13.02.2019 - 14:22 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"Die Ehe ist eine ewige Baustelle"

Vor vielen Jahren haben sie vor dem Altar Ja gesagt. Es gab seitdem viel Freude und manchmal auch viel Leid. Dennoch ist es die Treue zueinander, die die Jubelpaare der Pfarreiengemeinschaft zu einem Dankgottesdienst zusammenführt.

Ein Vielzahl von Ehejubilaren fand sich auf Einladung von Pfarrer Adrian Kugler und des Pfarrgemeinderates zum Dankgottesdienst in der Klosterkirche Speinshart ein.
von Robert DotzauerProfil

Ewige Treue vor Gott und der Kirche hatten sie sich versprochen, die fast 100 Eheleute vor 15, 20, 25, 30, 40, 50 oder gar 60 Jahren, die sich am Samstagabend in der Klosterkirche Speinshart auf Einladung von Pfarrer Adrian Kugler und des Pfarrgemeinderates zu einem Jubiläumsgottesdienst einfanden, um in Dankbarkeit auf vergangene gemeinsame Ehejahre zurückzublicken und Gott um weitere Kraft für „das Wunder der Liebe“ zu bitten. Es war eine mächtige Demonstration ehelicher Lebensform. „Da wird einem erst bewusst, was sie miteinander geschafft haben“, verglich der Prior der Prämonstratenser-Abtei die Ehe mit einer ständigen Baustelle, in der es immer etwas zu tun gebe. Mit 61 Ehejahren waren Hildegard und Alfons Nickl aus Naslitz die an Jubeljahren ältesten Gäste.

Mit berührenden Worten erinnerte der Ortsgeistliche dann in der Predigt auf das Ineinanderlegen der Hände während der Segnung des kirchlichen Ehebundes und verglich dieses Zeichen, gemeinsam durchs Leben zu gehen, mit der Plastik des französischen Bildhauers Auguste Rodin, die der Pfarrherr in der Klosterkirche auf eine Videoleinwand projizierte. Pfarrer Adrian interpretierte die „sprechenden Hände“ des Künstlers als zärtlichen Grunddialog der Liebe. In den beiden Händen liege ein kostbarer Zwischenraum in einer Welt gegenseitiger und schützender Zuneigung. In diesen Schutzraum legte der Prior wichtige Prinzipien. Beispielhaft nannte er die lebensnotwendigen Vitamine Lob und Anerkennung, gegenseitiges Vertrauen, die Treue, ohne die Ehe als Fessel zu empfinden und einfach das Füreinander da zu sein.

Dennoch empfahl der Seelsorger, die Eigenheiten und die Einmaligkeit des Partners, seine unterschiedlichen Erfahrungen, Prägungen und Begabungen zu achten und sie nicht als Abziehbild, sondern als Ebenbild Gottes zu schätzen. Pfarrer Adrian kleidete diese Ratschläge in die Volksweisheit: „Liegen zwei Köpfe auch auf demselben Kissen, so haben sie doch verschiedene Träume“. Noch einmal die Plastik und die Kunstwerke von Auguste Rodin interpretierend sprach der Kirchenmann von einer Kathedrale, in deren Mächtigkeit Gott förmlich zu ahnen und zu spüren sei. Auch die Ehe könne zu einer solchen Kathedrale werden, in der man wohne und sich zu Hause fühle. In deren Nischen und stillen Winkeln gebe es auch kleine Beichtkapellen, Nischen der Vergebung, Orte des Trostes und der immerwährenden Hilfe. Dieses Zuhause mit all seinen Trostecken nannte der Geistliche eine Schatzkammer des Lebens und der Ehe.

„Möge Ihre Ehe auch in Zukunft ein Ort der Liebe, der Zärtlichkeit und des Glücks bleiben“. Mit diesen Worten lud Pfarrer Adrian die Eheleute ein, sich die rechte Hand zu reichen und wie im Rahmen des Eheversprechens den Segen Gottes zu erbitten. Begeisterter Beifall der Gottesdienstbesucher begleitete die Szene. Lektorinnen des Pfarrgemeinderates verlasen die Fürbitten und sprachen das Schlussgebet. Feierlich gestaltete die Gruppe „Laudate“ die musikalische Umrahmung. Noch in der Klosterkirche gratulierten Pfarrer Adrian und die Pfarrgemeinderäte den Jubelpaaren und überreichten kleine Geschenke. Es folgte ein Empfang in der Lounge der Begegnungsstätte des Klosters.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.