01.09.2019 - 15:00 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Weniger Fluglärm auf Kulanz?

Nach der Bürgerversammlung im April dieses Jahres hatte sich der Gemeinderat mit Klagen über den Flug- und Veranstaltungslärm auf dem Rosenthal-Flugplatz befasst. Bürgermeister Manfred Porsch sagte seinerzeit eine rechtliche Klärung zu.

Der Flugplatz in Speichersdorf ist Stein des Anstoßes. Manche Bürger wollen den spezifischen Lärm nicht mehr hinnehmen.
von Arnold KochProfil

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung teilte er nun zum Thema Bekanntgaben und Sonstiges mit, dass das der Regierung Mittelfranken angeschlossene Luftamt Nordbayern in Nürnberg die Unterlagen für den Betrieb der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat.

Zudem antwortete das Luftamt auf die zusätzliche Email-Anfrage: "Zeitliche Einschränkungen sind am SLP-Rosenthal-Field-Plössen nicht festgelegt. Nachdem die Anzahl der Flugbewegungen deutlich unter der Anwendbarkeit der Landeplatzlärmschutzverordnung bleibt, gelten hier auch keine gesetzlichen Einschränkungen. Der Platzhalter kann selbstverständlich auf freiwilliger Basis eine Mittagspause festlegen oder den Flugbetrieb zu bestimmten Tageszeiten reduzieren. Der Bereich 'Störung durch Fluglärm' ist immer subjektiv geprägt, da das Lärmempfinden jedes Einzelnen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Man kann es den Leuten, die sich durch Fluglärm gestört fühlen, nicht absprechen und kann dies auch nicht verneinen. Diese Personen fühlten sich gestört."

Handlungsbedarf seitens der Luftfahrtbehörde bestehe jedoch nur dann, wenn Zumutbarkeitsschwellen, gemessen am durchschnittlichen Schallpegel, überschritten werden. Davon sei der Flugplatz Rosenthal-Field-Plössen im Hinblick auf die Flugbewegungen weit entfernt, im Übrigen würde dies eine Änderung der Platzgenehmigung bedeuten.

Im Hinblick auf die Menge an Flugbewegungen dürften zeitliche Einschränkungen, die den Flugbetrieb einschränken, einer verwaltungsgerichtlichen Klage durch den Platzhalter nicht standhalten, da sie nicht zu rechtfertigen seien. Porsch ergänzte, dass somit Flugbewegungen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auch an Sonn- und Feiertagen möglich sind. Die Gemeinde wird jedoch auf den Betreiber einwirken, die Ruhezeiten mittags und abends einzuhalten. Zudem verwies man in der Aussprache dazu darauf, dass der Flugplatz eine zu Speichersdorf gehörende Einrichtung mit großer Geschichte und Tradition ist.

Die CSU-Fraktion hatte mit Schreiben vom 24. Juli beantragt, die Divergenz zwischen den zunächst ermittelten Baukosten der Kläranlagensanierung mit 3 420 000 Euro und der jetzt anstehenden Gesamtsumme von 7 585 000 Euro zu diskutieren. Dazu teilte das Gemeindeoberhaupt mit, dass derzeit die Geschossflächenermittlungen durch das Fachbüro Hurzlmeier stattfinden.

Es ist geplant, sowohl den Kostenumfang als auch die Umlegung in der Gemeinderatssitzung am 23. September mit dem Planungsbüro Wolf aus Kemnath zu diskutieren. Bis dahin liegen auch die für die Umlegung auf die Bürger relevanten Grund- und Geschossflächenzahlen vor. Erst dann kann die voraussichtliche Bürgerbelastung berechnet werden. Zudem wird die Kläranlagensanierung durch den Freistaat bezuschusst.

Nach der Feststellung des Bürgermeisters ist der Missstand bei der Abholung des Glascontainers am ehemaligen REWE-Markt nicht mehr hinzunehmen. Der für den Abtransport des Altglases zuständige Entsorger hätte trotz mehrfacher Hinweise bislang nicht reagiert. Die Gemeinde wird sich unverzüglich weiter um den nicht mehr tragbaren Zustand am Sammelplatz einsetzen.

Zweiter Bürgermeister Rudi Heier beantragte als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsauschusses die Feststellung und Entlastung zur Jahresrechnung 2017. Das Rechnungsjahr schließt mit 9 652 627,92 Euro im Verwaltungs- und mit 6 471 056,28 Euro im Vermögenshaushalt und in der Gesamtsumme mit 16 123 684,20 Euro bei den Einnahmen und Ausgaben ab. Die Zuführung betrug 1 913 858,95 Euro, der Überschuss 1 661 374,65 Euro. Das Rechnungsergebnis und die Entlastung wurden einstimmig festgestellt.

Die Kosten für die Sanierung der Kläranlage sowie die Umlegung werden in der Gemeinderatssitzung am 23. September diskutiert.
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Kommentare

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Manuela Zebisch

Das gleiche Problem wie am Flugplatz in Erbendorf ! Einige wenige dürfen ab 1 Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang fliegen und damit lärmen bis zum Abwinken! Egal, ob Sonn- oder Feiertag, ob Mittagszeit oder Abend, ob Ostern oder Weihnachten. Und alle anderen dürfen sich diese Lärmbelästigung unfreiwillig anhören. An Erholung im eigenen Garten oder Balkon ist nicht mehr zu denken. Einschränkungen der „Flieger“ auf freiwilliger Basis wären wünschenswert. Doch zumindest bei uns in Erbendorf ist für die egoistischen Flieger Rücksichtnahme ein Fremdwort! Behörden oder Stadt/Gemeindeverwaltungen wollen meist nichts unternehmen. Leider nehmen die meisten Anwohner warum auch immer die Lärmbelästigung klaglos hin. Hier hilft nichts anderes, als eine „Bürgerinitiative gegen Fluglärm“ zu gründen und gegen die stete Lärmbelästigung gemeinsam zu klagen. Nur so lassen sich Einschränkungen, sprich Flugverbote z.B. an Sonn- und Feiertagen wie auch die Mittagsruhe durchsetzen. Wir Anwohner haben nichts zu verlieren. Wir können nur gewinnen - endlich mehr
R u h e !

02.09.2019