11.07.2019 - 15:20 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Die Ersten hat es schon erwischt

Es blitzt teilweise bereits gewaltig. Der Donner kommt erst noch, und zwar mit dem Postboten - wenn in einem unauffälligen Brief eine gebührenpflichtige Verwarnung steckt.

Das "Bitte lächeln" könnte zur zornigen Miene werden, wenn die ersten gebührenpflichtigen Verwarnungen bei den Temposündern eintreffen.
von Robert DotzauerProfil

"Vorsicht – Blitzer oder Temposünder herzlich willkommen!" Ist das eine Warnung oder Abzocke? Die Bewertung zur Einführung eines kommunalen Geschwindigkeitsmanagements auf den Hauptstraßen der Gemeinde Speinshart ist ganz unterschiedlich.

In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend berichtete Bürgermeister Albert Nickl vom Start der kommunalen Verkehrsüberwachung mit Geschwindigkeitsmessungen. Erste Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor. Doch der Bürgermeister mutmaßte mit Blick auf Geschwindigkeitstests in den vergangenen Monaten: „Da hat es bestimmt manchen erwischt.“ Seine Vermutung begründete er mit aussagekräftigen Schaubildern des beauftragten Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit in der Oberpfalz.

Danach fuhren bei 24-Stunden-Probemessungen in Zettlitz fast ein Drittel der Kraftfahrer mit einer Geschwindigkeit zwischen 59 und 69 Stundenkilometer durch den Ort. Die Schaubilder zeigten auch "Spitzenwerte“ im Bereich der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße in Tremmersdorf. Aus Richtung Speinshart kommend registrierten die Messgeräte auf Höhe des Sportheimes extrem viele Schnellfahrer.

Und auf Höhe des Autohauses Schmidt in Speinshart kamen 27 Prozent der Kraftfahrer aus Richtung Münchsreuth ebenfalls mit über 59 Stundenkilometern in der Ortschaft an.

Überraschende Ergebnisse brachte auch die begleitende Verkehrszählung. Bürgermeister und Räte staunten über 4400 registrierte Verkehrsbewegungen innerhalb von 24 Stunden im Kreuzungsbereich der Hauptstraße und der Kirchenthumbacher Straße in Tremmersdorf.

Zusammenfassend appellierte Bürgermeister Albert Nickl an die Kraftfahrer, sich an die Geschwindigkeitsvorgaben zu halten. Dann habe niemand ein Problem. Vereinzelten Abzocke-Vorwürfen begegnete der Gemeindechef mit der Feststellung: „Wir wollen doch nur mehr Sicherheit und eine Reduzierung der Anliegerbelastungen.“ Vereinbart sind monatlich zwei Geschwindigkeitsmessungen mit je drei Stunden an verschiedenen Standorten.

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