15.04.2019 - 11:40 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"Gestaltende und prägende Kraft"

Politikverdrossenheit ist vielerorts ein Problem: So manche Partei-Ortsgruppe kämpft ums Überleben. Die Speinsharter CSU gehört nicht dazu.

Über eine weiter gestiegene Mitgliederzahl der Speinsharter CSU freut sich Ortsvorsitzender und Bürgermeister Albert Nickl.
von Bernhard PiegsaProfil

Die Mitgliederzahl stieg im zurückliegenden Jahr dank 3 Neueintritten auf 83. 16 der CSUler sind zwischen 16 und 35 Jahren alt. Entsprechend selbstbewusst gab sich Ortsvorsitzender und Bürgermeister Albert Nickl in der Jahreshauptversammlung im Gasthof Waldeslust in Süßenweiher: „In unserer Klosterdorfgemeinde bewegt sich viel, und daran haben wir einen kräftigen Anteil.“

Einen „Alleinvertretungsanspruch“ mit Blick auf diese Erfolge könne und wolle die Union freilich nicht erheben, stellte Nickl nachdrücklich klar: „Wir sehen uns als gestaltende und prägende Kraft, wollen aber nicht überheblich sein und legen Wert darauf, mit allen zusammenzuarbeiten.“ Speinsharts Stärke liege darin, eine „aktive Bürgergemeinde“ zu sein, an deren Entwicklung „viele ehrenamtlich Tätige“ in Ortsgemeinschaften, Vereinen, Organisationen sowie „über die Parteigrenzen hinweg“ im Gemeinderat mitwirkten.

Beispielhaft verwies der Ortsvorsitzende auf die im März abgeschlossene Sanierung des Schulhauses mit Einrichtung eines offenen Ganztagsschulangebots: „Diese wichtige Zukunftsinvestition ist für alle drei Schulverbandsgemeinden Gold wert, und die Ausgaben blieben punktgenau im Rahmen der Finanzplanung.“ Auch werde die „Datenautobahn“ heuer die letzten Anwesen erreichen: „Demnächst werden die Glasfaserleitungen nach Herrnmühle und in die nördliche Siedlung verlegt, und in etwa 3 Monaten haben wir eine hundertprozentige Breitbandnetz-Erschließung des Gemeindegebiets mit mindestens 30 Megabit erreicht.“

Als „mustergültige Gemeinschaftsleistung“ der Wehr lobte Nickl die Erweiterung des Speinsharter Feuerwehrhauses: Aktuell sei dort der Innenausbau im Gange. Das „Haus der Dorfkultur“ im Anwesen Klosterhof 23 werde am 11. Mai eingeweiht, ein wenig verzögert habe sich die Sanierung der Mauer am nördlichen Ortsausgang von Tremmersdorf: „Die Handwerksbetriebe sind zurzeit mit Arbeit reichlich eingedeckt. Aber in Kürze werden Mauer und Geländer nicht nur saniert, sondern auch begrünt und von Schülern bemalt.“

Der Speinsharter Kinderspielplatz habe sich zum vielbesuchten „Kinderland“ gemausert, auch die anderen Spielplätze seien im Schulterschluss von Kommune, Eltern- und Dorfgemeinschaften aufgewertet worden. Von den elf Parzellen im Zettlitzer Baugebiet seien fünf verkauft und zwei vorgemerkt, berichtete Nickl ferner. Die Erschließung des Tremmersdorfer Baugebiets „Maifurth“ mit 18 Parzellen laufe seit der zweiten Märzhälfte: „Hier haben wir bereits verbindliche Vereinbarungen mit acht Interessenten abgeschlossen. Eines ist so gut wie vergeben, für ein weiteres Grundstück liegt eine Anfrage vor.“ Zwei Drittel der dort interessierten Bauwilligen seien „Einwohner oder rückkehrwillige frühere Einwohner unserer Gemeinde“.

Noch in diesem Jahr sollen die Milchgasse und die Straße „An der Creußen“ erneuert werden, teilte der CSU-Ortsvorsitzende mit: „Hierfür können wir mit Dorferneuerungs-Fördermitteln rechnen.“ Demnächst würden die südliche Zufahrt zum alten Klosterdorf mit 4 Straßenleuchten bestückt und auf Höhe des Tremmersdorfer Sportheimes eine zu 80 Prozent aus Landesmitteln finanzierte Fußgänger-Querungshilfe über die Staatsstraße angelegt. Ebenfalls noch in diesem Jahr wolle man die Sanierung der Scheunen hinter dem Haus „Klosterhof 23“ angehen, kündigte Albert Nickl an: „Eine mündliche Förderzusage aus München haben wir erhalten.“ In den Startlöchern stünden auch die Münchsreuther für „ihr großes Gemeinschaftsprojekt“: „Noch in diesem Monat soll der Bau der neuen Gemeinschaftshalle beginnen.“

Im Blickpunkt:

Weiterhin kein Fraktionszwang

Alles in allem seien die 18 kommunalpolitischen Ziele, die die CSU in ihrem Wahlprogramm von 2014 benannt habe, erreicht oder in Sichtweite, erklärte CSU-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Albert Nickl. Diese Aktivität spiegele sich nicht zuletzt in der Haushaltsplanung wider: „Wir ruhen uns nicht aus, sondern ackern mit voller Kraft. Deshalb erwarten wir einen Rekordhaushalt mit etwa fünf Millionen Euro Gesamtvolumen.“

Zwar werde die Kommune heuer für die Vorfinanzierung der Erschließung des Baugebiets „Maifurth“ neue Schulden aufnehmen müssen, die aber später dank der Einnahmen aus dem Parzellenverkauf beglichen werden könnten: „Grundsätzlich behält der Schuldenabbau Priorität“, erklärte Nickl.

Festhalten werde man an dem Verzicht auf einen Fraktionszwang: „Jeder soll seine Meinung einbringen und die Freiheit haben, abzustimmen, wie er es für richtig hält. Meinungsvielfalt trägt dazu bei, die Gemeinde vorwärtszubringen.“ (bjp)

Hintergrund:

Bürgergespräche beliebt

In seinem Jahresrückblick streifte Ortsvorsitzender Albert Nickl ferner die CSU-Veranstaltungen: wie den gut besuchten Familienausflug zum Bayernpark, die Familienradtour nach Kirchenthumbach, die Herausgabe des 24. Speinshartkalenders sowie die Exkursionen zur Burg Falkenberg und zum „größten Sägewerk Europas“ in Plößberg. Auch der Preisschafkopf sei als großer Erfolg in Erinnerung geblieben, merkte Nickl an.

Vor allem aber hätten die Einwohner die Bürgergespräche in Zettlitz, Seitenthal und Haselbrunn gut aufgenommen: „Wir haben wertvolle Hinweise und Ideen mitgenommen, und es hat sich bewährt, solche Zusammenkünfte auch in den kleineren Ortsteilen anzubieten. Mancher, der zu großen Versammlungen für die ganze Gemeinde nicht käme, meldet sich in diesem kleineren Rahmen gern zu Wort.“ Zurzeit bereite der Ortsverband für 7. bis 10. November eine Fahrt nach Südtirol vor.

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