Speichersdorf
06.06.2019 - 17:14 Uhr

So viel Zuschuss wie alle anderen zusammen

Die Gemeinde Speichersdorf unterstützt weiter die musikalische Ausbildung vor allem junger Bürger. Sie trägt das Defizit der staatlich anerkannten Musikschule des Fichtelgebirgsvereins 2018 und auch darüber hinaus.

Mit dem Bahnhofsgebäude bewirkt sich die Gemeinde Speichersdorf als Außenstelle des Landratsamtes Bayreuth. Allerdings haben auch andere Kommunen Interesse angemeldet. Bild: ak
Mit dem Bahnhofsgebäude bewirkt sich die Gemeinde Speichersdorf als Außenstelle des Landratsamtes Bayreuth. Allerdings haben auch andere Kommunen Interesse angemeldet.

Dies beschloss der Gemeinderat, aber mit dem Hinweis, dass dies die größte Vereinsförderung der Kommune ist und die Musikschule künftig verstärkt auf die Kosten und Einnahmenseite zu achten habe. Bürgermeister Manfred Porsch erläuterte die von einer Steuerkanzlei erstellte Jahresabrechnung. Demnach betragen die Einnahmen 95 127, die Ausgaben 98 654 Euro. Die Einnahmen verringerten sich gegenüber 2017 um 3,32 Prozent. Dies ist in niedrigeren Umsatzerlösen aus der Unterrichtsvergütung begründet. Die Ausgaben erhöhten sich um 5,15 Prozent. Sie beinhalten die Heizkosten der Jahre 2017 und 2018. Zudem erhöhte sich der Personalkostenaufwand um rund 2000 Euro. Porsch ergänzte, dass zum Defizit auch die gemeindliche Abschlagszahlung von 24 000 Euro hinzuzurechnen ist. Damit beträgt die Gesamtförderung der Gemeinde 27 527 Euro.

Porsch verdeutlichte, dass die Musikschule mehr finanzielle Zuwendungen erhält, als alle Vereine in der Kommune zusammen. Derzeit werden rund 150 Schüler unterrichtet. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, das errechnete Jahresdefizit 2018 zu tragen.

Zur Teilauslagerungvon Verwaltungsbereichen des Landratsamtes Bayreuth in eine Außenstelle fragte Hans Schmid (FW) an. Porsch berichtete, dass der Kreisbehörde mehrere Bewerbungen, unter anderem von Hollfeld, Bad Berneck, aber auch von Speichersdorf mit dem Bahnhofsgebäude vorliegen. Letzterer erfüllt nach eigener Meinung alle geforderten Kriterien. Das Personal der Kreisbehörde hat sich verständlicherweise gegen eine Auslagerung ausgesprochen. Die erforderliche Raumkapazität wurde von 35 auf 50 Büroräume angehoben. "Es ist im Kreistag noch keine Entscheidung gefallen. Wir werden sehen, wie argumentiert wird", meinte Porsch.

Claudia Fischer (SPD) wünschte sich einen behutsameren Umgang der Gemeindeverwaltung mit schriftlichen Forderungenan Bürger, um nicht "mit Kanonen auf Spatzen zu schießen". Das Gemeindeoberhaupt und Geschäftsleiter Thorsten Leusenrink erwiderten, dass die Verwaltung sehr wohl mit Augenmaß handle, allerdings stoße sie nicht immer auf eine verständnisvolle und kooperationsbereite Gegenseite. Der konkrete Hintergrund hier blieb unbekannt.

Zum Thema Sonstiges bedankte sich der Bürgermeister bei allen ehrenamtlichen Wahlhelfernund der Verwaltung für die reibungslose Abwicklung der Europawahl.

Jahresrechnung 2018 der Gemeinde:

Weniger Schulden

Gemeindeoberhaupt Manfred Porsch legte den Bericht von Kämmerin Michaela Hösl zur Jahresrechnung 2018 der Gemeinde vor. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 10 510 269, der Vermögenshaushalt mit 5 246 267 Euro ab. Die Kassenreste liegen im Verwaltungsetat bei 91 974, im Vermögensetat 42 699 Euro. Die Haushaltsreste betragen in den Einnahmen 1 223 750 und in den Ausgaben 1 162 100 Euro. Das Gesamtergebnis von 15 756 535 Euro lag 0,7 Prozent über dem Haushaltsansatz.

Wichtigste Einnahmen waren die Grund- (529 109 Euro), Gewerbe- (827 422) sowie Einkommensteuer (2 998 314), Schlüsselzuweisung (2 123 236), allgemeine Finanzzuweisung (103 601), Grunderwerbsteuer (46 401) sowie Kanal- (771 656) und Wassergebühren (540 849). Bei der Grund- und Gewerbesteuer zeigt sich ein leichter Anstieg. Die Einkommensteuer erreichte einen neuen Rekord. Die wichtigsten Ausgaben sind die Gewerbesteuer- (198 358 Euro), Kreisumlage (1 942 307), Personalkosten (1 760 618), Verwaltung und Betrieb (427 542), Zinsen (192 120), Tilgung (823 824) und Zuführung an den Vermögenshaushalt (2 249 215). Im Bereich der Abwasserbeseitigung ergab sich durch die Umstellung des Abrechnungszeitraumes eine Überdeckung vom 75 353 Euro. Bei der Wasserversorgung weist der Bayerische Kommunale Prüfungsverband für 2017 einen Verlust von 22 891 und einen aktuellen Jahresgewinn von 90 886 Euro aus. Bei der Friedhofsverwaltung steht ein Defizit von 6127 Euro.

Die freie Finanzspanne entwickelte sich 2018 mit 1 551 891 Euro weiter nach oben. Finanzschwerpunkte waren der Kauf eines Unimogs (220 004), Erschließung des Baugebietes Kirchenlaibach Nordwest (441 854), Abwasserbeseitigung Brüderes (96 728) und Erneuerung der Hauptwasserleitung zum Hochbehälter Warthübel (493 277). Der Schuldestand zum Jahresende 2018 betrug 7 727 095 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1341 Euro entspricht. An Zinsen musste die Kommune 192 120 Euro bezahlen.

Die aktuelle Rücklage beträgt 2 459 126 Euro. Der Gesamthaushalt wurde um 268 082 Euro außerplanmäßig überschritten. Das haushaltsrechtlich genehmigte Kreditvolumen von 1 039 950 Euro wurde nicht in Anspruch genommen. Aus gebildeten Haushaltsresten aus 2017 nahm die Kommune lediglich 302 000 Euro an Krediten auf, so dass bei einer Gesamttilgung von 823 824 Euro der Schuldenstand deutlich verringert werden konnte.

 
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