Speichersdorf
20.12.2019 - 16:52 Uhr

Nach Weihnachtsmarkt an Kaspar Hausers Grab

Dass es abseits des Weihnachtsmarktes in Ansbach viel zu entdecken gibt, zeigte der Nachtwächter den Freien Wählern aus Speichersdorf.

Der Adventausflug der Freien Wähler hatte die Stadt Ansbach zum Ziel. Bild: ak
Der Adventausflug der Freien Wähler hatte die Stadt Ansbach zum Ziel.

Die traditionelle Fahrt des Freie-Wähler-Ortsverbandes (FWG) in der Adventszeut führte 61 Teilnehmer in die Markgräfliche Residenzstadt Ansbach zum Weihnachtsmarkt, der sich zu einem Geheimtipp für Mittelfranken entwickelt hat. Der Bürgermeisterkandidat Thorsten Neugirg hatte die Gruppe mit einer kleinen Köstlichkeit auf die Reise geschickt.

An über 40 geschmückten Ständen zwischen St.-Martin-Platz sowie den Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus gab es unter anderem Kerzen, Weihnachtsschmuck, Handkunstwerk und Strickwaren. Der Duft von Bratwurst, Glühwein, gebrannten Mandeln und frisch Gebackenem lud zum Verzehr im Umfeld einer riesigen beleuchteten Kerzenpyramide ein. Ein weiterer Höhepunkt war die Wanderung mit einem Nachtwächter durch die stimmungsvoll erleuchtete Stadt.

An markanten Punkten erläuterte er die Stadtgeschichte. Die Fürstengruft in St. Gumbertus mit über 25 Sarkophagen, der Besuch der von Hofbaumeister Leopold Retti 1744 bis 1746 erbauten Synagoge, die als eine der wenigen in Deutschland die dunklen Jahre der Geschichte von 1933 bis 1945 fast unbeschädigt hat, fesselten die Teilnehmer. Beeindruckend waren auch die Ausführungen über die Person von Kaspar Hauser, der von 1830 bis zu seinem gewaltsamen Tod im Dezember 1833 in Ansbach gelebt hat. Die Grabinschrift auf dem Ansbacher Friedhof gibt einen Einblick in die geheimnisumwitterte und tragische Lebensgeschichte dieses Mannes: „Hic iacet Casparus Hauser. Aenigma sui temporis. Ignota natavitas .Occulta mors.“ Übersetzt: „Hier liegt Kaspar Hauser, ein Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Herkunft, geheimnisvoll sein Tod.“ War er der legitime Nachfolger des badischen Großherzogs, der illegitime Spross aus einem anderen Adelsgeschlecht oder vielleicht der Sohn einer Tiroler Magd? Niemand vermochte bisher zu sagen, woher der Findling kam, der 1828 in Nürnberg auf getaucht war, verwahrlost und kaum der Sprache mächtig. Trotzdem brachte er es in Ansbach bis zur Ausbildung zum Gerichtsschreiber. Die Wissenschaft sieht sich herausgefordert seine Herkunft eventuell noch durch DNA-Analyse zu entschlüsseln.

Nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes und der Nachtwächterführung genossen die Teilnehmer das Flair der Abendstunden und machten sich dann auf den Heimweg, noch vor Mitternacht kamen sie zu Hause an.

 
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