17.05.2018 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Euregio Egrensis fördert deutsch-tschechise Partnerschaft Freundschaft von Kindesbeinen an

Zu einem gut nachbarschaftlichen Verhältnis zwischen Bayern und Böhmen gehören schon Begegnungen von Kindesbeinen an. Das baut Sprachhindernisse ab und verhindert Vorurteile. Ein Beispiel sind die Beziehungen der Kindergärten der Klostergemeinden Speinshart und Teplá (Tepl).

Förderbescheide überreiche sie selten persönlich, sagt Dr. Birgit Seelbinder, Präsidentin von Euregio Egrensis. Doch das intensive Bemühen des Speinsharter Kindergartens zu freundschaftlichen Beziehungen zum böhmischen Teplá (Tepl) verdiene Anerkennung. Auf dem Bild von links Kinderpflegerin Judith Höller, Bürgermeister Albert Nickl, Alt-Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, Kindergartenleiterin Waltraud Wagner, Euregio-Geschäftsführer Alexander Dietz und Dolmetscherin Lenka Uschold. Eine jubelnde Ki
von Robert DotzauerProfil

Die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen den Einrichtungen in Speinshart und Teplá (Tepl) bei Marienbad finden nun auch die Aufmerksamkeit von Euregio Egrensis. Bewusstsein erzeugen, Überzeugungsarbeit leisten und Nachfrage wecken, sind die Zielvorstellungen der Organisation im täglichen Miteinander bei der grenzüberschreitenden Arbeit.

Die Beziehungen zwischen Speinshart und Teplá/Tepl haben historische Wurzeln: Die Prämonstratenser-Klöster der Orte pflegen enge Beziehungen. Die Neugründung der Abtei in Speinshart ist vor allem den Chorherren aus Tepl bei Marienbad zu verdanken. Der Weg für eine Partnerschaft zwischen den Kindergärten der Gemeinden war deshalb nicht weit. Seit fünf Jahren kommt es zu gemeinsamen Veranstaltungen. Jüngstes Beispiel war ein Begegnungstag im Pilsener Zoo. Für die Kinder ein besonderes Erlebnis. Das Ziel: die Entdeckungen des Tierparks und der Natur sprachlich wahrzunehmen. Bayerisch-tschechischer Zoowärterlauf hieß das Thema des gemeinsamen Besuches. Im Vorfeld hatten sich die Kinder beider Einrichtungen mit dem jeweiligen Personal und von Sprachanimateurinnen zur Wahrnehmung der Sprache des Nachbarlands auf die Begegnung vorbereitet. In Begleitung der Eltern ein voller Erfolg, wie Kindergartenleiterin Waltraud Wagner bilanzierte.

Dankbar und spendabel zeigte sich Euregio Egrensis. Persönlich überreichte Alt-Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder aus Marktredwitz, Präsidentin der bayerischen Seite von Euregio Egrensis, mit ihrem Geschäftsführer Alexander Dietz einen Förderbescheid zur Kofinanzierung für die Aufwendungen der Speinsharter in Höhe von 3700 Euro. Birgit Seelbinder unterstrich die Vorbildfunktion der Einrichtung, schon im Kindesalter zur Überwindung der Folgen der bisher trennenden Grenzen in der Mitte Europas beizutragen. Nach dem Beitritt Tschechiens zur EU spiele insbesondere der Abbau der Sprachbarriere eine zentrale Rolle. Die Euregio wolle deshalb mit einer breit angelegten Sprachoffensive zum Bewusstseinswandel anstoßen, der in beiden Kindergärten auf fruchtbaren Boden falle.

Seelbinder begrüßte die Initiativen und begründete den Zuschuss mit der teilweisen Kostendeckung für den Besuch des Pilsener Zoos und zum Kauf eines Notebooks und einer digitalen Kamera. Damit könne die im Projekt vorgesehene E-Mail-Zusammenarbeit der Kinder und der sprachliche Austausch per Skype aktiviert werden. Für Waltraud Wagner ein Segen. Auch Sprachanimateurin Lenka Uschold, die den deutsch-tschechischen Austausch intensiv begleitet, war begeistert. "Kontakte über das Internet helfen Sprachbarrieren überwinden und erleichtern das Aufeinanderzugehen erheblich", betonten die Pädagoginnen.

Wagner denkt schon über das nächste Projekt nach. Sie schlug einen grenzüberschreitenden Kirchenführer für Kinder vor. Stoff dazu gebe es mit den Prämonstratenser-Klöstern genug. Auch Bürgermeister Albert Nickl sah mit Blick auf die Völkerverständigung weitere Kontaktmöglichkeiten. Verbunden mit dem Dank für die Förderung und für die Initiativen der Kindertagesstätte war die Empfehlung für eine Partnerschaft auf der Ebene beider Klöster.

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