12.04.2019 - 12:47 Uhr
SpeinshartOberpfalz

In Speinshart blüht der "Notenbaum"

Was wäre, wenn die Äpfel am Baum Noten wären? Dann gäbe es eine Welt voller Musik. Diesen Traum träumt die Grundschule "Am Rauhen Kulm" mit dem Musical "Der Notenbaum".

von Robert DotzauerProfil

Musik hat ein Geheimnis: Sie kann Gefühle ausdrücken. Fröhliches Singen und Musizieren kann ebenso ansteckend wirken wie schwermütige Melodien. An zwei Abenden dominierte in Speinshart die Fröhlichkeit. Das Kindermusical „Der Notenbaum“ begeisterte Jung und Alt.

In kindlicher Verzückung sangen sich circa 100 Schüler der Grundschulklassen 2 bis 4 frisch und frei zur Frühlingszeit in die Herzen der Eltern und Geschwister, Omas und Opas. Ein musikalischer Frühlingssturm wehte durch das an beiden Tagen überfüllte Gemeindezentrum, ein Ohrwurm nach dem anderen förderte die gute Laune.

„Lass uns zum Notenbaum gehen, um ihn zu wecken“, schlug dieser vor. Jahr für Jahr, wenn im Frühling der Notenbaum blüht, kommen Sänger und Instrumentalistenaus aller Welt und pflücken sich frische Noten, damit sie auch im neuen Jahr wieder Musik machen können. Doch der Weg wird diesmal zur Enttäuschung: Der Notenbaum blüht nicht mehr - keine Musik, keine Fröhlichkeit. Wird es den Kindern gelingen, den Notenbaum zu retten? Dafür gibt es viel zu tun - auch für die Kinder der Grundschule "Am Rauhen Kulm".

Seit Monaten liefen die Vorbereitungen auf diesen Höhepunkt des Theaterlebens an der Schule. Besonders die Lehrkräfte Ulrike Kneidl (Chor) und Maria Neumann (Theaterregie) nahmen sich des spannenden und lebendigen Musicals an. Viele Wochen Probenarbeit, ein Gesangsworkshop mit Robert Eller, ein Bastelabend für Eltern und Lehrkräfte zum Aufbau der Kulissen und zur Fertigung der Dekoration, Schneidern von farbenprächtigen Kostümen, Kümmern um die Technik, Schminken, Malen und schließlich Verwöhn-Buffets des Elternbeirats für die Pausen: Viel Arbeit stand an, bis es hieß „Bühne frei“ für das singende und musizierende Kindervolk.

Das Musical, von Inge und Wolfram Eicke sowie Dieter Aber in Wort und Musik aufgegriffen, bot reichlich Stoff für ein kindgerechtes Ausschmückung einschließlich einer rassigen Melodienfolge. Der „Jim aus Texas“ sang das "Lied vom Cowboy", „Uns Spaniern liegt Musik in Blut“, hieß es beim spanischen Tanz und aus dem kalten Osten kommend sangen sich die russischen Gäste warm.

Unbeeindruckt von den Besuchern aus aller Welt machten die "Kids" auf „Rock ’n' Roll“, bis „der garstige Gnom“ Einhalt gebot. Singend und spielend überstanden die Akteure die Enttäuschung über den leergepflückten Notenbaum und schöpften neue Hoffnung mit dem Eintreffen des Gärtners und des Försters sowie dem Wiederentdecken der verlorenen Flöte.

„Was Musik zum Öffnen braucht , das kann nur ein Notenschlüssel sein“, überlegten sich schließlich die Mädchen und Buben. Fortan wurde mit dem Song „Ja, wir packen das“ am Notenschlüssel gewerkelt. Daraus entstand der begeisternde Schlusssong „ Wo wär’n wir ohne Musik? Wenn wir lachen, wenn wir träumen, oder wenn wir traurig sind?“.

Wie so oft öffnete die Musik die Herzen. Ob Sänger, Chorkinder, Erzähler, die Elfenkönigin, die kleinen Feen, der Gnom oder der Ohrwurm, die Instrumentalisten des Gymnasiums Eschenbach unter Leitung von Studienrat Michael Horn und mit Schulleiterin Gabriele Bodner als Querflötistin, Harfenistin Miriam Paradiso und Cellist Lukas Paradiso, die eigens aus Würzburg anreisten: Sie alle setzten Glanzpunkte, die die Rektorin als "Gänsehaut-Feeling" beschrieb. „Ohne Musik wäre unsere Heimat ärmer“, fasste Albert Nickl, Bürgermeister und Vorsitzender des Schulverbandes, die beiden musikalischen Höhepunkte des Schuljahres zusammen.

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