08.10.2019 - 14:16 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Die beste Arznei gegen Grübeleien

Grübeln bringt Unsicherheit: Auf diesen Nenner bringt Angelika Kasseckert das Thema "negatives Denken". Deshalb empfiehlt sie, um sich nicht selbst zu blockieren: "Raus aus dem Gedankenkarussell."

"Wachen Sie über Ihre Gedanken und delegieren Sie die Sorgen", empfiehlt Familien-Therapeutin Angelika Kasseckert.
von Robert DotzauerProfil
Beim Frauenfrückstück des Katholischen Frauenbundes im Klostergasthof finden die Empfehlungen zum Bekämpfen von Grübelfallen viel Beachtung.

Grübeleien sind im Alltag nicht brauchbar. Im besten Fall geben sie einen Hinweis auf tiefer liegende Probleme. Um dieser Entwicklung zu begegnen, verwies Angelika Kasseckert in ihrem Vortrag beim Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbundes auf viele Rezepte. Bei einem Einblick in die familientherapeutische Praxis gab die Diplom-Sozialpädagogin aus Mantel tiefschürfende Erfahrungen weiter.

Nach einem üppigen Frühstück im Klostergasthof und der Begrüßung durch Frauenbund-Sprecherin Elisabeth Nickl beleuchtete Kasseckert - Mutter dreier erwachsener Söhne - ihren Ratschlag, Grübeleien aus der inneren Ordnung zu verbannen. Im Mittelpunkt stand dabei zunächst der Begriff des Sinnierens.

Gleichzeitig warnte sie vor einem „Hefe-Effekt“ negativer Gedankengänge. Wichtig sei ein gesunder Selbstwert, um der Grübelfalle zu entkommen. Zudem wusste die Fachfrau aus langer Erfahrung: „Ein grübelnder Mensch ist nicht angenehm.“

Mit dem Bild einer Abwärtsspirale verdeutlichte die Referentin die ersten Grübelfallen, warnte vor beginnenden Depressionen, ständigem Kopfzerbrechen und innerem Selbstzweifel, um dann den zirka 40 Besucherinnen Wege aufzuzeigen, mit positiven Einstellungen den Tiefen des negativen Denkens zu entfliehen. Nach dieser Ursachenforschung, die auch im Zusammenhang mit der weiblichen Rolle und hormonellen Umstellungen stehen könne, empfahl Kasseckert eine analytische Bestandsaufnahme der Grübelfallen: „Die Betroffenen brauchen Klarheit darüber, was schadet.“ Begünstigt werde das „Zu-viel-Denken“ durch ein Anspruchsdenken, das die Familientherapeutin als "Kultur der Nabelschau" bezeichnete.

Wer mit seinem Leben zufrieden sei, grüble weniger und habe somit einen entspannteren und klareren Blick auf die Dinge, betonte Kasseckert. Zu ihren Empfehlungen für ein positives Nachdenken gehörten „Gedankenpausen“ für das Gehirn, etwa das Lesen und Kochen, aktives Handeln sowie das Delegieren von Sorgen an Angehörige oder in Gebete.

Die Referentin empfahl zudem eine sogenannte Gedankenpolizei. Dabei gewähre man seinen Gedanken zwei Minuten Zeit, um sie weiter zu verfolgen. Auch das Mitteilen von Problemen bringe meist schon Erleichterung. Hilfreich sei zum Beispiel ein Feedback mit und durch Freundinnen. Durch den distanzierten Blick anderer ergäben sich neue Perspektiven und konkrete Lösungsansätze.

Zusammenfassend riet die Therapeutin zu einer positiven Lebenseinstellung: „Grübeln schadet nur. Dagegen helfen Freude und Höhenflüge.“ Sich etwas Schönes zu gönnen, sei die beste Arznei gegen Grübeleien.

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