07.02.2020 - 13:32 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Singen nie als Pflicht ansehen

Die Musikfreunde Speichersdorf mit ihrem gemischten Chor stellten bei den Vorstandswahlen die Weichen für die Zukunft. 2021 kann der Verein sein 100-jähriges Bestehen feiern.

Gruppenvorsitzender Sigmar Bräutigam (links) und dritter Bürgermeister Dr. Wolfgang Hübner (stehend dritter von rechts) gratulierten der neuen Vorstandschaft der Musikfreunde Karin Brilla, Hermann Eisenhut und Centa Hößl (sitzend von links), mit Olga Michel, Gerhard Klein, Viola Eisenhut, Markus Frei, Olga Michel, Marianne Kellner, Marieluise Dietz, Elfriede Bauer und Chorleiter Heinz Schmidt (von links).
von Autor HAIProfil

21 Aktive und 17 Passive zählen aktuell die Musikfreunde, berichtete Schriftführerin Centa Hößl. Die Altersstruktur der Aktiven sei auf 68,15 Jahre leicht gesunken, ergänzte Vorsitzender Hermann Eisenhut. Zum Geburtstag von Marianne Kellner und Carola Frei sangen die Mitglieder ein Ständchen. In 27 Singstunden, darunter Proben mit anderen Chören, wurden neue Lieder eingeübt. Die Singproben sind immer am ersten und dritten Dienstag im Monat.

Hößl rief die Liedprogramme bei den Auftritten und Vereinsfeiern in Erinnerung und ließ Geburtstagsständchen Revue passieren. Neben der Mitgestaltung des Pfingstgottesdienstes, Volkstrauertags, der Seniorenweihnachtsfeier und dem Adventssingen wurde in einem Gemeinschaftschor der Liederabend zur Jubiläumsfeier 150 Jahre Kulmianer in Neustadt am Kulm und das geistliche Konzert der Sängergruppe Max Reger in Nagel mit der Chorgemeinschaft Trabitz/Neustadt am Kulm unterstützt.

Erfolgreiche Kooperation

Mit einem Dank an Siegmar Bräutigam für seine sorgfältige Arbeit als Gruppenvorsitzender erinnerte Eisenhut an die Gruppen- und Kreisversammlung. Der Geselligkeit dienten Dreikönigswanderung, Heringessen am Aschenmittwoch, Grillfest bei Gerhard Klein und Weihnachtsfeier. Ein Höhepunkt war der Ausflug mit dem Gesangsverein Trabitz und dem MGV Kulmianer zum Stausee Kriebstein, organisiert von Neustädtern.

Eisenhut gefallen die Proben im Freizeitgarten. Er wünschte sich auch die Fortsetzung des Freien Singens auf dem Rathausplatz. Der Ausflug mit den Freunden aus Neustadt, Trabitz und Burkhardsreuth organisieren heuer die Musikfreunde. Für das 100. Jubiläum erfolgen bald die ersten Planungen. Angedacht sei, mit einem kleinen Konzert in kleinem Rahmen zu feiern.

Von einem besonderen Spendenjahr berichtete Kassiererin Karin Brilla. Dank galt Heinz Schmidt, der den Chor ehrenamtlich leitet. Monika Fraunholz und Viola Eisenhut bestätigten korrekte Buchführung.

Über das qualitätsvolle Niveau und die erfolgreiche Kooperation mit den Nachbarchören freute sich Gruppenvorsitzender Sigmar Bräutigam. Er freute sich über die große Resonanz auf das Gruppenkonzert in der Kirche Nagel. Für die kommenden Jahre kündigte er einen zweijährigen Rhythmus an. Nicht ganz zufrieden zeigte sich Karin Brilla mit Ende und Ausklang des Konzerts. Als "ochsad" wertete sie, dass kein Dankeswort an die Chorleiter erfolgte und sich am Ende kein gemütliches Beisammensein anschloss. Für 17. Februar kündigte Bräutigam in Wirbenz die Gruppen-, für 7. März die Kreisversammlung in Grafenwöhr an.

Dritter Bürgermeister Wolfgang Hübner zollte dem Musikverein Respekt, Lob und Anerkennung für 100 Jahre Sangeskunst. Die Lebensleistung von Ehrenvorsitzendem Josef Mittelmeyer, Ehrenchorleiter Alfred Malzer sowie, stellvertretend für die aktiven Sänger, der Ehrenmitglieder Else Grüner (85) und Anni Hösl (93) sei Garant für den Fortbestand gewesen.

