22.07.2019 - 15:07 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Mutig weiterrudern

Alle 18 Schüler haben den Mittelschulabschluss der neunten Klasse der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule Speichersdorf bestanden. 17 Jugendliche und eine externe Schülerin haben den "Quali" geschafft. Vier davon mit einem Einser-Schnitt.

Die Abschlussschüler 2019 der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule mit den Jahrgangsbesten Laura Leimann, Daniela Hufnagl, Kristin Opel und Svenja Schraml (vorne, Zweite, Vierte, Fünfte und Sechste von links). Allen gratulieren Klassenleiter Philipp Wisnewski, Elternbeiratsvorsitzende Heike Geier (hinten, Dritter und Vierte von links), Rektorin Hedwig Forster (vorne, Dritte von rechts), Konrektor Christian Hanauer (hinten rechts), Renate Schweingel, Horst Linhardt (vorne von rechts) sowie Bürgermeister Manfred Porsch und Berufseinstiegsbegleiterin Stefanie Semmelmann (hinten von links).
von Autor HAIProfil

Mit einem Notendurchschnitt von 1,3 haben Laura Leimann und Daniela Hufnagl, mit 1,5 Kristin Opel und mit 1,7 Svenja Schraml den Jahrgang der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule als Beste abgeschlossen. Auch Justin Benesch, Joachim Brehm, Patrick und Philipp Budakova, Mert Bulut, Cihan Dursun, Leon Kahlert, Felix Porsch, Alexander Semba, Andi Taller, Jolina Friedrich, Vanessa Gans, Daniela Hufnagel, Lena Kausler, Maike Kuhn, Laura Leimann, Kristin Opel, Saskia Preißinger, Svenja Schraml und Dilan Kahraman haben einen Ausbildungsplatz oder gehen auf eine weiterführende Schule.

Bestes gegeben

Die Entlassfeier mit ökumenischer Andacht und Feierstunde hatten sie unter dem Motto "Teamwork" gestellt. "Wir waren eine Klassengemeinschaft, die ihr Bestes gegeben und viel bewirkt hat", resümierte Klassensprecher Mert Bulut. Bei vielen Aktivitäten habe man gut zusammengehalten sowie -gearbeitet und dabei den Ruf der Schule verbessert. Neben den Lehrkräften und Eltern, Elternbeirat und Gemeinde galt sein Dank aber auch Gabi Kaussler von der Verwaltung, Jugendsozialarbeiterin Karina Ziegler, Berufseinstiegsbegleiterin Stefanie Semmelmann und Hausmeister Roland Steininger. Zudem hatten die Schüler ihre Klassenleiter in der ersten Klasse nicht vergessen und sich für deren fundamentalen Grundlagenarbeit bedankt: Renate Schweingel und Horst Linhardt.

Zuvor hatte der Chor der Klasse 4b unter Leitung von Martina Walter an der Gitarre die Andacht mit Pfarrer Sven Grillmeier und Religionspädagogin Stefani Hopp mit den Liedern "Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen!" und "Nimm dir Zeit, finde deinen Traum" musikalisch umrahmt. Mit "Maria Damour" und "My Heart will go gab Alexandra Kutepow am Klavier dem Festakt eine besonders feierlich Note. Es sei gute Tradition, so Grillmeier, mit einer der Andacht Gott zu danken, was wir im Schulleben erleben durften. Aber auch Gott zu bitten, weiterhin zu begleiten auf dem Lebensweg in so einem langen Leben. "Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück", zitierte der Geistliche Benjamin Britten.

Den Absolventen riet er, mutig weiter zu rudern - am besten im Team. Ein solche, bestehend aus Eltern, Freunden, Kirche, und allen ehemaligen Lehrern wünschte der Seelsorger den Jugendlichen. Dabei könnten sie auch darauf vertrauen, dass mit Gott und seiner Hilfe so manche Schwellen des Lebens überwunden werden können.

