24.02.2020 - 11:53 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Konzert im Kloster Speinshart: "LumiMare" malt eigenwillige musikalische Bilder

Ein bisschen Faschingsendspurt war auch am Sonntag im Kloster zu spüren. Es waren die Improvisationen der Gruppe "Trio LumiMare", die für gute Stimmung sorgen. Allerdings: So recht einordnen ließ sich das bizarre Musizieren nicht.

Das scheinbar klassische Trio "LumiMare" wirbelt bei einem Konzert im Musiksaal des Klosters Speinshart alle Musikstile durcheinander
von Robert DotzauerProfil

Licht und Meer: Ein scheinbar klassisches Trio wirbelte am Faschingssonntag im wiederum vollbesetzten Musiksaal des Klosters die Musikstile durcheinander. Mathias Schabow am Flügel, Michaela Neuwirth (Querflöte) und Uwe Rapp am Kontrabass malten eigenwillige musikalische Bilder. Für die Besucher eine hörenswerte Entdeckung aus Melodien und Akkorden, die sich nicht so recht in musikalische Schubladen einordnen ließen.

Was ist mit dem, was nicht in diese Schubladen passt? Nicht in die Fächer Klassik, Jazz, Pop, Weltmusik? Diese Unsicherheit blieb einen ganzen Konzertnachmittag. In der klassisch anmutenden Besetzung brach das Trio die vom Publikum erwarteten klassischen Elemente lustvoll auf und vermischte sie mit Minimalmusic, Jazz, Latin und Avantgarde. Eigenwillig, unkonventionell und grenzüberschreitend klang das harmonische Gerüst mit ihren meditativen Ausritten. Drei absolute Könner garantieren natürlich noch kein gutes Konzert. Was den Nachmittag so hörenswert machte, war die phantasievolle Entführung in andere Welten.

Für viele im Publikum war dieses Improvisieren erst einmal gewöhnungsbedürftig. Doch die musikalischen Erzählungen kreuz und quer durch Europa zum Beispiel mit Titeln wie „Am Meer“, „Ankunft“ „Number one“, das „lascia volare i'aquilone“ (Drachensteigen), „Rückblick“, dem Jazz von „Großtante Emely“, „Regenbogen“ oder Melodien aus der Algarve luden die Besucher ein zu einem musikalischen Kurzurlaub in andere Sphären. Ein einzigartiger Klangkosmos voller Tiefe und Inspiration verführte in die Gemütslandschaften der Akteure. So ließ Mathias Schabow in die Musik Erinnerungen an seine Heimat Mecklenburg einfließen, deren Geschichten von Land und Leuten vor dem inneren Auge der Zuhörer sichtbar wurden.

Die Musik des „Trio LumiMare“ entpuppte sich als wohlklingender Ohrenschmaus, wenn auch manchmal hochkomplex. Der stürmische Beifall verlangte nach einigen Zugaben.

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