26.05.2020 - 17:26 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Für die Kunst und den Sport in Speichersdorf

Sepp Mittelmeyer ist tot. Der Ehrenvorsitzende des Speichersdorfer Kulturvereins und Chors der Musikfreunde starb am Freitag im Krankenhaus in Kemnath im Alter von 87 Jahren.

Josef Mittelmeyer.
von Autor HAIProfil

Das Multitalent gehörte zu den außergewöhnlichen Führungspersönlichkeiten im Vereinsleben der Großgemeinde. Der Gemeinderat hatte dessen Lebensleistung 2017 mit der Bürgermedaille in Gold gewürdigt.

Seit 1966 hatte sich Mittelmeyer ehrenamtlich engagiert. "Der Kulturverein ist Josef Mittelmeyer und Josef Mittelmeyer ist der Kulturverein", hatte der frühere Bürgermeister Manfred Porsch einmal treffend festgestellt. 53 Jahre lang hatte Mittelmeyer als Vorsitzender den Kulturverein geprägt. Erst im Januar 2020 hatte er sich aus Alters- und Gesundheitsgründen zurückgezogen.

Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden am 20. September 1967 hatte Mittelmeyer mit einer bis 2015 nur unwesentlich veränderten Führungsmannschaft den Kulturverein zur tragenden Säule des kulturellen Lebens in der Gemeinde gemacht. Seine Weltoffenheit, Neugierde, Fremdsprachenkenntnisse, sein Interesse an fremden Kulturen und Sitten, seine Freude am Neuen ließ ihn bis vor wenigen Jahren auf immer wieder auf Reisen gehen.

Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Kulturvereins hatten Vorstand und Mitglieder in der Generalversammlung am 22. Januar 2020 noch das Wirken des 87-Jährigen gewürdigt. Zwei Monate später, am 4. März 2020, musste Mittelmeyer allerdings die Auflösung seines Lebenswerks mit beschließen, da sich kein neuer Vorstand fand.

Unverzichtbar war der Verstorbene über ein halbes Jahrhundert lang auch beim Chor der Musikfreunde Kirchenlaibach-Speichersdorf. 1967 bis 1974 fungierte er als Schriftführer und von 1977 bis 1980 als Zweiter Vorsitzender. 1980 übernahm er als Vorsitzender das Ruder, das er 25 Jahre in der Hand behielt. Unter seiner Regie bereicherten unzählige Konzerte und Auftritte bei Senioren- und Waldweihnacht, bei Geburtstagen und Beerdigungen sowie Singstunden das gesellschaftliche Leben. Die Musikfreunde dankten es ihm 2010 mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden, im Februar 2017 würdigten sie ihn für 50 Jahre Sangestätigkeit.

Viel zu verdanken hat dem Verstorbenen auch der TSV Kirchenlaibach, dem der 53 Jahre angehörte. Der Ausnahmekicker, begeisterter Skifahrer, Segler und Bergsteiger sowie -wanderer Mittelmeyer hatte 1969 bis 1972 sogar den Vorsitz inne. Literatur von Solschenizyn bis Mario Simmel, von Nietzsche bis Heinz Erhardt verschlang er regelrecht. Musikalisch widmete er sich dem Akkordeon und später der Geige. Seine politische Heimat hatte Mittelmeyer in der Christlich-Sozialen Union, der er seit 1991 angehörte.

Am 23. Oktober 1932 als ältester Sohn der Mühlenbauerfamilie Maria und Georg Mittelmeyer geboren, war der Verstorbene mit seinen Geschwistern Alfons, Georg, Therese und Gretl in Premenreuth aufgewachsen. Er hatte die Klosterschule Marktredwitz der Styler Missionare in Tirschenreuth besucht und das Abitur in Weiden gemacht. Als Finanzbeamter hatten ihn berufliche Stationen von Kemnath über München nach Bayreuth geführt. Nach der Wende hatte er bis zu seinem Ruhestand 1995 sein Wissen in den Dienst der Aufbauarbeit Ost gestellt.

1954 hatte er seine geliebte Irma in Premenreuth kennengelernt. Ihr hatte er an Silvester 1954 in Hard bei Poppenreuth das Jawort gegeben. Nach Bernstein bei Reuth und Kemnath hatten sie sich in Speichersdorf ein Zuhause geschaffen. Sie war ihm nach 63 Jahren gemeinsamen Lebenswegs im Jahr 2017 vorausgegangen. Mittelmeyer hinterlässt drei Kinder.

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