im Körper, erklärte die Referentin. Als Gewürz eigne es sich vor allem für Lamm-, Kalbfleisch, Wild- und Fleischgerichte. Mit Borretsch könnten Salate, Streichkäse, Suppen und sommerliche Getränken gewürzt werden. Er wirke sei abführend, blutreinigend, harn- und schweißtreibend.

Als ihr Lieblingskraut präsentierte Eisner den Salbei. Er enthalte viele ätherische Öle, die den Kopf frei machten und nehme alle Entzündungen aus dem Körper. Bei einem Salbei-Tee sei ein einziges Blatt auf einen Liter Wasser völlig hinreichend. Es dürfe nicht zu viel genommen werden und er dürfe nur zwei Minuten abgekocht werden, da er ansonsten bitter schmecke und unappetitlich aussehe, gab Eisner zu bedenken. Bei Teebeuteln empfahl sie, diese aufzureißen und das, was zwischen den Fingern haltbar ist, aufzukochen. Dabei kritisierte sie die Großindustrie. Oft sei in Teebeuteln nicht das enthalten, was auf der Verpackung stehe.

Eisner räumte in diesem Zusammenhang auch mit vielen falschen Anwendungspraktiken auf. Sie zitierte dazu ein asiatisches Sprichwort: "Den ersten Aufguss gib deinen Feinden. Den zweiten Aufguss deinem Freund, und den dritten Aufguss trinke selbst! " "Seit 30 Jahren predige sie diese Anwendungsmethode, "aber ich habe den Eindruck, dass es wohl noch 100 Jahre dauern wird, bis das bei den Menschen wirklich angekommen ist". 36 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht sollten dabei am Tag getrunken werden.

Der scharfe Galgant weite die Gefäße und fördere vor allem die Durchblutung im Verdauungstrakt, erfuhren die Zuhörer. Als leichtes Blutverdünnungsmittel helfe dieser gegen kalte Füße und kalte Hände. Bei einem Pater mit einer schweren Herzoperation konnte dank konzentrierter Anwendung die Dosierung eins blutverdünnenden Herzmittels auf ein Minimum abgesenkt werden.

Angesprochen wurde der richtige Umgang mit Schnittlauch, Lauchzwiebeln, Thymian, Zitronenmelisse Basilikum Bohnenkraut, Galgant und Petersilie. Wertvolle Tipps gab es auch zum effizienten Umgang mit Blüten, Blättern und Wurzeln und zum richtigen Schneiden der Stöcke. Eisner hatte auch Herdplatte und Kochtopf mitgebracht. An ausgewählten Beispielen zeigte sie, wie ohne Zusatzstoffe und nur mit Kräutern und Gewürzen aus Garten und von der Wiese kleine Gerichte zubereitet werden können.

Johanna Eisner (stehend) gab bei der Frauen-Union Tipps, wie Kräuter und Gewürze der Hildegard von Bingen für die Gesundheit, aber auch in der Küche eingesetzt werden können.
Johanna Eisner (stehend) gab bei der Frauen-Union Tipps, wie Kräuter und Gewürze der Hildegard von Bingen für die Gesundheit, aber auch in der Küche eingesetzt werden können.
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