28.02.2019 - 14:51 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Ein blühendes Klosterdorf

"Wir stehen gut da", bilanziert Bürgermeister Albert Nickl in der Bürgerversammlung. Aber wer rastet, der rostet. Doch weitere Aufgaben warten bereits.

In der Bürgerversammlung im Gemeindezentrum legt Bürgermeister Albert Nickl (li) vor zirka 60 Besuchern eine ausführliche Gemeindebilanz für das vergangene Jahr vor.
von Robert DotzauerProfil

Aktiv, lebendig, familienfreundlich und ökologisch ausgerichtet: Bürgermeister Albert Nickl fand in der Bürgerversammlung viele Merkmale für eine Wohlfühlgemeinde, in der es sich gut leben lässt. Circa 60 Besucher lauschten im Gemeindezentrum dem Rechenschaftsbericht des Gemeindechefs. Nach vorausgegangenen Bürgergesprächen in einigen Ortsteilen freute sich Nickl in Anwesenheit des Gemeinderats auch über das große Interesse an der Versammlung im Klosterdorf. Für die Bewirtung dankte er den Klosterkeglern.

In einen umfassenden Rückblick, einen optimistischen Ausblick und eine lange Wunschliste hatte der Bürgermeister seine Ausführungen unterteilt. Fast drei Stunden listete er die Leistungen der Gemeinde auf, informierte über finanzielle Lage und Einwohnerentwicklung, streifte das gesellschaftliche Leben und verkündete schließlich einen großen Wunschkatalog an weiteren bedeutsamen Projekten.

„Wir sind gut unterwegs“: Mit Zahlen und Fakten untermauerte Nickl seine Feststellung. Er verwies auf eine stabile Einwohnerentwicklung, die er unter anderem auf die Baulandangebote der Kommune zurückführte. „Junge Leute bleiben bei uns oder kommen in die Gemeinde“: Diese positive Entwicklung sei auch im Kindergarten und in der Grundschule feststellbar. „Die Geburtenzahlen versprechen eine längerfristige Existenzsicherung der Volksschule am Rauhen Kulm“, freute er sich.

Ein weiterer Info-Block gehörte den Gemeindefinanzen. In Zusammenhang mit den Großinvestitionen der vergangenen Jahre sei das jährliche Haushaltsvolumen auf über vier Millionen Euro gestiegen, teilte der Rathauschef mit, um dann im Detail die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungs- und im Vermögenshaushalt zu erläutern. Neben sprudelnden Steuerquellen und Investitionszuschüssen verwies der Bürgermeister unter anderem auf gute Zahlen durch Solarpark-Gebühren und Einnahmen aus der Tongrube.

Ein besonderes Augenmerk galt anschließend den, so Nickl, wichtigsten Einrichtungen der Gemeinde. Er analysierte die finanzielle Entwicklung von Kindergarten und Schule und verwies dabei auf Gesamtkosten für den Kita-Betrieb von 405 000 Euro und auf ein Defizit von 162 000 Euro. Erwähnenswert war für den Bürgermeister auch der Betrieb des Kita-Busses.

Das größte kommunale Hochbau-Projekt der Geschichte der Gemeinde „verpackte“ er in den Bericht über Investitionen. Nickl listete noch einmal die 1,5 Millionen Euro teuren Baumaßnahmen für die erst kürzlich offiziell eingeweihte offene Ganztagsschule sowie die Erweiterung und Modernisierung der Volksschule am Rauhen Kulm auf und pries die Bildungseinrichtung als "lebendige Top-Schule".

Beim Thema „Kinderland“ erinnerte er an die Errichtung "eines der schönsten Spielplätze weit und breit" mit finanzieller Unterstützung aus Dorferneuerungsmitteln und mit dem tatkräftigen Einsatz durch die Teilnehmer eines Jugend-Workshops. Diese Investition werde allerdings nicht die Bereitschaft des Gemeinderats schmälern, auch den Unterhalt weiterer Spielplätze in den Ortsteilen zu fördern. Der Rathausschef verwies dabei auf Initiativen in Zettlitz, Tremmersdorf und Münchsreuth.

Kurz vor dem Abschluss stehen die Bauarbeiten am "Anwesen 23". 1,2 Millionen Euro kostet der Umbau des alten Gemäuers zwischen der Wieskapelle und der Tordurchfahrt einschließlich eines Teiles der Scheunenanlage. Es soll einmal als „Haus der Dorfkultur“ den Vereinen gute Dienste erweisen, so die Hoffnung des Bürgermeisters. Im Obergeschoss entstehen ein Wohnappartement und eine Praxis für Psychotherapie, teilte er mit.

Neu war für viele Besucher die Information über den Kauf der Wieskapelle durch die Gemeinde. Bisher im Eigentum des Landkreises soll das barocke Schmuckkästchen eine Einheit mit dem neuen "Haus der Dorfkultur" bilden. Nickl sprach von einer guten finanziellen Regelung mit dem Landkreis.

Gut versorgt ist die Gemeinde mit schnellem Internet. Nach Gesamtinvestitionen von 1,1 Millionen Euro bei 255 000 Euro Eigenanteil stehe die Breitbandversorgung vor dem Abschluss, erklärte der Rathausschef.

Ein Kernthema ist für die Gemeinde auch die Baulandpolitik. „Jeder, der in Speinshart oder in einem Ortsteil bauen will, kann das“, merkte Nickl mit Hinweis auf die gemeindeeigenen Parzellen in Zettlitz und Tremmersdorf an. Die Baulandpreise einschließlich Erschließungskosten schwanken zwischen 40 und 50 Euro.

Es folgten Informationen zu weiteren laufenden oder vor dem Baubeginn stehenden Projekten durch die oder mit Unterstützung der Kommune. Beispielhaft nannte der Bürgermeister den Anbau an das Feuerwehrhaus in Speinshart, die Errichtung einer Gemeinschaftshalle in Münchsreuth, der Bau einer Überquerungshilfe in der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße in Tremmersdorf, Scheunen-Erneuerungen, die Erweiterung der Straßenbeleuchtung in Richtung Klosterhof und an der Südseite des Klosters die Anlage einer Blühwiese nach Erwerb durch die Gemeinde.

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