Die Bürgerstiftung Lebensfreude hatte zum Jahresbeginn Freunde des Humors zu einem Abend in Gedenken an das Multitalent Heinz Erhardt eingeladen. Die Schauspieler Michael Ophelders und Ulli Forster am Piano nahmen die Gäste in der ausverkauften Sportarena mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Der Mime stellte sich dabei als Professor Busch vor, der seinen Studenten das Leben des Heinz Erhardt vorstellte und dabei unzählige Gedichte und Lieder des facettenreichen Entertainers einbrachte. Das Publikum hing dem Künstler an den Lippen und applaudierte begeistert nach jedem Vortrag, wenngleich es sich zu Beginn noch nicht traute, die Lieder mitzusingen.
Ophelders mimte mal den Professor oder schlüpfte gekonnt in die Rolle des Heinz Erhardt. Man glaubte wirklich, den Komödianten aus den 1960er Jahren vor sich zu sehen. Dem Darsteller gelang es, originalgetreu die Körperhaltung, den Augenaufschlag, die Kopfhaltung und den Wortwitz des Fernseh- und Filmstars zu imitieren. Aber auch in Sachen Wortakrobatik mit bewusst an den falschen Stellen gesetzten Pausen oder verdrehten Silben und Worten im Satz stand der Künstler dem Original in nichts nach.
Das Publikum brauchte auch nicht lange auf die ersten Klassiker zu warten. „Drei Mann in einem Boot“ – ein Lied aus dem gleichnamigen Film mit Heinz Erhardt, Walter Giller und Hans-Joachim Kulenkampff brachte schon nach den ersten fünf Minuten eine fröhliche Stimmung in den Saal. Auch Aussagen wie „Die Brille trage ich auch nachts, dann seh ich besser, was ich träume!“ strapazierte die Lachmuskeln.
Man erfuhr, dass Erhardt abwechselnd bei seinem Vater in Berlin, bei seiner Mutter in St. Petersburg und bei seinen Großeltern in Riga aufwuchs. Später lebte er einige Zeit in Leipzig. Ophelders, virtuos unterstützt von Ulli Forster am Piano, gelang es mühelos, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Dessen „Mitarbeit“ sorgte regelmäßig fürs „Überspringen ganzer Semester“ und schien Ophelders regelrecht zu beflügeln, was sich in einer sehr langen Zugabe mit dem Gedicht „Die Made“ und dem Lied „Wenn ich einmal traurig bin“ zeigte.
Ein Highlight neben den vielen gekonnt vorgetragenen Gedichten war das Wackellied. Mit Begeisterung lernte das Publikum den Text, konnte aber mit der Geschwindigkeit von Ophelders nicht mithalten. Es war den Versen deutlich anzumerken, dass Heinz Erhardt sich viele Gedanken über ganz alltägliche Beobachtungen gemacht oder manche Redewendungen wörtlich und somit aufs Korn genommen hat: „Der Löwe hat 'ne Mähne und weiter vorne Zähne, jedoch bei der Fr. Sanders ist das vollkommen anders. Die hat, man siehts beim Gähnen, die Mähne auf den Zähnen.“
Auch das Leben des Ritters Fips brachte Ophelders zu Gehör und ließ das Publikum mitreimen. Schließlich durfte Finn aus dem Publikum auf die Bühne kommen, reimen helfen und sein Lieblingsgedicht über die Ritterschaft vortragen. Ein Ohrenschmaus war es, als Ophelders selbst zum Instrument griff und auf seiner Klarinette einige Melodien zu Gehör brachte. Den stehenden Applaus hatten sich die beiden Künstler redlich verdient.
Der nächste Höhepunkt in Speichersdorf folgt am 27. Februar 2026. Die gefeierte Kabarettistin Martina Schwarzmann kommt dann in die Sportarena.
















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