19.02.2020 - 15:54 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Kulinarische Exkursion nach Syrien

Syrien ist nicht nur ein Land einer humanitären Katastrophe. Es ist ein Schmelztiegel an Sprachen und Dialekten, Religionen und Kulturen. Das zeigte sich beim 63. Kochabend der interkulturellen Kochgruppe in Speichersdorf.

Von Aya Al Ghazawi (vorne rechts) lernten die Teilnehmer unter anderen die Zubereitung von Hähnchen auf syrische Art.
von Autor HAIProfil

Dolores Longares-Bäumler vom Caritasverband Bayreuth hatte Aya Al Ghazawi aus Syrien für diesen Abend als Chefin in der Schulküche der Werner-Porsch-Schule gewinnen können.

Auch dieses Mal waren wieder Speichersdorfer Frauen aus aller Herren Länder gekommen, um die syrische Küche kennenzulernen sowie Infos über Land, Leute und deren Schicksal. Kartoffelsuppe und Hähnchen nach syrischer Art, Reis mit Erbsen, Hackfleisch und gerösteten Mandeln, Salat und gefüllte Weinblätter standen auf der Speisekarte. Die Familie der in Saudi Arabien geborene Al Ghazawi wollte zu Kriegsbeginn in Syrien bleiben. "Irgendwann wurde es einfach zu gefährlich." Zunächst war nur ihr Ehemann Al Hariri 2015 nach Deutschland gekommen. Als er wieder eine Arbeit gefunden hatte, beantragte er die Familienzusammenführung. 2016 kam dann die Erlaubnis. Eine Wohnung fand er zunächst in Creußen. Seit Anfang 2020 wohnt die siebenköpfige Familie in Speichersdorf. Der große Sohn (15) geht in Pegnitz in die Realschule, seine Schwester (13) dort aufs Gymnasium in Pegnitz. Der ausgebildete Apotheker Al Hariri macht zur Zeit ein Praktikum in Kulmbach als Apothekenhelfer. Al Ghazawi kümmert sich um die Kindern und den Haushalt. Auch sie spricht mittlerweile ganz gut deutsch.

Bei der Zubereitung der Speisen löcherten die Teilnehmerinnen die Syrerin mit Fragen zu Ess- und Lebensgewohnheiten in Syrien, aber auch zu ihrer arabischen Herkunft. Al Ghazawi ließ am Ende einer leckeren Tafel ihren Kolleginnen wissen, dass es ihr sehr gefallen habe, anderen die syrischen Küche zu zeigen. Nach vier Stunden interkulturellen Miteinanders war mit einem Satz von Longares-Bäumler alles gesagt: "Das tut der Integration gut, und genau so soll es sein!"

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