Speinshart
16.12.2019 - 17:41 Uhr

Alter Brunnen als Chance

Bei der Sanierung der Milchgasse in Tremmersdorf machen Bauarbeiter eine große Entdeckung: Im ehemaligen Schulgarten kommt ein sieben Meter tiefer etwa 250 Jahre alter Brunnenschacht zum Vorschein.

"Alles spricht für eine Erneuerung des Brunnenkopfes", erklärte Bürgermeister Albert Nickl den verdutzten Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend. Diplom-Ingenieur und Kreisheimatpfleger Hannes Oberndorfer bezeichne den bis zu sieben Meter tiefen Brunnen als "historisch", teilte er mit und verwies auf dessen Alterseinschätzung.

"Wenn schon, denn schon", ergänzte der Bürgermeister und empfahl eine Neugestaltung des ehemaligen Schulgartens. Geht es nach dem Gemeindechef, sollen Eingangsbereich, Zugang, Parkplätze und Grünanlage eine harmonische Einheit bilden. Grünes Licht dafür kommt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Die Behörde sei bereit, im Zuge der Sanierung der Milchgasse den Bauumfang um die Neugestaltung der Gartenanlage zu erweitern, versicherte Nickl.

Auch die Kostenfrage ist schon geklärt: Die Baufirma Prösl habe sich bereit erklärt, die Angebotspreise aus dem Straßenbauprojekt Milchgasse auch auf die weiteren Sanierungsmaßnahmen auszuweiten. Für die noch unbepreisten Bauleistungen sei ein Nachtragsangebot einzuholen, erläuterte der Gemeindechef. Für die Spezialaufgabe zur Restaurierung der Sandstein-Brunnenwandung denkt er an eine Auftragsvergabe an einen Steinmetz. Das Ingenieurbüro Oberndorfer ermittelte Gesamtkosten von 68 000 Euro. Aus Dorferneuerungsmitteln ist mit einem Fördersatz von 74 Prozent zu rechnen.

"Diese Chance sollten wir nutzen", betonte Nickl und plädierte für die vorgetragene Auftragserweiterung. "Ein guter Vorschlag", wie auch Gemeinderat Josef Rupprecht im Zusammenhang mit den laufenden Baumaßnahmen und mit der hohen Förderung durch das ALE feststellte.

Einstimmig ermächtigte dias Gremium den Bürgermeister, die Auftragserweiterung mit der Firma Prösl zu vollziehen und den Auftrag zur Brunnenrestaurierung dem günstigsten Bieter aus der Steinmetzbranche zu erteilen. Mit Blick auf die ehemalige Schule machte sich der Rathauschef ebenfalls Gedanken zur Sanierung. "Das Gebäude ist nicht im besten Zustand", merkte er an. Längerfristig müsse deshalb mit größeren Investitionen gerechnet werden.

In einem Zwischenbericht informierte Nickl über den Stand der Planungen zur Innensanierung des Gemeindezentrums. Nach Einreichung der Genehmigungsplanung gebe es derzeit Gespräche mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) über die Zuschusshöhe. Einstimmig billigte der Gemeinderat die Kosten für die Architektenleistungen des Büros Schultes aus Grafenwöhr bis zur Genehmigungsplanung in Höhe von 30 854 Euro. Versüsst wurde dem Gremium die Vergabe mit der Zusicherung für eine staatliche Förderung in Höhe von 79 Prozent. Im Projektzusammenhang ist auch die Vereinbarung zwischen der Teilnehmergemeinschaft Speinshart II und der Kommune zur Kostenaufteilung zu sehen, die die Räte einstimmig billigten.

Im Gewerbegebiet Tremmersdorf entsteht eine neue 50 mal 12 Meter große Industriehalle zum Sandstrahlen von Edelstahlteilen. Bauherr ist die TMG Maschinenbau Otto Wagner. Zudem soll eine Containerzeile errichtet werden, die als Bürotrakt dient. Bürgermeister Albert Nickl verwies auf den fehlenden Bebauungsplan. Genehmigungsfähig sei das Projekt trotzdem, weil das Grundstück bereits im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen und die Erschließung gesichert sei, erklärte er.

Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium dem Projekt ebenso wie dem Bauantrag für ein Einfamilienwohnhaus im neuen Baugebiet "Maifurt" in Tremmersdorf. Auch die geringen Abweichungen von der Traufhöhe fand der Gemeinderat für zustimmungsfähig.

 
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