Speichersdorf
24.09.2026 - 17:05 Uhr

Speichersdorf startet Umsetzung des Projekts Lebendige Ortsmitte

Der Gemeinderat Speichersdorf treibt das Projekt "Lebendige Ortsmitte" voran. Die Zusammenarbeit mit der ILE verspricht zudem zusätzliche Fördermöglichkeiten für die Gemeindeentwicklung.

Der Gemeinderat Speichersdorf beschäftigte sich in seiner Sitzung mit dem Projekt „Lebendige Ortsmitte“. Die „Lebendige Ortsmitte“ bildet das von 2021 bis 2022 mit der Bürgerschaft erstellte zentrale Projekt des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK), das 2023 beschlossen wurde. „2024 fand erstmals ein Architektenwettbewerb statt, der vom Studio Polymorph aus Berlin gewonnen wurde. 2025 hat der Gemeinderat die Umsetzung der „Lebendigen Ortsmitte“ beschlossen und einen Förderantrag gestellt. Das Projekt umfasst drei Bauabschnitte mit 27.400 Quadratmeter Gesamtfläche“, erläuterte Bürgermeister Christian Porsch.

Im ersten Bauabschnitt sind die Neugestaltung des Zugangs zur Offenen Ganztagsschule (OGTS), die Bushaltestelle in der Hauptstraße sowie die Flächen zwischen dem Schützenheim und der Hauptstraße sowie östlich der Schulstraße mit einer Fläche von 5400 Quadratmetern enthalten. Als Bauzeitraum ist Juli 2027 vorgesehen, als Baukostenrahmen sind 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Drei Baubabschnitte

Im Bauabschnitt II sind weitere 8000 Quadratmeter im Bereich der westlichen Schulstraße mit urbanem Sportpark eingetaktet. Die Baukosten dafür betragen 2,15 Millionen Euro bei einer Bauzeit von 2027 bis Mitte 2028. Der dritte Bauabschnitt umfasst eine Fläche von 14.000 Quadratmetern südwestlich der Sportarena. Als Bauzeit ist der Zeitraum August 2028 bis Mai 2029 bei Baukosten von 2,05 Millionen Euro vorgesehen. Die Gesamtkosten liegen bei 5.479.740 Euro.

Im Frühjahr erhielt das Büro Studio Polymorph aus Berlin den Auftrag zur baulichen Umsetzung. „In Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken wurde uns eine Förderung von 80 Prozent in Aussicht gestellt. Wir haben die Chance, weitere 10 Prozent für Maßnahmen zur Klimaanpassung, zur Reduzierung der Flächenversiegelung und zum Schwammstadt-Prinzip zu erhalten. Die Planung ist mit der Förderstelle, der Lenkungsgruppe, dem Bauhof, der Verwaltung und den Planern abgestimmt. Ziel ist ein sicherer Schulweg“, erläuterte Porsch.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Umsetzung der Ausführungsplanung durch eine Ausschreibung für den Bauabschnitt I einschließlich der Parkflächen westlich der Sportarena mit Baukosten von rund 1,2 Millionen Euro. Zusätzlich fallen Kosten für die Lieferung und den Einbau der Mastleuchten samt Anlage der gebäudenahen Flächen entlang der Schulstraße an.

Arbeit der ILE

Der Gemeinderat samt seinen fünf Neumitgliedern ließ sich über die Arbeit der ILE, deren Organisation sowie Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten von ILE-Manager Tobias Hofmann informieren. In Bayern sind 134 Gemeinden in ILEs zusammengeschlossen. Zusammen mit weiteren vier Kommunen ist Speichersdorf Mitglied in der ILE Frankenpfalz mit Sitz in Weidenberg. Sie ist ein Verein und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken als Fördergeber. Instrumente sind Dorferneuerung, Flurneuordnung und Integrierte Ländliche Entwicklung.

