20.10.2021 - 13:37 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Ziegler-Group investiert in Speichersdorf in Wohnquartier "Am Laibacher Weg"

Vier Wohnhöfe mit 47 bis 66 Wohneinheiten sollen in zentraler Lage von Speichersdorf entstehen. Der künftige Investor ist kein Unbekannter.

Architektin Cornelia Dittmar erläuterte den Gemeinderäten die ersten Überlegungen für das Wohnquartier.
von Arnold KochProfil

Zur Gemeinderatssitzung am Montagabend waren die Städteplaner Cornelia Dittmar und Vinzenz Dilcher vom Städtebauplanungsbüro UmbauStadt aus Weimar gekommen. Die Architektin stellte die ersten Ansätze und Überlegungen zum in Auftrag gegebenen Städtebaulichen Entwicklungskonzept für das neue Wohnquartier "Am Laibacher Weg" vor. Bürgermeister Christian Porsch hatte zuvor erläutert, dass die Gemeinde heuer das betroffene, an der Weidener Straße gelegene Grundstück erworben habe. Das zwischen Fitnessstudio und Einkaufszentrum inmitten der Ortschaft Speichersdorf gelegene Areal biete eine fußläufige Anbindung an das Ortszentrum und solle künftig Wohnraum für alle Generationen bieten.

Zur Umsetzung legte nun das Weimarer Planungsbüro ein städtebauliches Entwicklungskonzept vor, um die Grundzüge der Planung, wie etwa Gebäude-, Grünflächen- und Parkplatzanordnungen, festzulegen. "Das neue Wohnquartier schlägt ein neues Kapitel ,Wohnen in Speichersdorf' auf, sucht in seiner Konzeption seines Gleichen und ist die größte Wohnbaumaßnahme der Gemeinde in den letzten 30 Jahren", betonte Porsch.

Bis 66 Wohneinheiten

Dittmar berichtete, dass in achtwöchigen intensiven Gesprächen zwischen Planungsbüro, Gemeinde und der Ziegler-Group aus Plößberg als Investor ein Konzept für die rund 1,5 Hektar große Baufläche entstanden sei, das zwischen 47 und 66 Wohneinheiten umfassen werde. "Es beinhaltet vier Wohnhöfe. Jeder Wohnhof besteht aus jeweils einem als ,Juwel' bezeichneten Zentral- und zwei bis drei als Scheune bezeichneten Wohnnebengebäuden", führte Dittmar aus. Das Planungskonzept lehnt sich im Groben an die "Vierseithof"-Bauart an. Die Baufläche wird eingegrünt und mit privaten Gärten und großen Freiflächen inmitten des Wohnquartiers aufgewertet und in die Landschaft eingebunden. Die Wohngebäude werden drei bis 3,5 Stockwerke umfassen und bieten hauptsächlich Raum für kleinere Wohnungen für junge Menschen, aber auch Senioren. Zudem ist Wohnraum für Familien in der 10 000 Quadratmeter großen Bruttogrundfläche vorgesehen.

Grünzonen für Kinder

Durch die Tiefe des Grundstückes muss die wegemäßige Erschließung der Baufläche mittels Stichweg erfolgen, wobei die 46 Stellplätze der Hauptparkflächen entlang der Weidener Straße entstehen sollen. Jeweils weitere fünf Parkplätze sind im Inneren den vier Wohnhöfen zugeordnet. Im Inneren des Wohnquartiers entsteht eine befahrbare, aber verkehrsberuhigte Zone. Dort und auf den Grünzonen sollen Spielmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden. "Das zwischen uns, Gemeinde und dem Investor abgestimmte Grundkonzept bedarf der Detailplanung und muss unter Mitnahme der vorgetragenen Anregungen weiter entwickelt werden", meinte Dittmar abschließend.

Architekt Sebastian Keck von der Ziegler-Group nahm zur Planung und Durchführung Stellung. "Das gemeinsam entwickelte Konzept für dieses Wohnquartier ist umsetzbar und bietet Wohnen im Grünen. Damit kann qualitativ hochwertiger Wohnraum für Jung und Alt für Ort und Region generiert werden. Der Baustoff Holz ist nachhaltig und ermöglicht ökologisch-wirtschaftliches Bauen", erläuterte der Ziegler-Mitarbeiter. Porsch ergänzte, dass das Wohnquartier mit einem mit Pellets befeuerten Blockheizkraftwerk beheizt wird. "Wir wollen heute weitere Anregungen hören und aufnehmen, um in Kürze die Detailplanung zu fertigen und damit das Bauleitverfahren in Gang zu setzen", so der Bürgermeister.

Ein Drittel barrierefrei

Der neu zu schaffende Wohnraum für Jung und Alt umfasst in den Juwel-Gebäuden auf drei Geschossen drei bis vier und in den Scheunengebäuden vier bis acht Wohneinheiten. Rund ein Drittel davon ist barrierefrei zugänglich. Zur wegemäßigen Erschließung soll auch eine Zufahrtsmöglichkeit über den im Norden des Grundstücks vorbeiführenden Flurbereinigungsweg geprüft werden.

Im Bereich des geplanten Grüngürtels und auf Innenbereichsflächen werden Spielgeräte platziert. Weitere Spielmöglichkeiten werden nach Verwirklichung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes im Bereich der Eisbahn fußläufig erreichbar sein. Für die Parkflächen entlang der Weidener Straße ist eine Überdachung (Carports) zu prüfen. Der Gemeinderat beschloss für das geplante Wohnquartier die Planung zu konkretisieren und das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan einzuleiten.

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Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Gebäude ohne Keller

  • Die Gebäude sind derzeit ohne Keller geplant. Für zusätzliche Abstellräume wurde auf den weiteren Flächenverbrauch hingewiesen. Zum Abstellen von Zweirädern ist ein zentraler Raum in einem der Gebäude angedacht.
  • Als Dachform ist ein Flachdach mit -begrünung geplant.
  • Die von einer Allee begleitete Weidener Straße sollte als verbindendes Element zum Ortskern betrachtet und in die Gesamtplanung einbezogen werden.
  • Durch die beiden künftig gegenüberliegenden Einmündungen wird eine Art Kreuzung geschaffen, die Anforderungen an die künftige Verkehrssicherheit stellt. Ein Kreisverkehr würde Abhilfe schaffen.
  • Die Gebäude werden in Bezug auf den Brandschutz in Gebäudeklasse III errichtet.
  • Die Wohnhäuser erhalten teils Holz- und teils Putzfassaden.
  • Das in Glückskleeblattform angelegte Wohnquartier wird sowohl zur Vermietung als auch für den Verkauf gebaut.

"Das gemeinsam entwickelte Konzept für dieses Wohnquartier ist umsetzbar und bietet Wohnen im Grünen."

Architekt Sebastian Keck

Architekt Sebastian Keck

 

 

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