12.04.2019 - 15:24 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Interkultureller Kochabend

In der Sprache Ewe im Süden von Togo heißt es Ayimolou und im Benin Watche, wenn Bohnen und Reis zusammen gekocht werden. Das lernten die Teilnehmer beim 61. Interkulturellen Kochabend in der Schulküche der Werner-Porsch-Schule.

Afrikanische Gerichte stehen beim 61. Interkulturellen Kochabend im Mittelpunkt.
von Autor HAIProfil

Einmal mehr machte das Projekt seinem Namen alle Ehre. Denn zu Gast waren nicht nur Dr. phil. Rafatou Tchagao aus Togo und Kamal Donko aus dem Benin. In der Runde interessierter Köchinnen mit dabei waren Frauen aus Deutschland, der Türkei, Russland, Spanien, Honduras, Polen, Togo, Benin, Marokko, Amerika. Die beiden Chefköche Tchagao und Donko haben sich während des Studiums in Köln an der Uni kennengelernt und sind seitdem befreundet. Tchagao lebt seit 2014 dank eines Stipendiums in der BRD. Sie hat im Januar 2018 in Köln ihr Germanistikstudium abgeschlossen. Die Liebe hat sie nach Bayreuth verschlagen. Derzeit ist sie als freie Deutschlehrerin bei verschiedenen Bildungsträgern im Einsatz. Dazu noch ehrenamtlich tätig in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Wilhelm-Busch-Strasse in Bayreuth und Mitglied im Integrationsbeirat. Kochen war schon immer ihr Hobby. Am liebsten für Freunde, und da natürlich auch am liebsten Nationalgerichte, erzählt sie. Donko kam 2014 in die BRD und studierte in Köln Politische Geographie. Aktuell promoviert er in Bayreuth. Er will nach seinem Studium wieder in sein Heimatland zurückgehen, da er Kinder in Benin hat und weil er sein Wissen in seinem Land einsetzen will.

Die Rezeptur sah dann zum Bohnen-Reis-Gericht eine von Gewürzen dominierte Tomatensauce und ebenfalls mit speziellen Gewürzen auf dem Backblech im Backofen zubereitete Hähnchenteile vor. Schon während des Kochens löcherten die Frauen ihre Chefköchinnen mit Fragen nach Land, Leute und Brauchtum. Um die eigentliche Esskultur ging es dann vor allem zu Tisch. Guten Appetit wünschte man sich in allen Sprachen, die im Raum vertreten waren. Eigentlich isst man im Benin und Togo das Essen mit den Fingern und nicht sitzend am Tisch. Man sitzt auf dem Boden auf Kissen. Das Essen steht in der Mitte und dann essen alle daraus. "Für uns vielleicht nicht so vorstellbar, aber in diesem Land ist das die Kultur", so Tchagao. Hier werde vor allem Respekt und Zusammenhalt gelebt. Der älteste sei der, der den meisten Respekt bekomme. Die Kinder seien dann am Schluss dran. Der Jüngste müsse dann abräumen und dürfe sich aber zusätzlich zum normalen gemeinsamen Essen an den Resten laben, ergänzte Donko. So ungewöhnlich der Abend war, so ungewöhnlich viele Fragen wurden gestellt, dass ein interessanter Abend ungewöhnlich spät endete.

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