23.02.2020 - 10:59 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Katholische Landvolkbewegung: Ein Tag mit "Gott in der Hütte"

"Wo ist Gott, wenn unschuldige Menschen leiden?" Diese und viele weitere Fragen versucht Pfarrer Edmund Prechtl bei einem Tag der Orientierung der Katholischen Landvolk-Bewegung in Speinshart zu beantworten.

Auf der Grundlage des Bestseller-Romans "Die Hütte-ein Wochenende mit Gott" setzte sich Referent Pfarrer Edmund Prechtl (li) bei einem Tag der Orientierung der Katholischen Landvolkbewegung auf Kreisebene in Speinshart mit verschiedenen Lebens- und Glaubensthemen auseinander
von Robert DotzauerProfil

Braucht der Mensch nicht täglich göttlichen Rückenwind? Ein spannendes Thema hatte sich da die Landvolkbewegung auf Kreisebene mit den Organisatoren Georg Rinnagl, Claudia Hauer und Rita Hey ausgesucht. „Ein Tag mit Gott – Einladung in die Hütte“ hieß der Leitgedanke, mit dem sich Referent Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath in der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart auseinander setzte. Im Zentrum der Betrachtungen stand ein Blick in die verschiedenen Lebens- und Glaubensthemen auf der Basis des Bestseller-Romanes und Kinofilms „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“.

Der Autor William Paul Young berührte dabei die großen Themen des Lebens und verpackte sie in eine faszinierende Erzählung. Trauer und Freude, Leben und Sterben, Grausamkeit und Schönheit. Pfarrer Prechtl stellte vor allem das schwierigste und größte theologische Dilemma in den Mittelpunkt: "Die Güte Gottes und das Böse. Wo ist Gott mitten im Leid? Wenn er doch allmächtig ist, wieso greift er nicht ein? Während es Menschen innerlich zerreißt, scheint der Himmel zu schweigen."

Young hat das Buch für seine Kinder geschrieben. Er wollte ihnen auf eine erzählerische Art sein Bild vom christlichen Gott näher bringen. Ein Vater namens Mack, dessen Elternhaus von Gewalt geprägt war, verliert seine jüngste Tochter. Sie wurde bei einem Wochenendausflug entführt, vergewaltigt und getötet. Einige Zeit danach erhält Mack einen Brief. Es handelt sich um eine Einladung zu eben jener Hütte, in der seine Tochter das große Leid erfahren hat. Mack macht dort eine schmerzhafte und zugleich hoffnungsvolle innere Erfahrung mit Gott.

Warum Gott von Barmherzigkeit und Liebe spricht und dann so etwas zulässt? In diesem Ringen begegnet er der Weisheit, er solle sich selbst auf eine Art Richterstuhl setzen und über die Menschen richten. Vor Augen geführt werden ihm seine Kinder, die auch gesündigt haben. Wen will Mack verurteilen? Er kann es nicht. Zu groß ist die Liebe zu seinen Kindern, zu unbegreiflich das Geflecht von Schuld in dieser Welt, zu unbegreiflich Gottes Art zu denken, bis sich Mack sogar durchringt, auch dem Mörder seiner Tochter zu verzeihen.

Am Beispiel dieser Erzählung suchte der Referent nach der Sprache und den Gedanken der Menschen und nach den Antworten Gottes. "Wo ist Gott in Zeiten großer Traurigkeit? Wo war Gott, als ein geliebter Mensch bei einem Autounfall ums Leben kam?", lauteten die Fragen. Dennoch Gottes Existenz nicht in Frage zu stellen, zog sich wie ein roter Faden durch den Tag der Orientierung. Pfarrer Prechtl zeichnete vor allem ein Gottesportrait des liebenden Vaters. Ähnlich dem biblischen Gleichnis vom verlorenen Sohn oder vom barmherzigen Samariter ermutigte der Seelsorger dazu, Gott auch bei Schmerz und Elend zu vertrauen. Zu den Fragen nach Sinn und Ziel bleibe letztlich nur das Vertrauen in den Schöpfer, dessen Wege und Gedanken oft nicht erkennbar seien. Der Tag der Orientierung endete mit einer Eucharistie-Feier in der Klosterkirche.

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