25.04.2019 - 11:27 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Einmalige Chance zu "Rundumerneuerung"

Ein Schmuckstück und Ruhepol für alle Tremmersdorfer soll er werden: Der alte Schulgarten zwischen Hauptstraße und Milchgasse soll eine „Auffrischungskur“ erhalten.

Zu den beiden Straßen, die die Gemeinde Speinshart heuer in Tremmersdorf sanieren lassen will, gehört die Milchgasse (links abzweigend). Verschönert werden soll auch der alte Schulgarten zwischen Milchgasse und Hauptstraße (Mitte): Der betagte Holzzaun wird durch eine neue Einfriedung ersetzt.
von Bernhard PiegsaProfil

Dabei soll das leicht verwilderte Areal zwischen Hauptstraße und Milchgasse in eine zwar neu eingezäunte, aber per Durchgang begehbare öffentliche Grünanlage verwandelt werden. Schöner und „grüner“ sollen auch die beiden Straßen werden, für die nach Bürgermeister Albert Nickls Eindruck eine „Runderneuerung“ überfällig ist: „Dank des Dorferneuerungsprogrammes ergibt sich endlich die einmalige Chance, diese Aufgabe anzupacken.“ Bis zu 70 Prozent Förderung seien möglich. In einer Anliegerversammlung habe Ingenieur Hannes Oberndorfer bereits die detaillierten Planentwürfe vorgestellt, die ungeteilte Zustimmung gefunden hätten.

Auch die Gemeinderäte, die in ihrer April-Sitzung grünes Licht für die Maßnahmen gaben, waren angetan von Oberndorfers Konzepten, die für den 81 Meter langen, östlich der Kreisstraße gelegenen Abschnitt der Straße „An der Creußen“ einen im Wesentlichen bestandsorientierten Ausbau mit einer Regelbreite von 3,75 Meter vorsieht. Entsprechend den Erwartungen des Amts für Ländliche Entwicklung, erklärte der Ingenieur, sei ein Grünstreifen längs der gesamten Nordseite vorgesehen, auf dem fünf Bäume gepflanzt werden könnten: „Weil hierfür aber auch Privatgrund benötigt würde, hängt das von der Zustimmung des betroffenen Anliegers ab.“ Dieser habe allerdings schon sein Einverständnis signalisiert, merkte der Bürgermeister an.

Weiterhin führte Hannes Oberndorfer aus, dass die Wasser- und Kanalisationsleitungen nicht erneuert werden müssten. Die Kosten kalkulierte er auf etwa 100 000 Euro. Zwischen 3,50 und 4 Meter Fahrbahnbreite sieht Oberndorfers Plan für die 110 Meter lange Milchgasse vor: „Die Fahrbahn soll sich westwärts verjüngen.“ Auf Höhe des Hauses Milchgasse 7 werde die Gemeinde eine Grenzbereinigung anstreben: „Hier hat sich überraschend herausgestellt, dass die Fahrbahn die Grundstücksgrenze ein wenig überschreitet.“

Wenig Raum sah der Ingenieur für eine Entschärfung der spitzwinkligen Einmündung in die Hauptstraße: „Zwischen dem beachtlichen Bauaufwand und dem Verkehrsaufkommen bestünde kein angemessenes Verhältnis. Vor allem müssten wichtige Kabelverbindungen und Schaltkästen verlegt werden.“ Eine leichte Entschärfung sollte aber erwogen werden, forderte Nickl.

Auf 204 000 Euro schätzte Hannes Oberndorfer die Ausbaukosten für die Milchgasse. Die Grundstückszufahrten würden an beiden Straßen gepflastert, die Straßenbeleuchtung modernisiert und nach Bedarf um zusätzliche Leuchtkörper erweitert. Beide Baumaßnahmen sollen möglichst noch heuer abgeschlossen werden. Nicht unerwähnt ließ der Ingenieur, dass die Milchgasse einst Teil einer bedeutenden Straßenverbindung, der „Urstraße“ nach Speinshart und Neustadt am Kulm, gewesen sei.

Eine kostspielige Kompletterneuerung des im Zuge der Glasfaserkabel-Verlegung aufzureißenden Gehsteigs auf Höhe des Speinsharter Kindergartens hielt der Gemeinderat nicht für nötig. Die Baugesellschaft solle den asphaltierten Bürgersteig wie üblich auf etwa 60 Zentimeter Breite öffnen und diese Öffnung hernach wieder überdecken, lautete der Tenor im Gremium. Sollten in etlichen Jahren Reparaturen an der Straße fällig werden, könne die Kommune auch dann noch den Gehsteig komplett neu asphaltieren oder pflastern.

Im Blickpunkt:

Bordsteine schützen Seitenstreifen

Gemeinderätin Barbara Müller (Grüne) fragte nach Sinn und Notwendigkeit der selbst in „abgesenkter“ Bauweise noch etwa drei Zentimeter hohen Bordsteinkanten. Denn diese bildeten auch dann noch für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwägen ein Hindernis. Ingenieur Hannes Oberndorfer entgegnete, dass man zwar die Fahrbahn auch nur durch eine gepflasterte Rinne von Gehwegen oder Grünstreifen trennen könnte: „Aber dann befahren Fahrzeuge ständig die Seitenstreifen. Eine Bordsteinkante wirkt als spür- und sichtbare Barriere.“ Die drei Zentimeter hohen Kanten seien erfahrungsgemäß auch von Rollstuhlfahrern leicht zu überwinden.

Christian Höllerls (CSU) Frage, ob im Zuge des Ausbaus der Milchgasse auch Glasfaserkabel verlegt würden, konnte Bürgermeister Albert Nickl noch nicht beantworten: „Das müssen wir erst mit der Telekom klären.“ Leerrohre sollen aber auf jeden Fall eingebaut werden. Nickl stellte auch klar, dass die Umgestaltung des Schulgartens aus Dorferneuerungsmitteln gefördert werde: „Voraussetzung ist, dass dort eine öffentliche Anlage entsteht.“

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