21.05.2021 - 16:36 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Kita-Plätze in Speichersdorf weiter stark nachgefragt

Trotz laufender Erweiterung der Kinderbetreuungsstätten muss die Gemeinde Speichersdorf dem ständig wachsenden Bedarf weiter gerecht werden. Dazu soll das alte Kirchenlaibacher Schulgebäude dienen.

Der Kindergartenanbau St. Franziskus wurde erst im Herbst vergangenen Jahres eingeweiht. Trotzdem ist man wieder auf die Containerlösung als Übergang angewiesen.
von Arnold KochProfil

Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Vollzug des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes und stellte für seine Kindertagesstätten den gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen fest. Es wird daher beantragt hierfür den Bedarf von weiteren Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen staatlicherseits anzuerkennen.

Gruppe weicht in Container aus

Erster Bürgermeister Christian Porsch berichtete, dass die Kindergartenanmeldungen für das Jahr 2021/2022 abgeschlossen seien. Im Kindergarten St. Franziskus wird zum wiederholten Mal eine Notgruppe trotz neuer Räumlichkeiten in den vorhandenen Containern eingerichtet. "Nachdem nun auch in diesem Jahr die Anmeldungen alle Erwartungen übertroffen haben und auch die Container im Kindergarten Birkenweg ab Januar 2022 für eine weitere Gruppe genutzt werden müssen, muss eine erneute durch das Bayerische Kindergartengesetz vorgeschriebene Bedarfsplanung der Kindergärten durchgeführt werden", erläuterte Porsch.

In der Gemeinde sind derzeit 175 Kindergartenplätze in sieben Gruppen und 60 Kinderkrippenplätze in fünf Gruppen vorhanden. Die Kinderkrippenplätze sind mit 63 Plätzen überbelegt. Einige Eltern haben ihre Anmeldung zurückgenommen, da die Kinder nicht in den Wunschkindergarten aufgenommen werden konnten. Andere Kinder sind mit zwei bis zweieinhalb Jahren bereits in Kindergartengruppen aufgenommen worden, was bei der Größe der Kindergartengruppe pädagogisch gesehen eine Ausnahme bleiben sollte. Die Geburten in der Gemeinde Speichersdorf sind entgegen dem deutschlandweiten Trend in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Im Bereich der Kinderkrippe werden derzeit rund 80 Prozent der Kinder im Alter von ein bis zwei Jahre angemeldet. Durch die Ausweisung von Baugebieten in den kommenden Jahren, wird der Bedarf an Kinderkrippenplätzen erheblich steigen.

Alte Schule soll Kita werden

Porsch erinnerte an die Ratsentscheidung, dass das bisher durch die nach Bayreuth verlagerte SVE-Einrichtung genutzte alte Schulgebäude zu einer Kita-Stätte umgebaut werden soll. Durch diese bereits beschlossene neue Einrichtung muss nun in einem nächsten Schritt der Bedarf festgestellt und anerkannt werden. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt Bayreuth würden sich aufgrund der Räume Mischgruppen gut eignen. Eine Mischgruppe besteht aus sechs Krippenplätzen und zwölf Kindergartenplätzen. Wenn zwei solcher Gruppen anerkannt werden, wäre die Gemeinde in der Gestaltung flexibel. Die zwei Mischgruppen sollen dem Kindergarten Krabbelkiste unter dessen Leitung zugeordnet werden. Die zwei Gruppen würden als Außenstelle zum Kindergarten Breslauer Straße anerkannt.

„Nachdem die Anmeldungen alle Erwartungen übertroffen haben und auch die Container im Kindergarten Birkenweg ab Januar 2022 für eine weitere Gruppe genutzt werden müssen, muss eine erneute Bedarfsplanung der Kindergärten durchgeführt werden.“

Christian Porsch, Erster Bürgermeister der Gemeinde Speichersdorf

Aufgrund der durchgeführten Bedarfsplanung 2021 für die Kindergärten in der Gemeinde werden ab dem Kindergartenjahr 2021/2022 zusätzlich 12 Kinderkrippenplätze und 24 Kindergartenplätze als bedarfsnotwendig anerkannt. Damit verfügt der Kindergarten St. Franziskus über 75 Regelplätze, 12 Kinderkrippenplätze; der Kindergarten Santa Maria über 25 Regelplätze, 12 Kinderkrippenplätze; der Kindergarten Birkenweg, 50 Regelplätze, 24 Kinderkrippenplätze und der Kindergarten Krabbelkiste 49 Regelplätze und 24 Kinderkrippenplätze. Der Beschluss dazu war einstimmig. Zum Umbau des alten Schulgebäudes in der Bayreuther Straße 35 wurden nach den Worten des Bürgermeisters einige vorbereitende Gespräche mit der Aufsichtsbehörde geführt. Diese sieht erhebliche Probleme in der geplanten Doppelnutzung als Kindertagesstätte und Versammlungsstätte für den Feuerwehr- und Kriegerverein. "Wir müssten mit der Doppelnutzung sehr viele Kompromisse eingehen, die auf Dauer zu einer breiten Unzufriedenheit führen werden", sagt Porsch.

Versammlungsgebäude als Ersatz

Im Gespräch mit beiden Vereinen stimmten die jeweiligen Vertreter einer alleinigen Nutzung dieses Gebäudes als Kindertagesstätte mit zwei Mischgruppen in den beiden Stockwerken zu. Als Ersatz würde ein über das ISEK-Programm gefördertes Versammlungsgebäude auf diesem Gelände gebaut werden. Erste Entwürfe werden derzeit gefertigt und sollen in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.

Gemeinderat Hans Schmid (FWG) zeigte sich überrascht, dass trotz einhelligem Beschluss zur gemeinsamen Nutzung des alten Schulhauses als Kita-Tages- und Versammlungsstätte eine andere Planung ohne weitere Beratung begonnen wird. Zudem stellte er die Frage nach Grundstücksflächen für ein zusätzliches Versammlungsgebäude und den notwendigen Spielplatz. Porsch ergänzte, dass die Fraktionsvorsitzenden über die Entwicklung informiert wurden und die Gemeinde unter Zeitdruck stehe. Falls bis zum 30. Juni der entsprechende Förderantrag nicht gestellt wird, verliere die Kommune diese Zuwendungen. Ein neues Vereinsheim wird sicher nicht vor 2024 gebaut werden können.

Die Gemeinde Speichersdorf hat in Ramlesreuth weitere Bauplätze ausgewiesen

Speichersdorf
Das alte Schulgebäude in Kirchenlaibach wird künftig nur dem Gemeindenachwuchs vorbehalten sein. Die darin untergebrachten Vereine bekommen ein neues Quartier.

 

 

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