18.02.2019 - 17:02 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Sänger gehen neue Wege

Mit dem Stabwechsel von Chorleiter Alfred Malzer zu Heinz Schmidt machten die Musikfreunde 2016 den ersten Schritt zur Zukunftssicherung des Chores. Den Sänger, Musiker und Dirigenten zeichnen neue Ideen und Gestaltungswillen aus.

Chorleiter Heinz Schmidt hat schon viel Neues angestoßen. Weitere Veränderungen sollen folgen.
von Autor HAIProfil

Vor allem Heins Schmidts Innovationen im Bereich Kooperationen, Projekte und Liedgut machen sich bezahlt. Projekt- und Gemeinschaftschöre sowie offenes Singen eröffnen neue Gestaltungsmöglichkeiten. So trägt die Zusammenarbeit mit dem Männergesangverein Kulmianer aus Neustadt am Kulm und dem Gesangverein Trabitz erste Früchte. In der Jahreshauptversammlung der Musikfreunde stimmte Schmidt die Mitglieder auf weitere neue Wege ein.

"Überzeugend und gut gelungen", wertete der 58-Jährige nach zwei Proben im Speichersdorfer Schützenhaus und evangelischen Gemeindehaus in Neustadt am Kulm die Premiere des für den ökumenischen Pfingstgottesdienst gebildeten Projektchors aus Musikfreunden, Kulmianern und Gesangverein Trabitz. Vor allem für die Männerchöre war bei Liedern wie "Schenk der Seele einen Sonntag" sowie "Amazing Grace" die Umstellung auf ein gemischtes Ensemble eine Herausforderung. Sei der erste Tenor gewöhnt, die Singstimme zu singen, habe er jetzt nur Begleitfunktion, weil die führenden Stimmen vom Sopran gesungen werden, erklärte der Leiter.

Nicht jeder Auftritt sei für die Sänger in der neuen Zusammensetzung gleich. Beim Auftritt in Eschendorf sei das gemeinsame Singen nicht ganz optimal gewesen, resümierte Schmidt. Anders hingegen bei der Seniorenweihnachtsfeier in der Sportarena, wo alles "glänzend geklappt" habe. Schmidt möchte deshalb noch mehr Wert auf das Einsingen und das Sammeln der Konzentration vor einem Konzert zu legen.

Spiritus rector ist er auch bei den "Singen für jedermann am Rathausbrunnen". Nach dem Auftakt mit 80 Teilnehmern auf dem Rathausplatz vor zwei Jahren war es wohl dem ungemütlichem Wetter geschuldet, dass sich im Juni, Juli und August weniger Interessierte einfanden. Es solle zwar eine Fortsetzung geben, aber auch die Überlegungen, ein Jahr auszusetzen, um es wieder attraktiver zu gestalten, meinte Schmidt.

Als nächstes Event steht im Mai das Gruppenkonzert in Nagel auf dem Programm. Mit dem Kulmianern und den Trabitzer Sängern wird wieder ein Ausflug unternommen. Im Hinterkopf hat Schmidt auch hierfür bereits einen gemeinsamen Auftritt. Nach einem Jahr Pause visiert er zudem die Teilnahme am Adventskonzert der Musikschule des Fichtelgebirgsvereins in der Kirche in Kirchenlaibach an. Was das Liedgut betrifft, strebt er eine gesunde Mischung aus alt und neu an. "Wir werden unseren Notenschrank ausmisten und dabei bewährte Chorsätze aus der Vergangenheit auffrischen." Oft seien aber die alten Noten sehr anspruchsvoll und mit der jetzigen Besetzung nicht mehr singbar.

"Auch weiterhin werdet ihr mit Experimenten rechnen müssen", kündigte Schmidt an. Sei es, dass einmal im Freien geprobt, die Sitzordnung oder die gewohnte Stimme geändert werde. Ebenso möchte der Redner ein Musikinstrument mit einzubauen. "Vielleicht werden wir auch das eine oder andere Kirchenlied oder eine Singmesse einstudieren, obwohl wir kein Kirchenchor sind, und dabei mit Gesang und Orgel üben."

Zur Zukunftsfähigkeit eines Chores gehöre auch, sichtbar zu sein, meinte Schmidt. Jedes Mitglied solle Möglichkeiten suchen, wo der Chor gesehen und gehört werden könne. Seinerseits richtete er an die Gemeinde die Bitte: "Wenn der nächste Ehrenbürger oder die Ehrenbürgerin gekürt wird, wollen wir dabei sein!"

Schmidt wurde dabei nicht müde, die Werbetrommel für neue Sänger zu rühren, und nahm dafür seine Mitglieder mit in die Pflicht. Da ein Chor auch von der Geselligkeit lebe, regte er einen gemeinsamen Konzertbesuch an.

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