12.11.2019 - 16:43 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Zweites Trägerfahrzeug in Dienst

Das zweite Trägerfahrzeug der Stützpunktfeuerwehr ist offiziell übergeben. In einer Feierstunde mit ökumenischer Andacht stellte sie den "Florian Wechsellader Speichersdorf 36/2" unter den Segen Gottes.

Bürgermeister Manfred Porsch überreichte symbolisch an Kommandant Volker Hammon und seinen Stellvertreter Christian Schwarzer den Schlüssel (von rechts).
von Autor HAIProfil

Das Einzigartige der Beschaffung war dabei im Vorfeld eine Gemeinschaftsleistung mit dem BRK-Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel als Dreh- und Angelpunkt. In Zusammenarbeit der fünf Wehren Speichersdorf, Gefrees, Pegnitz, Waischenfeld und Weidenberg im Kreisfeuerwehrverband und dem BRK-Kreisverband Bayreuth wurden sechs baugleiche Fahrzeuge geplant, koordiniert und in einer europaweiten Ausschreibung beschafft. "Das gab es in dieser Form noch nie", betonte Kommandant Volker Hammon. Alle beteiligten Wehren und die aus der Gemeinde, Kemnath, Seybothenreuth und Creußen sowie das BRK waren mit großen Abordnungen ins Feuerwehrgerätehaus gekommen, um mitzufeiern.

Der evangelische Posaunenchor eröffnete das Fest mit "Gottes Liebe ist so wunderbar". Es sei ein Tag der Dankbarkeit und Freude, der das Ende eines langen, mühseligen Wegs markiere, sagte Pfarrer Hannes Kühn. Aus eigener Erfahrung mit seiner Familie in einem steckengebliebenen Fahrstuhl berichtete er in seiner Predigt, wie wichtig die Feuerwehr in verschiedensten Not- und Gefahrenlagen sei. Am eigenen Leib habe er erfahren, wie lange 45 Minuten sein können, wenn trotz Techniker und Notruf nichts passiere und erst die Feuerwehr schnell aus der misslichen Lage befreie. Dahinter stünden Menschen, die ihre Freizeit opferten und alles liegen und stehen lassen würden, um den Mitmenschen zu helfen. Dazu komme, dass angesichts fortschreitender Technik ständig geübt und die Ausbildung perfektioniert werden müsse. Kühn sagte zu, als Notfallseelsorger mitzuwirken. Mit den Pfarrern Sven Grillmeier (Kirchenlaibach) und Dirk Grafe (Wirbenz) erbat er den Segen und Schutz Gottes für alle, die mit dem Wechselladerfahrzeug fahren, ebenso für die Familien, die zu Hause warten.

Hintergrund:

Im halben Dutzend billiger

Welche Koordinierungsleistung der Indienstnahme des MAN-Fahrzeugs vorausging, ließ Kommandant Volker Hammon Revue passieren. Nachdem in Speichersdorf vier Container dauerhaft und zwei weitere Landkreiscontainer größtenteils in den Speichersdorfer Hallen stationiert sind, seien Ende 2017 unter Vorgänger Roland Steiniger erste Vorgespräche über ein zweiten Trägerfahrzeuges geführt und vom Freistaat Bayern für den Katastrophenschutz noch ein zusätzliches Flutmodul beschafft worden. Hinter der Anschaffung des Wechselladers für das BRK Bayreuth als Triebfeder standen die beiden Notfallcontainer. Von Projektleiter Karl Bernet, der für die Planung, Finanzierung und den Betrieb verantwortlich ist, waren sie in den vergangenen sechs Jahren entwickelt worden. Jetzt erhielten sie mit dem BRK-Wechsellader ein eigenes Transportmittel.

Markus Ruckdeschel vom BRK übernahm die gemeinsame Ausschreibung und die Beantragung von Fördermitteln für alle Beteiligten. Ihm wie dem hauptamtlichen Gerätewart der Feuerwehr Pegnitz, Walter Steger, der die technische Abstimmung der Ausschreibung koordinierte, galt besonderer Dank. Ebenso der Gemeinschaftsleistung von Bürgermeister, Gemeinderat, Feuerwehrsachbearbeiter der Kommune, Herbert Reiß, für die gute Zusammenarbeit bei allen Beschaffungen im Feuerwehrwesen sowie Steiniger für die Beantragung, Planung und Beschaffung vor Ort.

Das Fahrzeug verfügt über 420 PS, automatisiertes Schaltgetriebe und eine Abbiegekamera am rechten Fahrzeugrand. Auf einen Kran ist laut Hammon verzichtet worden, da bereits das erste Wechselladerfahrzeug einen besitzt. Für das Speichersdorfer Fahrzeug haben Regierung und Landkreis 155 000 Euro bewilligt. Die Gemeinschaftsbeschaffung der sechs Fahrzeuge reduzierte dank Mengenrabatt, höheren Zuschüssen und gemeinsamer Ausschreibung die Kosten für jede Wehr und Gemeine um einen fünfstelligen Betrag, betonte der Kommandant. Er erinnerte auch an Höhepunkte wie die Abholung der Fahrgestelle bei MAN in Dachau. (hai)

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