Uhren ticken jetzt anders

Die Zeit nach der Schule Hopp mit einer Uhr ohne Zeiger. Nach klar strukturierten Jahren der Schule würden die Uhren jetzt anders ticken. Es sei ungewiss, wann was passiere. Nur eines sei sicher: Es liege an jedem selbst, sich Zeit zu nehmen und die Zeiger in der Uhr liegen zu lassen, zu genießen, zu entdecken, hinzusehen - zu leben. Auch wenn es dabei nicht mal so laufe, die Schüler könnten auf Gott vertrauen.

Von all den Jahren vom ersten Schultag mit Schultüte bis heute mit dem Zeugnisbleibe mehr als Unterricht und Inhalte, meinte Rektorin Hedwig Forster. Durch Erziehung und Bildung seien Werte vermittelt worden und Prägungen für das Leben erfolgt. "Jeder nimmt ein gutes Stück davon mit."

"Ich wünsche euch einen Weg, den ihr gerne geht, dessen Steine ihr nicht spürt, der nicht endlos ist, auf dem ihr ein Ziel habt, das euch erfüllt - ich wünsche euch ein geiles Leben", sagte Elternbeiratsvorsitzende Heike Geier. Sie dankte für außergewöhnliches Engagement und Hilfsbereitschaft bei Veranstaltungen: "Ihr werdet ein riesiges Loch hinterlassen, wenn ihr geht." Als Zeichen des Dankes gab es eine riesige Tüte Naschereien.

Das Wissen der Schule werde zukunftsweisend und hilfreich sein, erklärte Bürgermeister Manfred Porsch. Die Schüler sollten dieses Rüstzeug nutzen, es vermehren und darauf das Haus des Lebens bauen. Er mahnte aber auch, den geraden Weg zu gehen und sich nicht verleiten zu lassen von den Irrungen und Wirrungen der Gegenwart. Einen Beruf zu erlernen, dafür seien die Chancen so gut wie noch nie. .

Die Abschlussschüler überraschten am Ende alle, die sie ab ihrer ersten Klasse begleitet haben, mit einer großen roten und weiße Rose sowie Sekt. Für den gemütlichen Teil hatten Projektgruppen der achten Klasse ein Fingerfood-Büfett gezaubert.

Hintergrund

Hintergrund:

Engagement einzigartig

Noch nie hat an der Werner-Porsch-Schule eine Abschlussfeier so lange gedauert. Noch nie hat ein Klassenleiter mit seinen Schülern im positiven wie im nachdenklichen Sinn so "abgerechnet". Nie zuvor haben sich so viele Schüler seit der siebten Klasse so verbessert. Jeder habe freiwillige Praktika gemacht und sich als Konfi-Teamer, Schulbusbegleiter und Schülerlotse engagiert, berichtete ein sichtlich beeindruckter Klassenleiter Philipp Wisnewski. "Dank der Bereitschaft konnten ungeheuer viele Projekte gemeinsam gemacht werden. Exemplarisch listete er die Schulpatenschaft mit den Erstklässlern und Schulfasching für die Grundschule auf. Fünf Mal sei die Cocktail-Bar organisiert worden. "Das war für mich wirklich beeindruckend."

Aufgrund der Zuverlässigkeit seiner Schüler konnten auch ein Zeltlager in Haidenaab, Ausflüge nach Nürnberg und Bayreuth, zahlreiche Frühstücke und die Abschlussfahrt nach Berlin unternommen werden. "Das alles hatten wir so noch nie." Strahlende Gesichter über die vergangenen drei Jahre "waren für mich immer das äußere Zeichen, dass es ihnen Spaß gemacht hat". Dies belegte Wisnewskis Bilderpräsentation. Unter dem Titel "Das Ende einer langen Reise" und unterlegt mit dem Popsong "So wie jetzt wird's nie wieder sein" ließ der Pädagoge in einem 30-minütigem Zeitraffer unvergessliche Momente Revue passieren.

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