01.03.2019 - 11:45 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"Eine lebendige Gemeinde"

Der Wunschkatalog ist dick gefüllt - im Gegensatz zum Speinsharter Gemeindesäckel. Da bedarf es findiger Ideen, um mit Unterstützung der Dorferneuerung weitere Maßnahmenpakete zu schnüren.

Das von ihr erworbene Wiesengelände vor dem Kloster möchte die Kommune mit Unterstützung des Obst- und Gartenbauvereins in ein blühendes Areal umgestalten. Damit soll das Klosterdorf Beispielgemeinde für das Erfüllen der Forderungen aus dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" werden.
von Robert DotzauerProfil

Deren Förderquellen sollen auch in Zukunft dazu beitragen, die Gemeinde noch schöner zu gestalten. In erster Linie sind es Wegebaumaßnahmen, die auf der Agenda künftiger Investitionen stehen. Dazu sei die tatkräftige Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) erforderlich, erklärte Bürgermeister Albert Nickl in der Bürgerversammlung. Darüber hinaus gibt es viele weitere Wunschvorstellungen.

Das Gemeindeoberhaupt bezeichnete unter anderem die innerörtlichen Wege im Bereich des Kellerhauses in Speinshart, in Tremmersdorf entlang der Creußen und in der Milchgasse als sanierungsbedürftig. Auch die Ortsstraßen in Haselbrunn und Seitenthal stehen dabei im Fokus.

Außerorts sei bei den Straßen zwischen Tremmersdorf und Haselbrunn sowie in Richtung Scheckenhof und der Flurweg zwischen Zettlitz und Schmierhütte ein Ausbau notwendig, sagte der Rathauschef. Immer aktuell sei die Diskussion über die sogenannte Betonstraße. Nach der Erneuerung von Banketten sei auch die Anlage weiterer Ausweichstellen auf der relativ schmalen Straße denkbar. Eine Verbreiterung der Straße, zum Beispiel mit Rasengittersteinen, schloss Nickl aus Kostengründen aus. Stattdessen empfahl er den Kraftfahrern, die Geschwindigkeitsbegrenzungen besser zu beachten.

Ein besonderes Anliegen ist dem Bürgermeister eine zeitnahe Entlandung der Creußen in der Verantwortung des Wasserwirtschaftamts. Er berichtete von guten Gesprächen mit der Fachbehörde. Die Planungen seien abzuwarten. Als ein Projekt "in ferner Zukunft“ ordnete Nickl die Innensanierung des Gemeindezentrums ein. Abzuwarten sei eine gute Gelegenheit der Mitfinanzierung durch die Dorferneuerung.

Als teure Angelegenheit stufte der Rathauschef eine geordnete Abdeckung der ehemaligen Bauschuttdeponie ein. Auch die Nachsorge werde viel kosten, befürchtete er. Unbestritten sei auch die Notwendigkeit einer Querungshilfe über die Kreisstraße zwischen dem neuen und dem alten Dorf mit Fußgänger-Anbindung des Parkplatzbereiches in Richtung Klosterhof. Eine Lanze für einen sicheren Fußweg zwischen der Gereon-Motyka-Siedlung und dem Parkplatz einerseits sowie dem Eingangstor zum Klosterhof brach in der Diskussion auch der ehemalige zweite Bürgermeister Hans Diepold. Als weitere Projektideen nannte Nickl die schon seit längerem diskutierten Themen- und Wallfahrtswege rund um das Kloster und in Richtung Barbaraberg mit Sanierung von Marterln und Heiligen-Stationen, den bestandsorientierten Ausbau der Staatsstraße zwischen Speinshart und Dobertshof mit Kurvenbegradigungen und Kuppen-Rückbauten sowie die Schließung des Radwegenetzes in Richtung Neustadt am Kulm.

Weiteres Thema war die Einführung einer kommunalen Verkehrsüberwachung im Gemeindebereich. Der Bürgermeister rechtfertigte den Beschluss des Gemeinderats mit einer Vielzahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen. „Am letzten Punkt der Messstellen im Bereich der Ortstafeln in Münchsreuth, Tremmersdorf, Höfen und Speinshart registrierten die Geräte ein Drittel Schnellfahrer mit über 60 Stundenkikometer“, teilte Nickl mit. Deshalb sei eine Weichenstellung für Radarmessungen erfolgt. Das Gemeindeoberhaupt kündigte weitere Informationen vor Beginn der Messungen an und erläuterte Details der Blitzer-Einsätze. Vermutungen zu Gewinnabsichten durch die Gemeinde dementierte Nickl mit der Empfehlung „langsamer fahren“.

Mit einer Bilderserie unterstrich er den Anspruch einer „lebendigen Gemeinde“. In diesem Zusammenhang würdigte er den starken Gemeinschaftsgeist im Klosterdorf und lobte das kulturelle und gesellschaftliche Engagement der Bürger sowie der Vereinswelt: „Der Tatendrang unserer Vereine ist vorbildlich.“ Dank gab es auch für die Internationale Begegnungsstätte, die gute Zusammenarbeit mit dem Kloster, den Einsatz der Vereine für das Ferienprogramm der Gemeinde, das gute Miteinander im Gemeinderat und das Amt für Ländliche Entwicklung. Der Ausblick gehörte großen Jubiläen. Vom 28. bis 31. Mai 2020 „jubiliert“ die Feuerwehr Speinshart mit dem 125. Jahrestag ihrer Gründung und vom 17. bis 19. Juli 2020 feiert das Klosterdorf „875 Jahre Speinshart“.

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