09.03.2020 - 14:19 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"Ausruhen gilt nicht"

Die Liga passt, und auch die Nähe zur Tabellenspitze stimmt optimistisch. Bürgermeister Albert Nickl spricht beim Frühschoppen der CSU Speinshart im Fußballjargon und meint damit den Ist-Zustand der Gemeinde.

Rosen aus Anlass des Weltfrauentages überreicht Bürgermeister Albert Nickl (rechts) im Haus der Dorfkultur an alle Teilnehmerinnen am CSU-Frühschoppen. Mit im Bild MdL Stephan Oetzinger (hinten, links).
von Robert DotzauerProfil

Vielleicht dachte Bürgermeister Albert Nickl beim politischen Frühschoppen der CSU mit Blick auf die Kommunalwahl am Sonntag an den Höhenflug des FC Tremmersdorf/Speinshart, dessen Tabellenstand in der Kreisliga durchaus noch einen Hoffnungsschimmer für Aufstiegsgedanken zulässt. Jedenfalls vereinten im urigen Haus der Dorfkultur die Genugtuung über den guten Zustand der Gemeinde und ein gesunder Zukunftsoptimismus die circa 50 Besucher, unter ihnen MdL Stephan Oetzinger, Bürgermeisterin Tanja Schiffmann aus Parkstein sowiedie Bürgermeister- und Kreistagskandidaten Thomas Kaufmann (Immenreuth), Hans Walter (Kastl) und Markus Ziegler (Bechtsrieth).

Die gute Atmosphäre im einladenden Ambiente des Versammlungsraumes, der nun mit der Wieskapelle eine räumliche Einheit bildet, beflügelte nach einer kurzen Analyse des Ist-Zustandes der Gemeinde zu kühnen Zukunftsstrategien. Dabei war ein letzter Rückblick von Albert Nickl vor der Wahl wohltuend kurz. Der CSU-Ortsvorsitzende, Bürgermeister und stellvertretende Landrat verwies nach einer Reihe von Bürgergesprächen noch einmal auf eine stolze Bilanz der zu Ende gehenden kommunalen Wahlperiode.

Sein Fazit in Stichworten lautete: Speinshart hat sich gut fortentwickelt, ist familienfreundlich, hat eine gute Infrastuktur, ist mit der Grundschule "Am Rauhen Kulm", der offenen Ganztagsschule und der Kindertagesstätte ein kleiner aber feiner Bildungsstandort und erweist sich mit der Dynamik der Vereinswelt als Gemeinde mit einem starken Gemeinschaftsgeist. Aus diesen Pluspunkten schnürte Nickl für seine Speinsharter ein Wohlfühlpaket mit Zukunftsperspektiven.

„Ausruhen gilt nicht“, formulierte er seinen Blick in die Zukunft. „Wir arbeiten schon an den nächsten Großprojekten.“ Der Gemeindechef dachte dabei zuallererst an die über eine Million Euro teure Innensanierung des Gemeindezentrums. Die zugesagte staatliche Förderung von 75 Prozent sei für Speinshart „wie ein Lottotreffer“. Es folgte eine Aufzählung weiterer Maßnahmen, die Nickl mit einer starken CSU-Mannschaft im Gemeinderat verwirklichen möchte.

Seine Aufzählung umfasste unter anderem die energetische Sanierung der Kindertagesstätte, die Ertüchtigung von Flur- und Gemeindestraßen sowie Kernwegen, die Neugestaltung des Kreuzungsbereiches auf Höhe der Gereon-Motyka-Siedlung, die bedarfsgerechte Ausweisung weiterer Bauplätze, die Stärkung der beiden Ortsfeuerwehren und die Unterstützung der Vereinswelt. Dabei legte der Bürgermeister einen Prioritätenkatalog nach dem Motto „zuerst das Notwendige und dann das Wünschenswerte“ vor.

Thema des Frühschoppens bei Weißwürsten, Brezen und Freibier war auch die Zukunft der Internationalen Begegnungsstätte. „Kulturzentren sind Zuschussbetriebe“, gab Albert Nickl zu. Deshalb gebe es schon seit Jahren Bestrebungen, für die Bildungseinrichtung eine Institution zu finden, die eine Grundnutzung gewährleiste. Dazu brauche das Kloster Partner.

Optimistisch stimme der jüngste Beschluss des Bayerischen Landtags, für eine Studie zur zukünftigen Entwicklung der Begegnungsstätte 100.000 Euro bereitzustellen. Als denkbare Lösung nannte der Bürgermeister die Einrichtung eines Wissenschaftsstandortes für Künstliche Intelligenz.

„Halt ma zam“: Den Schlussappell des Gemeindechefs mit der Bitte, zur Wahl zu gehen und die Kandidaten der CSU zu wählen, begleitete tosender Beifall. Eine charmante Geste folgte: Mit Blick auf den Weltfrauentag überreichte der Bürgermeister allen Teilnehmerinnen eine Rose.

Gute Stimmung herrscht beim CSU-Frühschoppen im Haus der Dorfkultur.
Im Blickpunkt:

"Protestwahl wäre Gift für das Land"

Die Fußball-Vergleiche setzten sich in einem kurzweiligen Beitrag von MdL Stephan Oetzinger fort. „Im Vergleich zur Größe der Gemeinde spielt Speinshart in der Champions-League“, stellte der CSU-Parlamentarier fest. Er verbreitete gute Nachrichten zur weiteren Entwicklung der Internationalen Begegnungsstätte: „Der Landtag will Speinshart nicht in Stich lassen.“ Voraussetzung sei ein Konzept zur Entwicklung eines Standortes für Künstliche Intelligenz, das der Freistaat finanziell unterstütze. Zur Entscheidung beigetragen habe auch die gute Vernetzung des Bürgermeisters mit den höchsten staatlichen Stellen.

Es folgte eine Plädoyer für Landrat Andreas Meier und die Kreistagsfraktion der CSU. Maßgeblich hätten beide zur guten Entwicklung der Landkreisfinanzen mit einem praktisch schuldenfreien Haushalt beigetragen. Der Abgeordnete erinnerte zudem an die gemeindefreundliche Kreisumlage, die gewaltigen Investitionen des Landkreises in den vergangenen Jahren, zum Beispiel in die Bildungseinrichtungen.

Als große Herausforderung bezeichnete er die Digitalisierung: „Wir brauchen das schnelle Internet als Kernstück der Kreispolitik.“ Als Beispiel der Ernsthaftigkeit der digitalen Offensive führte Oetzinger den Beschluss für eine „digitale Million“ in den Landkreisschulen und die Vorreiterrolle des Landkreises bei der „digitalen Bauakte“ an.

Mit der Überzeugung „Wir sind eine Zukunftsregion“ leitete der Redner auf landespolitische Themen über. Oetzinger brach eine Lanze für die Bauern und warnte davor, die Landwirtschaft an den Pranger zu stellen. Erst mit der "nachhaltigen Bewirtschaftung durch unsere Landwirte" sei die "beispielhaft schöne Kulturlandschaft Bayerns" entstanden, merkte Oetzinger an. Bei allen Grundsatzdebatten sollte niemand vergessen, dass auch die Landwirtschaft für die Bewahrung der Schöpfung stehe.

Die Ausführungen endeten mit einer Aufzählung der gewaltigen Förderleistungen des Freistaates für die Kommunen. Die CSU gewährleiste eine seriöse Landespoltik, bodenständig und nachhaltig. Eine Protestwahl wäre deshalb "Gift für das Land", erkärte der Landtagsabgeordnete.

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