Speinshart
05.01.2026 - 13:15 Uhr

Im Kloster Speinshart ertönt die "Stimme Amerikas"

Man kann Frank Sinatra nicht wie Staub von einem Denkmal wischen, um seine Genialität wieder aufblitzen zu lassen, findet Michael Opheiders. Der freie Schauspieler und Sänger pointiert in Speinshart in einer Zeitreise den US-Superstar.

Der Mann, der sich in Frank Sinatra verwandelte. Im Musiksaal des Klosters Speinshart bot Michael Ophelders begleitet von Ulli Forster am Piano als Double der Sänger- und Schauspieler-Legende beste Unterhaltung. Bild: do
Der Mann, der sich in Frank Sinatra verwandelte. Im Musiksaal des Klosters Speinshart bot Michael Ophelders begleitet von Ulli Forster am Piano als Double der Sänger- und Schauspieler-Legende beste Unterhaltung.

Man nannte ihn die Stimme Amerikas oder wegen seiner charakteristischen Songs einfach „The Voice“, den Mann mit den blauen Augen. Schon zu Lebzeiten war Frank Sinatra als Ol Blue Eyes eine Legende. Als er 1998 starb, leuchtete das Empire-State-Building in New York ihm zu Ehren in blauem Licht. Wie nähert man sich so einer Persönlichkeit im Rahmen einer Lebensgeschichte einem Weltstar, der sechs Jahrzehnte lang den Showbusiness mit seinem einzigartigen Gesangsstil und seiner herausragenden Größe als Jazz- und Popmusiker und als Schauspieler begeisterte?

Um dieses Leben zu erzählen, nahm sich Schauspieler Michael Ophelders dieser Herausforderung in Begleitung von Ulli Forster am Steinway-Flügel an. Dahinter verbarg sich im überfüllten barocken Juwel des Klosters charmant und kurzweilig ein fesselnder musikalischer Theaterabend mit einer zweistündigen Hommage an den Ausnahmekünstler. Ein Soloabend aus Gesang und erzählten Passagen, eingerahmt von einer reichen Hutauswahl, Toupets und einem Bottle Whisky, kennzeichnende Requisiten für das entsprechende Ambiente der Sinatra-Show. Eine spezielle Atmosphäre mit funkelnden Franky-Songs, eingebettet in eine Erzählform voller spannender Geschichten und humorvoller Bonmots. Eine Liebesreise ins Ungewisse, die Opheiders ankündigte und fortan in die Rolle des großen Entertainers schlüpfte.

Die Klassiker im Programm

Doch über all diesen schauspielerischen Höhepunkten standen Sinatras große Hits und Klassiker. Die gefühlvolle Ballade „I’ll Never Smile Again“, über Songs der 1950er und 1960er Jahre wie „Come Fly With Me“, „All Or Nothing At All“ oder „Fly Me To The Moon“ bis zu den späten Hits „New York, New York“, „Strangers in the Night“, „My Way“ und dem großartigen Bar-Song „One For My Baby“ reichte der Melodienreigen.

Zudem fesselte der Künstler die Hörerschaft mit faszinierenden Geschichten aus dem reichen Leben Sinatras. Michael Ophelders erzählte von Franky als Frauenheld und über die Beziehung zur Hollywood-Diva Ava Gardner, erinnerte an den „Gut-Menschen The Voice“ mit seinen zahlreichen Benefiz-Konzerten, ließ Mafia-nahe Beziehungen des Weltstars durchblicken und erzählte vom energischen Einsatz Sinatras gegen den Rassismus. Michael Ophelders wusste auch von einer FBI-Akte, so dick wie die Bibel. Eine Mischung über das Auf und Ab eines turbulenten Lebens eines Superstars, die auch den Menschen Sinatra beleuchtet. Die begeisterte Hörerschaft durfte sich schließlich über einige temperamentvolle Zugaben freuen.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.