17.06.2020 - 16:48 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Wegen Corona Stille in der Großgemeinde Speichersdorf

Ob der Katholische Kirchenchor auch im Dezember 2020 das Adventskonzert der FGV-Musikschule gesanglich mitgestaltet, steht derzeit in den Sternen, so Chorleiter Lars Amann.
von Autor HAIProfil

Ob vokal oder instrumental - die gesamte musikalische Landschaft in der 5800 Einwohner zählenden Großgemeinde ächzt unter der Coronakrise. Dies umso mehr, da hier die Musikszene mit überdurchschnittlich vielen Chören, Instrumentalensembles, Musiklehrern, Bands und Alleinunterhaltern reichhaltig ist.

Allein sechs Chöre gibt es: Männergesangsverein 1854 und evangelischer Kirchenchor Wirbenz, Chor der Musikfreunde Kirchenlaibach und Speichersdorf, Thomas-Chor, Katholischer Kirchenchor Kirchenlaibach und Kids & More. Anlassbezogen bilden sich Projektchöre zum Weltgebetstag oder ökumenischen Pfingstgottesdienst. Darüber hinaus gibt es die Speichersdorfer Fichtenhornbläser und in den evangelischen Kirchengemeinden Wirbenz, Speichersdorf und Neustadt am Kulm/Frankenberg drei Posaunenchöre. Teil der FGV-Ortsgruppe sind die Musikschule und die Speichersdorfer Musikanten. Gehören die Lederhosenlackl und das Gipfel-Trio zu den regionalen Stimmungsbands sowie Karl Bäuml, Jonas Kauper und Heinz Schmidt zu den begehrten Alleinunterhaltern, so ist das Quartett Hämatom aus dem Ortsteil Brüderes zu den besten deutschen Metal-Bands avanciert.

Durch die Coronakrise liegt hier aber die Musikszene darnieder. Per Videochat, Whatsapp, E-Mail und Telefon wird Kontakt zu Sängern und Instrumentalisten, Schülern, Eltern und Fangemeinde gehalten, berichtet der Vorsitzende der Speichersdorfer Musikanten, Michael Höhne.

Proben waren bislang Fehlanzeige, ebenso Termine für Auftritte. Den Chorgesang hat es dabei am stärksten getroffen. Gerade beim Singen, so der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Prof. Lothar Wieler, würden Partikel mit enormer Wucht in die Luft geschleudert, umgekehrt durch das tiefe Einatmen auch viel mehr Partikel "eingesaugt".

"Wir harren der Dinge auf bessere Zeiten", sagt Heinz Schmidt, Chorleiter der Speichersdorfer Musikfreunde. Einen Plan für 2020 gebe es derzeit nicht. Der 60-Jährige, der auch die Chorgemeinschaft Trabitz/Neustadt am Kulm leitet, gehört zur Risikogruppe und musste sich von der ersten Stunde an ausklinken. Aber auch die in der Regel älteren Sänger der Chöre gehören zu den Risikopatienten.

Auch der Vorsitzende des Männergesangvereins Wirbenz 1864, Lothar Graf, sagt: "Seit das Ganze mit Corona losging, findet keine Singstunde mehr statt." Zum 125. Kriegerjubiläum am ersten Juli-Wochenende hätte das Ensemble um Chorleiterin Iris Meier mitwirken sollen, doch die Feierlichkeiten wurden gestrichen. Da sei es für die Männerriege ein kleiner Trost, dass der Chor meist Ende Mai ohnehin immer in die Sommerpause geht, meint Graf. Normalerweise gehe es Anfang Oktober mit den Singstunden weiter.

Der 51-Jährige kann sich "nicht vorstellen, dass in diesem Jahr irgendeine Veranstaltung in dieser Form stattfindet". Ob davon auch die gesangliche Gestaltung des Volkstrauertags und sogar der Seniorenweihnachtsfeier der Gemeinde betroffen sind? "Keine Ahnung, da müssen wir sehen, was erlaubt wird." Dies gilt auch für den Thomas-Chor, der 2020 auf 35 Jahre seines Bestehens zurückschauen kann. Die im Herbst vorgesehene Feierstunde wird wohl ins kommende Jahr verschoben werden müssen.

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