15.06.2020 - 11:40 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Herausfinden, was wegen Corona in Köpfen vorgeht

Wie schlägt die Corona-Krise tatsächlich bei jedem einzelnen auf? Wie geht jeder einzelne mit den Beschränkungen um? Die Speichersdorferin Barbara Moller von Lossow geht mittels einer anonymen Online-Umfrage diesen Fragen nach.

Barbara Moller von Lossow untersucht in ihrer Bachelor-Arbeit, wie die Menschen die Coronapandemie und deren Auswirkungen wahrnehmen.
von Autor HAIProfil

Dutzende Studien laufen aktuell in Deutschland in Sachen medizinische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen des Covid-19-Virus. So auch an der Internationalen Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH). Dort studiert die 42-jährige Speichersdorferin Soziale Arbeit und Sozialpädagogik. Um sich im Beruf noch mehr für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzen zu können, möchte sie nun nach ihrer Ausbildung zur Arzthelferin und dem Abschluss des Fachwirts für Wirtschaft beide Bereiche verbinden.

„Die dadurch erworbene Fachkompetenz geben mir das Rüstzeug an die Hand, Menschen noch professioneller in herausfordernden Situationen zu unterstützen“, verspricht sich Moller von Lossow, die im April mit Ehemann Roland und ihren beiden Kindern ins Elternhaus der Schwiegereltern von Weiden nach Speichersdorf gezogen ist, vom Fernstudium. An dessen Ende wird ihr neben dem Bachelor of Art auch der Titel „Staatlich anerkannte Sozialarbeiterin bzw. Sozialpädagogin“ verliehen.

Doch erst einmal ist im sechsten Semester die Bachelor-Arbeit angesagt. Die Entwicklung um den Covid-19-Virus hat sie dabei so bewegt, dass sie sich vor gut zwei Monaten spontan entschieden hat, sich dafür mit einem thematischen Aspekt der aktuellen Corona-Krise auseinanderzusetzen und einen Beitrag zu ihrer Bewältigung zu leisten. „Die individuelle Wahrnehmung der Vulnerabilität in Krisensituationen während Spätadoleszenz und jungem Erwachsenenalter – Darstellung der Einflussfaktoren am Beispiel der Pandemien Schweinegrippe und Covid 19“ zu erforschen, hat sie sich zur Aufgabe gestellt.

In einem Exposé, mit dem sie das Thema skizziert, musste sie sich bereits auf das Forschungsdesign und damit auf die Methoden, die sie anwendet, festlegen. Für ihr Umfrage entwickelte sie einen Fragenkatalog zur Wahrnehmung der Corona-Pandemie. Dieser steht online (https://www.umfrageonline.com/s/15bd468) auf einer studieninternen Plattform und wurde über verschiedene Social-Media-Kanäle im Umlauf gebracht. „Je mehr Teilnehmer, desto repräsentativer die Ergebnisse“, bringt die Speichersdorferin die Qualität einer Studie auf eine einfache Gleichung. 500, besser 1000 Befragte wünscht sich Moller-von Lossow. Erst dann gelte in der Fachwelt eine Umfrage als repräsentativ.

Noch heute, Dienstag, können Interessierte teilnehmen. Nur sechs bis sieben Minuten sind notwendig, sich durch die 21 Fragen zu klicken. Die Zielgruppe sind alle volljährigen Personen in Deutschland. Dabei stehen mit den 18- bis 25-Jährigen und den 25 Jährigen und älter zwei Altersstufen im Fokus. Sie sollen ihre Gewohnheiten und Meinungen zum Umgang mit Corona sowie ihre Einschätzung aktuell bis maximal vier Wochen im Rückblick darstellen. Ein wesentlicher Baustein der Untersuchung ist nämlich der Umstand, dass die Unterschiede zwischen den Altersgruppen analysiert werden sollen.

„Ziel ist es“, so Moller von Lossow, „herauszufinden wie der Einzelne in seiner jeweilige Altersgruppe tatsächlich in der Wahrnehmung der Coronakrise tickt und sich fühlt.“ Welche Faktoren beeinflussen dessen Wahrnehmung tatsächlich? Die individuelle Befindlichkeit komme ihr in den sozialen Medien und Printmedien zu kurz, meint sie. Es gehe in der Altersgruppe der 18 bis 25-Jährigen immerhin um sieben Millionen Jugendlichen. Diese würden in der öffentlichen Wahrnehmung zu sehr pauschalisierend auf Schlauchboot- und Corona-Partys verkürzt. Und dass es ihnen egal sei, ob sie etwa ältere Menschen anstecken oder nicht. „Das stimmt schlichtweg nicht! Ich möchte herausfinden, was wirklich in den Köpfen der Einzelnen dieser Altersgruppe in Sachen Corona vorgeht.“

Hintergrund sei ihr Verständnis vom Berufsbild eines Sozialpädagogen, der gesellschaftlichen Entwicklungen und Beeinflussungen auf den Einzelnen kritisch und vorurteilsfrei zu hinterfragen und rechtzeitig darauf zu reagieren habe. Nicht auf den Mainstream komme es an, sondern auf die individuelle Verfasstheit des Einzelnen.

Deshalb wird unter anderem danach gefragt, wie oft und intensiv man sich mit Corona beschäftigt, welche Medien man dazu wie oft benutzt und wie sehr man ihnen vertraut.

Was die Bundesbürger von den Corona-Beschränkungen halten, lesen Sie hier

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An Daten zur Person selbst beschränkt sich die Online-Umfrage auf das Nötigste. Die Erhebung erfolgt anonym. Neben dem Geschlecht ist nur eine Angabe zum Bildungsabschluss und zur Berufssparte erwünscht. Bei der Wohnsituation wird unterschieden mit oder ohne Lebenspartner, alleine oder in einer WG oder zu Hause. Der ausgefüllte Fragebogen wird schließlich von Barbara Moller von Lossow anonym ausgewertet und anschließend vernichtet. Nur die Ergebnisse werden veröffentlicht.

Für die gesamte Arbeit mit statistischer und empirischer Auswertung und Forschung stehen ihr nur acht Wochen zur Verfügung. „Das ist hart, aber ich schaff das.“

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