„Die ILE ist eine Plattform für Austausch und Abstimmung der Mitglieder, bietet eine gemeinsame Außendarstellung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Entwicklung von Konzepten zur Nutzung der Förderprogramme“, erläuterte der ILE-Manager. Fördermöglichkeiten gibt es in den Programmen Hochwasserschutz, Initiative boden:ständig, Kernwegenetz (Zufahrt und Brücke Tauritzmühle), Vitalitätscheck in Einzelorten. Dazu gehört auch das beliebte Regionalbudget mit einem mit 50.000 Euro gefüllten Fördertopf, über den die ILE selbst entscheiden darf.

Viele geförderte Projekte

Aus Wettbewerbsteilnahmen erhielt die ILE seit ihrem 20-jährigen Bestehen 70.000 Preisgelder. In Kooperation mit anderen ILE-Regionen und Vereinen sind geförderte überregionale Projekte wie Wanderwege samt Beschilderung, Wanderfaltpläne und Lesepulttafeln möglich. Seit Einführung des ILE-Managements im Jahr 2016 erhielt die ILE dafür 560.000 Euro Förderung. Allein die Regionalbudgetmittel von 512.000 Euro gleichen diese Ausgaben nahezu aus.

Weitere 1,4 Millionen Euro flossen aus EU- und ALE-Töpfen über die ILE an die Kommunen. ALE-Förderungen für Dorferneuerungs- und Flächenneuordnungsverfahren kommen dazu. Die ILE-Unkosten in den letzten zehn Jahren übernahm das ALE zu 63 Prozent, den Rest zahlen die Mitgliedsgemeinden nach Einwohnerproporz. Speichersdorf zahlte seit 2016 rund 124.000 Euro Mitgliedsbeitrag und erhielt bereits 123.000 Euro über das Regionalbudget.

Rechenschaftsbericht

Dem Gremium lag der Rechenschaftsbericht zur Jahresrechnung 2025 zur Kenntnis vor. Das Haushaltsjahr schließt mit 14.900.402 Euro im Verwaltungs- und 9.254.938 Euro im Vermögenshaushalt ab. Die wachsende Einkommens- und die leicht gesunkene Gewerbesteuer sind die beiden Haupteinnahmequellen, die Hauptausgaben sind die Kreisumlage (3,44 Mio. Euro) und die Personalkosten (2,527 Mio. Euro) für die Gemeindekasse. Die Zuführung sinkt von 18,24 auf 15,13 Prozent (2,254 Mio. Euro) des Verwaltungshaushalts.

Die Abwasserbeseitigung wird zum 1. Januar neu festgesetzt. Die Schulden betrugen zum 31. Dezember 2025 6,523 Millionen Euro bei einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 1116 Euro. Der Gemeinderat übertrug die Prüfung des Abschlusses dem Rechnungsprüfungsausschuss.

Weiter Themen

Porsch gab bekannt, dass die für 180 Schüler ausgelegte OGTS-Betreuung bereits mit 147 Nutzern bebucht wurde. Die Gemeinde erhält für das aktuelle Schuljahr 223.000 Euro staatlichen Zuschuss und steuert selbst 77.000 Euro Eigenmittel bei.

Die durch die Firma Bauer zu erledigenden Restarbeiten der Tiefbaumaßnahme in Kirchenlaibach müssen weiter auf ihre Fertigstellung warten. Außerdem teilte Gemeinderätin Tanja Scherm mit, dass sie die Spenden anlässlich ihres 40. Geburtstages in Höhe von 1250 Euro der Einrichtung „First-Responder“ zur Verfügung gestellt habe. Gemeinderätin Annke Gräbner wies weiterhin darauf hin, dass die AOK-Sprechstunden wieder aufgenommen werden sollten. Porsch schloss die Aussprache dazu mit dem Hinweis ab, dass ab dem 1. Januar 2027 Kindergartengebühren erhoben würden, da der Freistaat die Kostenübernahme in Höhe von 100 Euro pro Kind und Monat gestrichen habe.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.