16.01.2019 - 15:53 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Bei "Senta" gut betreut

Ein Meilenstein bei der Betreuung von pflegedürftigen älteren Menschen ist gesetzt. Die Tagespflegestation des evangelischen Diakonievereins ist fertig.

von Arnold KochProfil

In der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres besichtigte das Gremium am Montagabend die neuen Räumlichkeiten der Tagespflege des evangelischen Diakonievereins mit dem neuen Namen "Senta". Der Vereinsvorsitzende Pfarrer Dirk Grafe und die Stationsleiterin Maria Reiß hießen die Ratsmitglieder willkommen.

Bürgermeister Manfred Porsch dankte für die Einladung zur Besichtigung vor der offiziellen Einweihung und Inbetriebnahme der neuen sozialen Betreuungseinrichtung. "Wir nehmen die Einladung des Diakonievereins und der die Baumaßnahme leitenden Architektin Simone Walter gerne an, um uns die neue Betreuungseinrichtung zeigen zu lassen, bevor diese am 20. Januar eingeweiht und zum 1. Februar in Betrieb gehen wird. Wir sind sehr neugierig auf das im letzten Halbjahr Geschaffene", erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Nach dem verspäteten Baubeginn war es nach seinen Worten kaum vorstellbar, dass in so kurzer Zeit alles rechtzeitig fertig wird. Er lobte die eingesetzten Firmen und die Architektin für die reibungslose Arbeit "Hand in Hand" und gratulierte dem Verein zum gelungenen Projekt.

"Herzlich willkommen in unseren neuen Räumen. Es wird in den nächsten Tagen noch etwas bunter und bis zur Inbetriebnahme wird die Einrichtung noch ergänzt. Aber wir freuen uns besonders für die Senioren über das gelungene Bauwerk", verdeutlichte Dirk Grafe. Architektin und Gemeinderätin Simone Walter berichtete, dass der Diakonieverein den nicht mehr zu Schulzwecken benötigten Seitentrakt der Schule samt Grundstück von der Gemeinde erworben hat.

Die Bauarbeiten begannen in den Pfingstferien 2018 und waren kurz vor Weihnachten fertig. Zu Jahresbeginn wurde ein Großteil der Möbel geliefert. "In den nächsten Tagen werden noch fehlende Leisten angebracht, gestrichen, ausgebessert und der Rest des Mobiliars eingerichtet", erzählte die Architektin.

Beim Gang durch die Räume erläuterte sie deren künftigen Zweck und angedachte Nutzung. Der Zugang von der Hauptstraße aus wurde samt Zufahrt und Parkplätzen neu angelegt. Das Treppenhaus nach oben wurde verschlossen und dient nur noch als Notausgang für den darüber liegenden Schulbereich im ersten Stock. Der Eingang führt vorbei an der Diakoniestation in den Gang-, Garderoben- und Aufenthaltsbereich. Vor dort aus gelangt man zu den Aufenthalts- sowie Ess-, Küchen-, Beschäftigungs- und Ruheräumen samt Toiletten und Sanitäreinrichtungen. Am Flurende befindet sich das Büro der Stationskräfte. Die Küche ist zum Mitkochen und -backen mit den Betreuten eingerichtet.

Der helle, freundlich und modern eingerichtete Aufenthaltsraum ist in einen Ess- und Beschäftigungs- sowie in einen Wohnbereich behindertengerecht unterteilt. Sessel und Couches laden zum Fernsehen ein. Nebenan befindet sich der Ruhebereich mit vier Fernsehsesseln auf Rollen. Daran schließt sich ein Schlafraum an, in dem die Senioren einen Mittagsschlaf halten können. Der Sanitärbereich mit rollstuhlgerechten WC-, Dusch und Waschtischanlagen ist großzügig und funktionell gestaltet. Die Seniorenstation verfügt über einen Personalbereich mit Teeküche und Aufenthaltsraum.

Rund um "Senta":

Architektin Simone Walter und Stationsleiterin Maria Reiß erläuterten die Einzelheiten zur Maßnahme. Die Einrichtung ist derzeit für 18 Tagespflegeplätze ausgelegt. Es besteht die Möglichkeit, auf 25 zu erweitern. Künftig werden sich 10 Pflegekräfte in der Tagespflegestation in Teilzeit um pflegedürftige Senioren kümmern, die noch zu Hause leben.

Das Personal besteht hauptsächlich aus Pflegefach- und Hauswirtschaftskräften sowie Betreuungsassistenten. Die Plätze können tageweise gebucht werden. Schon 23 Personen haben sich für die Tagespflege angemeldet. Gerechnet wird mit bis zu 80 Betreuten im täglichen Wechsel. Derzeit befindet man sich in der Beratungsphase, um Interessierte und deren Angehörige über die Tagespflege, Möglichkeiten, Finanzierung und deren Modalitäten zu informieren.

Die Tagespflegestation ist von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Die Senioren werden zeitlich flexibel zum einen von den Angehörigen früh zur Station gebracht und wieder geholt. Es besteht die Möglichkeit, den vorgeschriebenen hauseigenen Hol- und Bringdienst durch eigenes Fahrpersonal und Fahrzeug zu nutzen. Gegen 8.30 Uhr beginnt das gemeinsame Frühstück. Die Senioren werden mittags verpflegt und erhalten nachmittags Kaffee und Kuchen. Zur Freizeitgestaltung gibt es viele Angebote: Spiele, Fernsehen, Singen, Spaziergänge, Basteln, Unterhaltung- und Bewegung. Die Station umfasst eine Gesamtfläche von rund 400 Quadratmeter.

Die gesamten Einrichtungskosten betrugen 998 000, die reinen Baukosten 830 000 Euro. Die Maßnahme wurde mit 300 000 Euro von der Deutschen Fernsehlotterie, mit 75 000 Euro vom Freistaat Bayern, mit 89 000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung und 90 000 Euro von der Gemeinde gefördert.

Einweihung mit kirchlichem Segen ist am Sonntag, 20. Januar, 14 Uhr. Die Bürger sind ab 15 Uhr zur Besichtigung der Tagespflegeeinrichtung eingeladen.

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