Am Donnerstagnachmittag füllten 300 Besucherinnen und Besucher die Sportarena. Hauptsächlich Senioren zeigten ihr großes Interesse, sich mit der Präventionsveranstaltung „Ned mit mir“ über den Themenbereich Trickbetrug und -diebstahl informieren zu lassen.
Der Auftritt von Kabarettist Tom Bauer und Kripobeamtin Anja Füßmann thematisierte das Thema "Trickbetrug" auf pointierte Weise in einem Präventionstheater. „Dass wir nicht auf solche Betrugstricks reinfallen und uns nicht übers Ohr hauen, uns sensibilisieren lassen, das ist das Ziel dieses Auftritts“, verdeutlichte Bürgermeister Christian Porsch.
Los ging es mit dem Anruf einer vermeintlichen Polizistin, die den Hausbesitzer vor einem Einbruch in seiner Straße und auch bald bei ihm warnte. Zu dem Betrugsbeispiel aus dem Bereich „Callcenterbetrug“ klärte die Kripobeamtin auf. Meist werde aus dem Ausland mit der Anzeige einer deutschen Telefonnummer angerufen, die Angerufenen würden auf eine falsche Fährte gelockt. „Einfach auflegen und bei der Polizei anrufen“, riet Füßmann. Die meisten Betrugsmaschen blieben zwar im Versuch stecken, viele würden jedoch nicht angezeigt. Bauer intonierte dazu das Lied „Einfach Hörer einhänga“ und forderte den Saal zum Mitschunkeln auf.
Beim nächsten Betrugstrick besuchte Füßmann als Mitarbeiterin der Lottozentrale Nichtlottospieler Tom als Gewinner einer Sonderziehung. Seinen Gewinn bekam er nur nach einer Bezahlung – der Geldkoffer war allerdings leer. Falsche Gewinnversprechen oder angebliche Erbschaft „mit steter Vorkasse“ gehörten zu Trickvarianten. Weitere Spielarten des Trickbetrugs seien beispielsweise der Bankmitarbeiter, der eine Restrukturierung des Ersparten verspricht, und der Wunderheiler. Porsch mimte einen Hausbewohner, der mit Tricks um seinen Geldbeutel gebracht wurde. „Lassen Sie sich nicht täuschen", rieten Bauer und die Kripo-Beamtin bei vermeintlichen Haustürgeschäften. „I mach' ned auf, I lass' ned nei“ war der musikalische Rat des Kabarettisten. Mit einem Besucher zeigten die Protagonisten, wie Supermarktdiebe agieren. Füßmann riet, Handys oder Geldbeutel nicht in Gesäßtaschen und locker sitzenden Jacken zu tragen sowie Taschen nicht im Einkaufswagen zu belassen.
Mit dem Abspielen mehrerer Original-Schockanrufe wurden die Besucher mit dem Thema Enkeltrick konfrontiert. „Eine wildfremde Person ruft an, heult und spricht Sie mit ‚Mama‘ oder ‚Papa‘ an. Die Betrüger wissen, dass solche Anrufe einen schocken und schnelles Helfen leichter fällt“, berichtete Füßmann. Ruhig bleiben, auflegen, den Angehörigen selbst mit der bekannten Telefonnummer anrufen, Anruf bei Bekannten und Verwandten zur Unterstützung waren ihre Ratschläge. „Deshalb müssen wir zusammenhalten und uns gegenseitig helfen“, schloss die Kripobeamtin. Als Zusammenfassung der Trickbetrugsthematik sang Bauer mit den Besuchen „Ned mit mir, mir ham eich durchschaut“.
Der Dank des Bürgermeisters galt Seniorenbeauftragter Margit Kaiser, die mit ihrem Team für die Verpflegung gesorgt hatte. Veranstalter waren das Landratsamt Bayreuth und die Gemeinde, unterstützt von der Polizeiinspektion Bayreuth-Land und der Kripo Oberfranken sowie der Adalbert-Raps-Stiftung.













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