Aufgrund der Vielzahl der Chöre und der Instrumentalgruppen, der Musikschule und der Speichersdorfer Musikanten im Gemeindegebiet sollte künftig im Mitteilungsblatt der Gemeinde eine eigene Seite unter der Rubrik "Musik für Herz und Gemüt" gewidmet und gestaltet werden. Auch sollte vom Gemeinderat ein Musikbeauftragter als Moderator der vielfältigen musikalischen Szene der Großgemeinde bestellt werden. Er wünschte sich zudem die Ergänzung der musikalischen Früherziehung der Musikschule um die gesangliche Früherziehung der Kinder im Grundschulalter.

"Wir haben unsere Sache in diesem Jahr sehr gut gemacht", sagte Chorleiter Heinz Schmidt. Sein Dank galt den aktiven Sängern für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft. "Singen sollte nie als Pflicht betrachtet werden", meinte er. "Wir werden auch in 2020 sehr viel Spaß und Freude haben." Den Auftritt beim Pfingstgottesdienst am Schlittenberg mit den Männerchören aus Trabitz und Neustadt wertete er als überzeugend und gut gelungen. Bewegend und einer seiner musikalischen Höhepunkte im vergangenen Jahr sei auch das gemeinsame Singen in der Basilika Wechselburg beim Sommerausflug ins Erzgebirge mit dem Gesangsverein Trabitz und Neustadt gewesen. Bei der Jubiläumsfeier 150 Jahre Kulmianer habe der Chor ein gutes Bild abgegeben.

Zum Volkstrauertag war neues Liedgut erfolgreich einstudiert worden. Bei der Seniorenweihnachtsfeier habe man einen Volltreffer gelandet. Beim Adventskonzert in der katholischen Kirche Kirchenlaibach setzte man der Leistungsbilanz des Jahres mit drei a cappella vorgetragenen Liedsätzen die Krone auf.

Start der Proben

In die Proben steigen die Musikfreunde ein am Dienstag, 18. Februar. Im Blick auf das bevorstehende Jahr bereitete der Chorleiter seine Sänger auf neue musikalische Akzente vor. Als erstes werde sich an einen Chorsatz aus der Rhöner Alphornmesse gewagt. Schmidt dachte an eine Kooperation mit den Speichersdorfer Fichtenhornbläsern und benachbarten Kirchenchören. Die Sänger müssten auch mit Experimenten wie Proben im Freien und veränderte Sitzordnungen rechnen.

An Auftritten kündigte Schmidt die Teilnahme am Konzert des Nachbarchores Kulmianer zum Stadtjubiläum Neustadt am Kulms an. Er bedauerte, dass seitens der Gemeinde sein Vorschlag, bei besonderen Anlässen Chöre zur Mitgestaltung einzuladen, im Sande verlaufen sei.

Heinz Schmidt
Info:

Neuwahlen

Neben der Rückschau auf ein ereignisreiches Jahr und der Terminplanung 2020 wurde unter Leitung von Drittem Bürgermeister Wolfgang Hübner mit einigen Veränderungen der neuen Führungsmannschaft einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Hermann Eisenhut steht dabei auch die nächsten drei Jahre an der Spitze des Vereins der Musikfreunde. 2011 war er in die Fußstapfen von Josef Mittelmeyer und Sigmar Bräutigam getreten. Neben Gerhard Klein als gleichberechtigter Stellvertreter rückt für Wolfgang Köbel Markus Frei nach. Die Schriftführung liegt bei Centa Hößl, die Kassenführung bei Karin Brilla. Beide vertreten sich auch gegenseitig. Notenwarte sind Marianne Kellner und Viola Eisenhut. Die Kasse prüfen Marieluise Dietz und Alfred Malzer. Beisitzer sind Elfriede Bauer und Olga Michel. Chorleiter Heinz Schmidt ist kooptiertes, stimmberechtigtes Mitglied des Vorstands.

Zur Unterstützung der Chorleitung werden Markus Frei und Gerhard Klein in einem ersten Schritt den Chorleiterbasiskurs absolvieren. Besonderer Dank galt den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Wolfgang Köbel als Stellvertreter (9 Jahre), Notenwartin Else Grüner (48 Jahre), Josef Mittelmeyer und Monika Fraunholz als Kassenprüfer (25 Jahre). Fraunholz ist darüber hinaus 50 Jahre Vereinsmitglied, davon 45 Jahre aktive Sängerin.

Info:

Termine

Für 2020 kündigte Eisenhut das Aschermittwochsheringsessen Imhof (26. Februar, 19 Uhr, Landgasthof Imhof), gesangliche Gestaltung des ökumenischen Pfingstgottesdienstes (Samstag, 30. Mai), Grillfest bei Gerhard Klein (28. Juli), den Volkstrauertag (15. November), der Seniorenweihnacht (6. Dezember) und des Adventsmarkts/Adventskonzerts (12./13. Dezember) an.

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