09.11.2018 - 13:52 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Kläranlagensanierung: Als Einleiter beteiligt

Die Stadt Kemnath saniert und rüstet ihre Kläranlege auf. An der Maßnahme ist unter anderem die Gemeinde Speichersdorf finanziell beteiligt. Sie muss jedoch den geringsten Teil dafür aufbringen.

Aufgrund einer Zweckvereinbarung ist die Gemeinde Speichersdorf als Miteinleiter verpflichtet, sich an der Umrüstung der Kemnather Kläranlage zu beteiligen. Allerdings nur mit einem Bruchteil der Kosten.
von Arnold KochProfil

Die Gemeinde leitet das Abwasser aus den Ortsteilen Tauritzmühle, Haidenaab, Göppmannsbühl und Wirbenz in die Kläranlage der Stadt Kemnath ein. Dafür bestehen eine Zweckvereinbarung und Verpflichtung zur Kostenbeteiligung bei Investitionen.

Nach Mitteilung der Stadt Kemnath gibt es für ein geplantes Pilotprojekt Fördermittel aus dem Strukturfonds der Europäischen Union zur CO2-Einsparung. Es beinhaltet die Errichtung einer Flotation im Gesamtzustrom der Abwässer sowie die Schlammausfaulung zur Biogasgewinnung und Energieerzeugung in der Kemnather Kläranlage. Damit soll die Umstellung der Schlammstabilisierung auf anaerobe Schlammausfaulung erreicht werden.

Mit der Flotation anstelle der üblichen Vorklärung wird der besonderen Abwasserzusammensetzung durch biologische Belastung aus Betrieben Rechnung getragen. Der Flotat-Schlamm kann direkt der Faulung zugeführt werden. Er sorgt damit für den Großteil der Faulgasproduktion und für eine Entlastung der biologischen Reinigungsstufe, die durch die erforderliche Belüftung sehr energieaufwändig ist.

Durch die aus Faulgasen gewonnene Energie kann rund 75 Prozent des in der Kläranlage verbrauchten Stroms selbst gewonnen werden. Zudem wird die EMSR-Technologie (Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik) erneuert. Laut der Stadt Kemnath ist für das Bauvorhaben ein Zuschussantrag mit einem Fördersatz von 80 Prozent bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht worden.

Bürgermeister Manfred Porsch erklärte dem Gemeinderat, dass die Kommune sich gemäß der Zweckvereinbarung an Investitionen entsprechend der Einwohnerwerte beteiligt. Demnach seien die Stadt Kemnath mit 79,5 Prozent, die Gemeinden Kastl (4), Kulmain (7), Immenreuth (8) und Speichersdorf (1,5) kostenmäßig beteiligt. Mittlerweile habe die Regierung mitgeteilt, dass 75 Prozent der Gesamtkosten als förderfähig anerkannt und darauf eine 70-prozentige Förderung gewährt werden.

Daraus resultiert eine Gesamtförderung von rund 50 Prozent der auf fünf Millionen Euro geschätzten Sanierungsmaßnahme. Die Eigenanteile müssen aus allgemeinen Deckungsmitteln der beteiligten Kommunen bestritten werden. Für Speichersdorf bedeutet dies einen Gesamtkostenanteil in Höhe von 24 000 Euro und einen verbleibenden Eigenanteil von 14 000 Euro, die nicht in die Globalkalkulation eingestellt werden dürfen. Der dazu gefasste Beschluss war einstimmig.

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