12.09.2019 - 09:58 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Frauenbund Speinshart fördert die Erinnerungskultur

100.000 Häftlinge hielt die SS zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg gefangen. Mindestens 30.000 von ihnen kamen während der Haft ums Leben. Bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte erfährt der Frauenbund viele Gräueltaten.

Die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes Speinshart besichtigen die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
von Robert DotzauerProfil

Die SS-Führung hatte das Lager errichtet, um durch die Zwangsarbeit der Häftlinge die Granitvorkommen am Ort auszubeuten. Ab 1943 wurde das Lager auch zum Rüstungsstandort. Nach 1945 teilweise zerstört, bebaut und nachgenutzt ist die Gedenkstätte heute ein vorbildhafter Platz für den Umgang mit der deutschen Geschichte. „Erinnerung bewahren“ hieß deshalb auch der Leitgedanke für die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes Speinshart beim Besuch der KZ-Gedenkstätte.

Schwerpunkt war ein Rundgang an historischer Stätte mit Besuch der Dauerausstellung über das Konzentrationslager und seine Nachgeschichte in den erhalten gebliebenen Originalgebäuden. Der Rundgang in Begleitung von Sonja Sczerch, seit kurzem auch Vorsitzende des Frauenbundes Flossenbürg, offenbarte den Besuchern die Geschichte nationalsozialistischer Gräueltaten. Der Themenrundgang führte über den Hauptplatz der Anlage, durch den ehemaligen Häftlingsbereich, Teile des Arrestbaus, die ehemalige Wäscherei, die frühere Häftlingsküche und durch das „Tal des Todes“. So erfuhren sie den Alltag der Häftlinge mit den heute unvorstellbar erscheinenden hygienischen Verhältnissen, der Mangelernährung und den Schikanen und Demütigungen durch das Aufsichtspersonal.

Auch die Ermordung von Dietrich Bonhoeffer im Arresthof des KZ prägte die Wahrnehmung. Eine Besichtigung der Dauerausstellung und das Gebet in der aus Wachturm-Granitblöcken errichteten Kapelle „Jesus im Kerker“ schloss sich an. Der Besuch werde den Mitgliedern auch mit Blick auf die künftige Verhinderung solcher grausamer Diktaturen unvergessen bleiben, versicherte Vorsitzende Elisabeth Nickl. Die Thementour endete mit einem Besuch des Museumscafés, das von den HPZ-Werkstätten Irchenrieth betrieben wird und mit einem kleinen Geschenk aus dem Speinsharter Klosterladen an Führerin Sonja Sczerch.

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