Speichersdorf
10.06.2018 - 13:41 Uhr

Jugendtreff neu ausrichten

Mit der Neuorganisation des offenen Jugendtreffs wird die offene Jugendarbeit in der Gemeinde mit mehr Flexibilität, neuen Angeboten und zeitgerechten Ideen in neue Bahnen gelenkt.

Jugendtreff Koch, Arnold
Jugendtreff

(ak) Ein großes Lob zollte Bürgermeister Manfred Porsch in der Gemeinderatssitzung dem Caritasverein Bayreuth als Träger der offenen Jugendarbeit in der Gemeinde und Betreiber des Jugendtreffs in der Kemnather Straße. Dieser sei seit 15 Jahren ein zuverlässiger Partner bei der Integration und Förderung der Jugend. Ein neues Konzept solle den Wandel bei der Nutzung des Jugendtreffs und die offene Jugendarbeit unterstützen.

Jugendbeauftragter Christian Porsch (UBV) stellte dazu einen neuen Entwurf vor. Mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land werde seit 2003 Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren ein Treffpunkt geboten, um sie mit Aktionen in die Gemeinde zu integrieren. Diese reichten von Freizeitaktivitäten über Praktika bis zu beruflichen Bildungs- und Eingliederungsangeboten. Die nicht durch staatliche Zuschüsse gedeckten Kosten teilten sich Gemeinde und Caritas je zur Hälfte. Da inj jüngster Vergangenheit der Besuch durch die Zielgruppe stetig abgenommen habe, müsse das Gesamtkonzept der offenen Jugendarbeit überdacht werden, erklärte der Jugendbeauftragte.

Für eine Neuausrichtungen habe die Jugend bei der "Zukunftswerkstatt" Ende 2017 zahlreiche Anregungen und Hinweise geliefert. Zu den Vorschlägen gehörten unter anderem flexiblere statt feste Öffnungszeiten, neue Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten, Freizeitfahrten sowie lebenspraktische und außerschulische Lernangebote. Je nach Bedarf könnten unter Einbindung der örtlichen Vereine Referate, Ausflüge und Events monatlich oder wöchentlich stattfinden.

Mit der Caritas habe man sich auf ein Ende der starren Öffnungszeiten zum 31. Juni ausgesprochen. Für ein bedarfsorientiertes Angebot werde bei der Sommerdisco zum Ferienauftakt am 27. Juli eine Reflektionsrunde der Zukunftswerkstatt stattfinden. Der Redner empfahl, die im Haushalt der Kommune bereitgestellten Mittel nicht zu kürzen. Der bisherige Jugendtreff solle weiter als fester Veranstaltungsort für die offene Jugendarbeit Bestand haben, wobei einer gemeinsamen Nutzung mit anderen Institutionen nichts im Wege stehe. Dazu stehen auch weitere bisher ungenutzte Räume des bald barrierefreien und energetisch sanierten Gebäudes zur Verfügung.

Die Überlegungen gingen hin zu einer 450-Euro-Kraft, die die Organisation übernimmt, wobei ein Gemeindejugendpfleger mittelfristig diskutiert werden sollte, meinte Christian Porsch. Nach der Reflektionsrunde sollen die Vereine über die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt informiert werden. Er dankte allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern des Jugendtreffs, der Caritas und Zuwendungsgebern für die aktive, finanzielle und ideelle Unterstützung.

Das Gemeindeoberhaupt versprach, dass weiterhin im Haushalt 10 000 Euro für die offene Jugendarbeit bereitgestellt werden. In der Aussprache kam der Vorschlag, dass Schlaganfallgruppe und Volkshochschule den Jugendtreff während des Umbaus der Festhalle zu nutzen. Vor diesem Hintergrund sollte auch der angedachte Mehrgenerationenspielplatz als Beschäftigungsmöglichkeit mit bedacht werden. Der Gemeinderat war einhellig für den Fortbestand der offenen Jugendarbeit samt -treff. Der Lenkungsausschuss und das Sozialraumteam werden sich mit der Caritas und der Jugendhilfe des Landkreises um die Neuausrichtung kümmern.




Christian Porsch Koch, Arnold
Christian Porsch
Christian Porsch Koch, Arnold
Christian Porsch
Jugendtreff Koch, Arnold
Jugendtreff
Info:

Wie Bürgermeister Manfred Porsch mitteilte, weist die Jahresabrechnung der Musikschule im Fichtelgebirgsverein Speichersdorf Ausgaben in Höhe von 98294 Euro und 93821 Euro an Einnahmen aus. Die zu viel entrichteten 4473 Euro werden der Gemeinde zurückerstattet. Damit hat die Kommune die Musikschule in 2017 mit 20527 Euro mitfinanziert. Die Verwaltung wies darauf hin, dass im Vorjahr keine Heizungskosten verbucht worden seien, 2018 sei mit einer entsprechend höheren Kostenbeteiligung zu rechnen.

Porsch dankte Jakob Lehner aus Plössen, der sich bereit erklärt hat, einen Defibrillator zu spenden. Als Standort ist der Außenbereich des Gemeinschaftshauses angedacht. Wie bei den anderen Geräten übernimmt die Gemeinde den Unterhalt.

Franc Dierl (CSU) wies auf die hohen Kfz-Geschwindigkeiten in der Bahnhofstraße auf Höhe der Eisdiele und des Bahnhofsgeländes hin. Besonders dieser Bereich werde von Fußgängern, Kindern, Schulkindern und Bahnreisenden stark frequentiert. Er schlug vor, neben der Geschwindigkeitsmessanlage eine Tempo-30-Begrenzung einzurichten. Porsch sagte ein Gespräch mit der Polizei zu. (ak)

 
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