23.09.2019 - 14:22 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Zwei Seelsorger - ein Geist

"Das ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag!" Es gab bei der Amtseinführung von Pfarrer Hannes Kühn und Diakon Klaus Lobenhofer keinen, dem Dekan Wenrich Slenczka und Vakanzvertreter Hartmut Klausfelder nicht aus der Seele sprachen.

von Autor HAIProfil

Die Freude und Dankbarkeit über die Pfarrstellenbesetzung mit dem 37-jährigen Forchheimer Hannes Kühn und damit das Ende der langen Vakanzvertretung sowie die nahtlose Wiederbesetzung der Stelle des Diakons mit dem 56-jährigen Thansüßer Klaus Lobenhof war am Sonntagnachmittag spürbar. Beides dominierte den Gottesdienst, die offiziellen Reden und den anschließenden Gedankenaustausch.

In einem feierlichen Gottesdienst mit folgendem Festakt wurden die beiden neuen Seelsorger der Christusgemeinde offiziell in ihr Amt eingeführt und der Segen für die Amtsführung erteilt. Auch die Gottesdienstgestaltung und Liedauswahl spiegelten Freude und Dank wider. Der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Alfred Kreutzer sorgte die instrumentelle Gestaltung. Zu den Klängen "Weil der Himmel bei uns wohnt" von Ralf Grössler waren Kirchenvorstand und Seelsorger eingezogen. Der Projektchor der evangelischen Gemeinde unter Leitung von Dominik Fick am E-Piano stimmte "You are my all in all" und "O happy Day" an. Bevor zum Auszug "Hevenu schalom alejchem" von Michael Schütz erklang, liefen in einer bis zuletzt geheim gehaltenen Überraschung die Mädchen und Buben des Kindergottesdienstteams um Sonja Stangl und Marcus Köppel zur Höchstform auf. Beschwingt und laustark fröhlich begrüßten sie den Pfarrer und den Diakon mit "Einfach spitze, dass Du da bist".

Glückliche Konstellation

Mit zwei wertvollen Geschenken sei die große Sehnsucht der Kirchengemeinde nach einem eigenem Pfarrer und Diakon in der Christusgemeinde erfüllt worden, meinte Pfarrer Hartmut Klausfelder. Er wertete die Einführung der beiden Seelsorger als glückliche Konstellation und Zeichen Gottes für einen guten Anfang. Die Zeichen und Rahmenbedingungen für ein gedeihliches Miteinander stünden auf Grün. Das beginne schon mit dem freudigen Umstand, dass Pfarrer und Diakon am selben Tag ihren Dienst begonnen haben und an einem Tag in ihr Amt eingeführt werden, ergänzte Dekan Wenrich Slenczka.

Zwar träfen zwei Seelsorgecharaktere aufeinander, die zunächst von den äußeren Daten nicht unterschiedlicher sein könnten, doch bei näherem Hinsehen sich bestens ergänzen und bereichern dürften, wie es Slenczka auf den Punkt brachte. Da seien die unterschiedlichen Erfahrungen im seelsorgerlichen Wirken: hier Diakon Lobenhofer zuletzt im oberbayerischen Garmisch, dort Pfarrer Kühn in Brasilien. "Die beiden Regionen dürften sich nicht nur an der Lederhose unterscheiden", meinte der Dekanatschef augenzwinkernd. Kühn stehe am Anfang seines Dienstes als Pfarrer. Lobenhofer könne auf viele Stationen seines Diakonendienstes zurückblicken. "Unterschiedliche Erfahrungen, Gaben und Aufgaben - aber ein Geist. Das genau braucht eine Gemeinde."

Vakanz gemeistert

"Beide passen gut zusammen und passen gut in diese Gemeinde und bereichern diese", erklärte Slenczka. Dieser Reichtum an persönlicher Motivation und Berufserfahrung im Doppelpack treffe auf den Reichtum einer aktiven und lebendigen Gemeinde mit einem stark verjüngten, aufgeschlossenen und höchst engagierten Kirchenvorstand. In der Zeit der Vakanz und Interimsvertretung habe die Christusgemeinde eindrucksvoll bewiesen, mit welcher Vielfalt an Gaben und Fähigkeiten die Aufgaben in den vergangenen Monaten bewältigt worden seien. Der Dekan war deshalb besonders all denen dankbar, die mit ihrem Einsatz die Gemeinde geführt und begleitet haben. Viele hätten dazu beigetragen, die pfarrerlose Zeit zu überbrücken, das Pfarrbüro am Laufen zuhalten, das Gemeindeleben zusammenzuhalten und die Innensanierung der Kirche voranzutreiben. Wichtig sei, dass alles im Geiste Christi, der Liebe, des Friedens, der Freiheit und der Vergebung geschehe. "In diesem Geist leben und glauben wir, wachsen und gedeihen der Glaube und die Erkenntnis, dass wir ein Leib Christi und ein Geist sind."

Anschließend verlasen der Senior des Dekanats, Pfarrer André Fischer, die Urkunde für die Übertragung der Pfarrstelle und Diakon Karl-Heinz Krätzer die für die Einsetzung als Gemeindediakon. Nach den Worten zur Beauftragung und den Einführungsfragen legte Dekan Slenczka bei Pfarrer Kühn mit Andrea Kühn, Stefan Steininger und Michael Hoffmann, Pfarrer in Willmars, die Hände auf und erteilten für dessen Aufgaben den Segen. Gleiches machten sie bei Diakon Lobenhofer mit Elke Bundscherer, Diakon Karl-Heinz Krätzer, Frank Niehage und Janine Lobenhofer.

Hintergrund:

„Ein Segen für andere sein“

In seiner ersten Predigt knüpfte Pfarrer Hannes Kühn an die alttestamentliche Erzählung von Jakob und die Himmelsleiter in 1. Mose 28,10-19 mit ihren Kernthemen Verfehlungen, Betrug, Flucht und Einsamkeit an. Nichts, weder Schuld noch Verfolgung oder eine gebrochene Biografie seien stark genug, dass Gott seine Nähe und Gnade versagen würde. Er würde sich vom Menschen trotz Verirrungen und Verfehlungen nicht abwenden, sondern vergeben und Versöhnung ermöglichen.

Gott biete dem Verlassenen und Einsamen angesichts seines Scherbenhaufens Unterstützung an, gebe Hoffnung und eröffne eine neue Zukunft. Auch wenn es eines langem Weges und Reifeprozesses bedürfe. Auch Jesus nehme an und schaffe Gemeinschaft sowie Frieden. Diese Zusage gelte allen Christen, die durch die Taufe in die Gemeinschaft aufgenommen sind. Er wende sich gerade den Menschen zu, die es nicht erwartet hätten und die es nach gemeiner Auffassung nicht verdient hätten.

„So wie Gott mit Jakob geht und ihn segnet, so geht er auch mit uns, gibt uns Zukunft und fordert uns auf, auch ein Segen für andere zu sein“, fasste Kühn dann auch das Credo seiner Berufung zum Seelsorger zusammen. „Gehen auch wir gemeinsam über Berg und Tal, durch Steinwüsten und fruchtige Felder, feiern und lachen wir miteinander“ wünschte er sich auch für Speichersdorf. „Lasst unsere Arbeit mit allen Stärken und Schwächen gesegnet sein und zum Segen für andere werden, auch für diejenigen, die zunächst nicht würdig oder es nicht verdient zu haben scheinen.“

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