Bebauungsplanänderung schafft die Voraussetzung zur Nachverdichtung

Speinshart
22.09.2022 - 16:44 Uhr

Innen statt außen. Die Beplanung des Speinsharter Innenbereichs schreitet voran. Im Rahmen der Fortschreibung des Bebauungsplanes Krummacker I werden die Zukunftsperspektiven deutlich.

Nachverdichtung zwischen Gemeindezentrum, Schule, Kindergarten, Feuerwehrhaus und der Siedlung Krummacker heißt das Credo des Gemeinderates. Einen planerischen Beitrag leistet die Entscheidung zur Fortschreibung des Bebauungsplanes "Krummacker I"

Zwischen dem Speinsharter Kinderland, der Kindertagesstätte, dem Feuerwehrgerätehaus und der Siedlung Krummacker wird schon kräftig gebaut. Es sind private Baumaßnahmen, die ebenso in der Fortschreibung des Bebauungsplanes Krummacker I Aufnahme finden wie die gewerblich genutzten Flächen und die Zukunftsplanungen der Gemeinde.

Sporthalle denkbar

Für das Gemeinderatsgremium stehen die von der Kommune erworbenen Grundstücksflächen im Mittelpunkt eines Zukunftskonzepts der öffentlichen Nutzung. Für Bürgermeister Albert Nickl denkbar ist zum Beispiel mit Blick auf die benachbarte Grundschule der Bau einer Sporthalle. Die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen soll ein aktualisierter Bebauungsplan schaffen. Das Verfahren ist schon weit fortgeschritten. Für den Rat galt es nun, die eingegangenen Anregungen und Einwände der Träger öffentlicher Belange und eine private Äußerung in Zusammenarbeit mit Planfertiger Hannes Oberndorfer zu bewerten.

20 Statements, keine Einwände

Ein relativ problemloses Prozedere auch zur Freude des Bürgermeisters. „Es gab keine grundlegenden Einwendungen zu den Nachverdichtungsplänen“, so die Bewertung des Gemeindechefs zu den 20 Stellungnahmen der Behörden. Vollzug meldete der Bürgermeister zu den Hinweisen einiger Fachbehörden. Viele Anregungen seien in den Entwurfstext des Bebauungsplanes übernommen worden. Nickl betonte zudem die saubere Abarbeitung einer sieben Seiten umfassenden privaten Äußerung. In der Abwägung vertrete die Gemeinde eine andere Meinung. Auch Gemeinderat und Planer sahen keine Hindernisse, die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Krummeracker I in Kraft zu setzen. Der Satzungsbeschluss erfolgte einstimmig.

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Kommentare

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Karl-Werner Schramm

Grenzen des Wachstums ignoriert
50 Jahre kann man sich bereits über die Grenzen des Wachstums (Club of Rome 1972) informieren. Gemeinderatsmitglieder sind offenbar zu jung und entscheiden nicht nach Fakten, sondern nach Meinungsbild. Krummacker gehört neben Klingen, Zettlitz usw. zu den Baugebieten, die allesamt die Wasserressourcen der Gemeinde belasten. Das Landratsamt ist maßgeblich an den vereinfachten Baugenehmigungen beteiligt, obwohl die Baugebiete allesamt in einem gemeinsamen Kontext, nämlich der Wasserversorgung, stehen. Insofern ist die Rolle des Landratsamtes weder nachhaltig noch wirklich gesetzeskonform.
Lt. Angaben der Gemeinde lag der jährlich vermarktete Wasserverbrauch 2019 in der Gemeinde bei 109000 m3 ohne Schlupf von 5-10 %, in 2020 noch höher!
Der maximale jährliche Verbrauch lt. WWA-Weiden wurde mit Stand vor mindestens 3-4 Jahren noch vor den rezenten Trockenjahren auf 131000 m3 festgelegt.
Durch die wohnungsbaulichen Erweiterungen (ca. 10x Maifurt, 10 x Zettlitz, 5x Speinshart sind mit 4 Personen pro Haushalt weitere 4800 m3 zu erwarten. Dazu kommt Notfall Trabitz sowie Klingen mit 7 Einheiten a 6 Personen sind 1800 m3 ohne gewerblichen Wassereinsatz zu erwarten. Dazu kommt die aktuell zusätzliche Gewohnheit Schwimmbecken zu betreiben was bei 50 Haushalten zu 2000 m3 führt. Insgesamt erreicht der Wasserverbrauch dann mit Unerwartbarkeiten (s. eigene Presseverlautbarung) in Scheckenhof 119000 m3. Damit sind bereits fast 92 % der jährlichen Ressource ohne Brände, steigenden gewerblichen Verbrauch und in Verbindung mit klimatischen Veränderungen in Richtung Wasserdefizite riskant ausgeschöpft.
Hinzu kommt der aktuell genehmigte Bullenstall in Speinshart mit ca. 5000 m3 sowie der städtebauliche Entwicklungsplan des Klosters Speinshart mit einem als Scheune getarnten 50-Betten Hotels. Damit ist der Grenzwert ausgeschöpft.
Ob das wirklich nachhaltig ist bleibt offen. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden schuldet derzeit seit Monaten nach dem Umweltinformationsgesetz noch entsprechenden Informationen, speziell auch ob es sich bei der Ressource Tiefenbrunnen III um Tiefengrundwasser handelt und ob die Höffigkeit der Ressource eine Erhöhung des Grenzwertes von 131000 m3 erlaubt. Eigene Recherchen des Kommentators zeigen für Pegeldaten 2020-2021 bereits einen negativen Trend der Ressource.
Um Meinung geht es hier auf keinen Fall. Bürgermeister und stellv. Landrat Nickl meinte in der Gemeinderatssitzung am 15.9.2022 nach einer vorsorgenden Bemerkung eines Gemeinderatsmitglieds Bündnis90/Die Grünen, dass man bestenfalls eine Ansiedlung von massiven Wasserverbrauchern wie z.B. einer Brauerei abwehren würde.
Auch die Festlegung von Ausgleichsflächen bleibt entgegen der Darstellung des hier kommentierten Beitrags von Robert Dotzauer noch offen.
Vielleicht wäre es angemessen neben der Bibel auch die Bibel der Nachhaltigkeit des Club of Rome im Nachtschränkchen zu haben, damit die Zukunft der Gemeinde nicht den ökonomischen Vorstellungen des Gemeinderates zum Opfer fällt.

23.09.2022