Speinshart
16.06.2019 - 08:51 Uhr

Der Dreiklang des Speinsharttages

"Von Gott und der Welt", "Verbindungen pflegen" und "Klangräume eröffnen": Auch im Jubiläumsjahr hat der Speinsharttag nichts an seiner Leuchtkraft verloren. Eine Persönlichkeit verdient dabei besondere Anerkennung.

In seinem Festvortrag spricht Abt Filip Lobkovicz vom Stift Tepl über die wechselvolle Geschichte des Klosters Tepl/Teplá. Bild: do
In seinem Festvortrag spricht Abt Filip Lobkovicz vom Stift Tepl über die wechselvolle Geschichte des Klosters Tepl/Teplá.
Es wird der letzte Speinsharttag eines "Großen Speinsharters" sein: Georg Girsch hat seinen Rückzug vom Amt des Fördervereinsvorsitzenden angekündigt. Bild: do
Es wird der letzte Speinsharttag eines "Großen Speinsharters" sein: Georg Girsch hat seinen Rückzug vom Amt des Fördervereinsvorsitzenden angekündigt.

Heimat, erlesene Musik und Lebensgeschichten bekannter Persönlichkeiten mit historischem Bezug zum Nachbarland Tschechien bestimmen das Jahresprogramm und fokussieren sich auf den Speinsharttag am 5. Juli, der ebenfalls mit einem Dreiklang glänzt. Das Programm beginnt um 15 Uhr mit einem Festvortrag von Abt Philipp Lobkovicz zur Geschichte des Klosters Tepl/Teplá.

„Begegnungen“ heißt das Motto der Vernissage zur gleichnamigen Ausstellung um 16.30 Uhr im Kreuzgang. Das grenzüberschreitende Projekt von Herbert Pöhnl (Viechtach) und Edmund Stern (Zwiesel) thematisiert die Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen. Beide Autoren sind häufig unterwegs und entdecken interessante Personen, Szenen und Orte. Die vielfältigen Eindrücke präsentieren sie in Ausstellungen, im Internet und bei Vorträgen. Die Eigenheiten, das Gemeinsame, die Verschiedenheiten von Deutschen und Tschechen wollen sie, zusammen mit vielen Beteiligten und Unterstützern, vorstellen und dabei Grenzen überwinden, nicht nur die geografischen.

Beide Autoren beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der bayerisch-böhmischen Grenze. Sie besuchen Unternehmer, Bürgermeister, Pfarrer, Passanten, ehemalige Dissidenten, Touristiker, Naturschützer, Arbeiter, Studenten und Professoren und tauchen ein in die aufregende Mischung aus Klischees und Faktischem. Ziel ist das gegenseitige Kennenlernen auf menschlicher Ebene, das Verstehen und Tolerieren. Das ermöglichen nur Besuche und Gespräche, das Sich-Kennen-lernen muss gewollt sein, um eine gute Nachbarschaft zu gründen, sagen die Autoren. Es gehe um Menschen mit ihren Geschichten und Eigenheiten, erklärten Herbert Pöhnl und Edmund Stern.

Die Vernissage wird ergänzt mit zwei weiteren Ausstellungen, die bereits gestartet sind. Zu bestaunen ist eine „Kontemplation im Paradiesgarten“. Im Innenhof des Klosters betonen filigrane Skulpturen aus Metall des Künstlers Ales Hnízdil den besinnlichen und gedankenversunkenen Charakter des Ortes, während sich im Oberen Konventgang die Künstlerin Yvonne Most auf fotografische Spurensuche begibt. Unter dem Leitgedanken „Die Erinnerungen der Anderen“ geht Most als Enkelin einer Familie mit sudetendeutscher Herkunft den familiären Wurzeln fotografisch nach, sowohl in der alten als auch in der neuen Heimat. Die Fotografin interessiert sich für das Unfertige und das, was am Rand passiert. Dabei stößt sie auf kollektive Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. Die Fotoserie eröffnet aber auch einen neuen Blick auf eine Region, eine Landschaft mit verwachsenden Narben, die sich stetig weiterentwickelt. Um 18 Uhr wird auch eine Führung durch das Klosterdorf angeboten. Kundiger Begleiter ist Bürgermeister Albert Nickl.

Den Speinsharttag am 5. Juli beschließt das Vokalensemble „Stimmwerck“ um 19 Uhr. Die Gruppe mit den beiden Tenören Gerhard Hölzle und Klaus Wenk, dem Bassisten Marcus Schmidl und Franz Vitzthum als Kontratenor ist Kulturpreisträger des Bezirks Oberpfalz. Das Konzert mit dem Titel „Im Himmel frey“ markiert einen doppelten Abschied. Es wird das letzte Konzert der Sänger sein, die nach dem Speinsharttag nicht mehr als „Stimmwerck“ gemeinsam auftreten werden.

Auch für Georg Girisch, dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderers der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart stellt der Speinsharttag 2019 einen Schlusspunkt dar. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete kündigt in seinem Vorwort zum Speinsharttag für das nächste Jahr seinen Rückzug als Vereinsvorsitzender an. „Ich will die Sorge um Speinshart und für eine Schatzkammer von europäischem Rang an die nächste Generation übergeben“, erklärte Girisch.

Filigrane Skulpturen aus Metall des Künstlers Ales Hnízdil zieren den Innenhof des Klosters. Bild: exb/Ales Hnízdil
Filigrane Skulpturen aus Metall des Künstlers Ales Hnízdil zieren den Innenhof des Klosters.
Info:

Tickets für Speinsharttag

Kartenbestellung (20 Euro regulär und 15 Euro für Vereinsmitglieder). Darin enthalten ist der Eintritt zum Konzert sowie zum anschließenden Empfang. Zu allen anderen Veranstaltungen des Tages besteht freier Eintritt. Der Kartenvorverkauf endet am 1. Juli. Die Abendkasse vor dem Konzert ist ab 18 Uhr geöffnet (ohne reduzierte Preise für Mitglieder). Im Vorverkauf gibt es Tickets in der Buchhandlung Bodner (Pressath) sowie sonn- und feiertags im Infopunkt des Klosterst. Bei Bestellung per Mail (info[at]kloster-speinshart[dot]de) und telefonisch unter 09645/60193601 werden die Karten mit der Post versandt. (do/exb)

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