Speichersdorf
19.03.2024 - 12:42 Uhr
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Gemeinde Speichersdorf plant für Schulen, Breitband, Baugebiet und Kita sechs Millionen Euro ein

Der Haushalt 2024 der Gemeinde Speichersdorf stellt keinen neuen Rekord auf. Der Etat ist diesmal eher einer zum Durchschnaufen. Das heißt aber nicht, dass die Kommune untätig sein wird, was Investitionen angeht.

Seit Jahren ging es mit den Haushaltszahlen der Gemeinde immer aufwärts. Für den Etat 2024 hat sich der Gemeinderat eine kleine Verschnaufpause verordnet, die beim genauen Hinschauen jedoch einiges in petto hat. Bürgermeister Christian Porsch und vor allem Kämmerin Michaela Hösl stellten die Eckdaten am Montagabend vor.

Demnach schließt der Verwaltungshaushalt mit 13 525 350 Euro (Vorjahr 12 822 600 Euro) ab, der Vermögenshaushalt bleibt mit 7 390 050 Euro (14 164 900 Euro) diesmal einstellig. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögensetat beträgt 2 374 800 Euro und liegt deutlich über der Mindestzuführung in Höhe der Tilgung von 684 000 Euro. „Es ist keine Kreditaufnahme im Haushalt 2024 zur Deckung der Ausgaben notwendig“, erklärte die Kämmerin. Eine Neuverschuldung kann durch die Rücklagenentnahme in Höhe von 2 419 250 Euro verhindert werden.

Die allgemeine Rücklage betrug zum Jahreswechsel 3,93 Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro stehen als Kassenkredit zur rechtzeitigen Leistung der Ausgaben zur Verfügung. Die Schulden betrugen zum Jahresbeginn 5,192 Millionen Euro. Sie werden sich durch die Inanspruchnahme der aus 2023 zur Verfügung stehenden Kreditaufnahme in Höhe von 1 753 750 Euro und unter Abzug der Tilgung auf 6,262 Millionen Euro erhöhen.

Gebühren unverändert

Wie es weiter hieß, bleibt die Schmutzwassergebühr bei 3,34 Euro pro Kubikmeter. Als Niederschlagswassergebühr fallen weiterhin 0,12 Euro Quadratmeter an. Ein Kubikmeter Frischwasser kostet wie bisher 1,90 Euro (jeweils zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer. Die Steuerhebesätze bleiben ebenfalls gleich.

An Maßnahmen, die heuer im Vermögenshaushalt abgeschlossen oder fortgeführt werden, nannte Bürgermeister Porsch den Abschluss der Kläranlagenerweiterung, Sanierung und Umbau der ehemaligen Schule in der Bayreuther Straße zur Kindertagesstätte, Fertigstellung der Kulturscheune Wirbenz sowie Wasser- und Kanalbauarbeiten. Es stehen die Erschließung des Baugebiets Point, die Planung der Sanierung des Tiefbrunnens I und des Hochbehälters Warthübel sowie die Planung des Hochwasserschutzes für die Orte Zeulenreuth und Speichersdorf, der Kanalbau in der Pointstraße, Bayreuther und Neustädter Straße und der Wasserleitungstausch in der Schulstraße an.

Anbau für Offene Ganztagsschule

Weitere Vorhaben sind die Deckenbaumaßnahme in der Danziger Straße, die Errichtung der Bauhof-Halle, die Planung eines Anbaus zur Ausrichtung der Werner-Porsch-Schule als Offene Ganztagsschule, der Bau des Dorftreffs Kirchenlaibach, der Breitbandausbau und die kommunale Wärmeplanung. Für dies alles beträgt das Gesamtvolumen 6 008 000 Euro. 26 000 Euro sind für Investitionszuschüsse an Vereine und Verbände vorgesehen.

Mit dem Spatenstich zur Post-Ansiedlung, der Realisierung der Nahwärmeversorgung Speichersdorf-Zentrum, dem Abschluss des Flächennutzungsplanes, dem Umgang mit PV-Freiflächenanlagen, der Integration der Geflüchteten und der Umsetzung der Grundsteuer-Reform stünden weitere große Aufgaben bevor, zählte der Rathauschef auf. „Wir bleiben bei günstigen Kita-Gebühren und der Investitionsförderung für Vereine und Verbände, um das gesellschaftliche Leben zu fördern“, schloss er die Erläuterungen zum Haushalt 2024.

CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Busch betonte, dass durch die neuen Baugebiete und das Ziegler-Bauvorhaben neuer Wohnraum und mit dem Bau der notwendigen Infrastruktur die Grundlagen in der Ver- und Entsorgung geschaffen würden. Ähnlich sah es Ursula Hörath (UBV). Sie erachtete alle Investitionsansätze für notwendig und zielgerichtet.

Laut FWG-Fraktionssprecher Gernot Hammon erhalten die Ausgaben den Finanzrahmen der Gemeinde stabil und leistungsfähig. Für sein SPD-Pendant und Zweiten Bürgermeister Rudi Heier war es wichtig, in naher Zukunft zum barrierefreien Bahnhof das geplante Bushäuschen und die Toilettenanlage umzusetzen, ebenso die Schulsanierung, die Freizeitanlage in der Ortsmitte und Verbesserungen am Rad- und Fußwegenetz.

Der Dank aller vier Fraktionsvorsitzenden galt dem Gemeindeoberhaupt für sein großes Engagement, der Kämmerin Michaela Hösl und ihrer Stellvertreterin Anja Wolf für die Aufstellung der Haushaltsunterlagen. Das Gremium segnete den Haushalt, die -satzung, den Stellenplan 2024 und den Finanzplan für die nächsten vier Jahre ab.

Hintergrund:

Der Haushalt 2024

  • Verwaltungshaushalt: 13.525.350 Euro
  • Vermögenshaushalt: 7.390.050 Euro
  • Gesamtvolumen: 20.915.400 Euro
  • Kreditaufnahme: keine erforderlich
  • für Baumaßnahmen vorgesehen: rund 6 Millionen Euro
  • Schuldenstand (zum Jahresende 2024): 6,262 Millionen Euro
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