Speichersdorf.(ak) Der Gemeinderat beriet in seiner Junisitzung über die Bedarfsfeststellung und Anerkennung der Notwendigkeit zur Schaffung von weiteren Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen. "Im letzten Kindergartenjahr haben wir eine weitere Notgruppe im Kindergarten Sankt Franziskus eröffnet, um der Nachfrage nach weiteren Plätzen gerecht zu werden. Und der Bedarf steigt weiter, wir müssen reagieren", betonte Bürgermeister Manfred Porsch.
Im nächsten Kindergartenjahr sei mit erheblichen Mehrbedarf an Plätzen in den kirchlichen Kindergärten und Krippen zu rechnen. Zehn Mädchen und Buben seien bereits vom Schuleintritt zurückgestellt worden, weshalb ein deutlicher Schub zu erwarten sei.
Alle vier Kindergärten in der Gemeinde sind nahezu ausgebucht. Mit der Einführung der Inklusion in den Kindertagesstätten erwächst den Kommunen ein weit höherer Betreuungsbedarf. Die Gemeinde hat deshalb die Daten für die gesetzlich vorgeschriebene Bedarfsplanung erhoben und mit der Regierung von Oberfranken analysiert.
Zuzug junger Familien
In den Kinderbetreuungseinrichtungen sind derzeit 150 Kindergartenplätze in sechs Gruppen und 48 Kinderkrippenplätze in 4 Gruppen vorhanden und staatlich anerkannt. Diese verteilen sich wie folgt: Kindergarten "Krabbelkiste" (Breslauer Straße 12) mit 26 Kindergarten- und 13 Krippenplätzen; Kindergarten "Lebendiges Lernen" (Birkenweg) mit 53 Kindergarten- (2 Gruppen) und 13 Krippenplätzen; Kindergarten "Sankt Franziskus" (Neustädter Straße 17) mit 53 und 13 (Notgruppe) Kindergarten- sowie 13 Krippenplätzen; Kindergarten "Santa Maria" (Kolpingstraße 12) mit 28 Kindergarten- und 12 Krippenplätzen.
Porsch verdeutlichte, dass die 51 vorhandenen Krippenplätze voll besetzt sind und sicher mit steigendem Bedarf gerechnet werden muss. Sofern in 2019 noch - wie durch die Baulandpolitik erwartet - weitere Zuzüge junger Familien erfolgen, kann der Bedarf mit den vorhandenen Kapazitäten nicht gedeckt werden. Es zeichnet sich bereits ab, dass der Bedarf von 50 Prozent der im Alter von 1 bis 3 Jahren zu betreuenden Kinder über 70 Prozent steigen wird. Die Zahlen zeigen, dass im Kindergartenbereich im Jahr 2018/2019 alle Plätze belegt sind.
Für 2019/2020 wären nach dem aktuellen Stand 28 Plätze frei und ausreichend. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Belegung bei bis zu 100 Prozent und mehr liegt und nur zeitweise tragbar ist. Für 2018/2019 wurden deshalb Kindern von US-Familien keine Betreuungsplätze mehr zugesagt. Im Kindergarten Sankt Franziskus belegt die Notgruppe derzeit den Turnraum; über eine Ausweichlösung für Turnstunden muss nachgedacht werden.
In einem Gespräch mit der Regierung wurde deutlich, dass für sogenannte Integrativkinder ein zwei bis dreifacher Bedarf an Betreuung und Plätzen notwendig ist, um eine bestmögliche Betreuung zu gewährleisten. Derzeit beträgt die maximale Belegung im Kindergarten 25 und in der Kinderkrippe 12 Mädchen und Buben. Eine zeitweise Überbelegung ist möglich. In der Gemeinde besuchen derzeit 6 bis 8 Integrativkinder die Kindergärten. Alleine dafür müssten 16 bis 24 Plätze vorgehalten werden. Zudem rät die Regierung, hinsichtlich des ab 2025 entstehenden Rechtsanspruches zu Mittagsbetreuung von Schulkindern vorausschauend zu planen.
Auch sollen die Gruppen nicht bis zum letzten Platz belegt, sondern der Mehrbedarf für sogenannte Integrativkinder mit berücksichtigt werden. Sie signalisierte, dass man hinter Erweiterungsbauten der Kindergärten und staatlicher Förderung für Investitionen steht. Porsch meinte, dass der derzeitige Fördersatz von 90 Prozent genutzt werden müsse, um den aktuellen und künftigen Bedarf abzudecken. Der nächste Schritt sei, mit den Trägern der Einrichtungen über Erweiterungen zu sprechen. Aufgrund der vorliegenden Bedarfsermittlung stellte der Gemeinderat einstimmig fest, dass für das Kindergartenjahr 2019/2020 weitere 12 Krippen- und 25 Kindergartenplätze notwendig sind, um den Betreuungsbedarf zu decken. Der entsprechende Antrag auf Kapazitätserweiterung muss bis zum 31. August 2019 gestellt werden. Die Verwaltung soll mit den Einrichtungsträgern mögliche Erweiterungsbauten besprechen.
Porsch ergänzte auf Nachfrage, dass Erweiterungsmöglichkeiten in den Kindergärten Sankt Franziskus und "Lebendiges Lernen" bestehen, wobei bei Letzteren ein Grunderwerb notwendig wäre. Der Gemeinderat war sich einig, dass zum Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 Räume für eine weitere Gruppe zur Verfügung stehen müssen. Notfalls soll dafür eine Containerlösung ins Auge gefasst werden.














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