Speinshart
12.07.2022 - 15:00 Uhr

Speinshart erhöht Gebühren für Kindertagesstätte

Kinderbetreuung zum Nulltarif? Das geht nur in wenigen reichen Gemeinden. In regelmäßigen Abständen dreht deshalb auch das Klosterdorf an der Gebührenschraube. Wenn auch nur ganz vorsichtig und in diesem Jahr aus besonderem Grund.

Das Thema Kindergartengebühren beschäftigt viele junge Eltern. Auch Bürgermeister und Gemeinderat versuchen den Spagat zwischen den gewaltigen Ausgaben für die Kita-Betreuung und der zumutbaren Kostenbelastung der Sorgeberechtigten. Seit es einen gesetzlich normierten Anspruch auf einen Kitaplatz gibt, sind die Plätze begehrter denn je. Gleichzeitig steigen jedoch auch die Ausgaben in der Kindertagespflege.

200.000 Euro zu schultern

Im Haushaltsjahr 2022 rechnet die Gemeinde Speinshart laut Haushaltsplan mit Kosten von zirka 521.000 Euro. Satte staatliche Zuschüsse reduzieren den Gemeindeanteil auf zirka 200.000 Euro. Für eine kleine Gemeinde dennoch eine riesige Herausforderung aber auch gut angelegtes Geld für eine hochwertige Dienstleistung, wie Bürgermeister Albert Nickl stets betont. Benutzungsgebühren für den Besuch der Kids im gemeindeeigenen Kindergarten sind allerdings ein Muss. Bescheidene Gebührenerhöhungen zur rechten Zeit gehören auch zum Merkmal eines soliden Wirtschaftens, wie es in der jüngsten Ratssitzung hieß.

Für gewöhnlich beträgt der Bemessungszeitraum zwei Jahre. Erst im Vorjahr angepasst, kam deshalb die Empfehlung zu einer weiteren Gebührenanhebung zum 1. September 2022 überraschend. Ein Vorstoß, der den Förderregularien der Regierung geschuldet ist und die Förderschädlichkeit bei staatlichen Zuwendungen vermeiden soll. „Der Unterschied zwischen den Gebührenstufen muss jeweils mindestens zehn Prozent betragen“, erläuterte der Bürgermeister den Änderungsvorschlag.

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Betreuungszeit. Je mehr Zeit das Kind in der Kita verbringt, desto höher die Gebühr. Ein Blick in den Entwurf der Änderungssatzung zeigt: Bei einer Buchungszeit von bis zu fünf Stunden beträgt die Gebühr je Kind wie bisher 105 Euro monatlich. Bei einer Sechs-Stunden-Buchung stehen statt bisher 110 Euro 5 Euro mehr, also 115 Euro in der Gebührentabelle, um, so der Bürgermeister, den Anforderungen der Behörden zu genügen. Die Zehn-Prozent-Sprünge enden bei Buchungszeiten über acht Stunden. Statt 125 Euro beträgt dann die neue Gebühr 145 Euro jeweils einschließlich Spiel- und Getränkegeld.

Auch Krippengebühren ändern sich

In analoger Anwendung verändern sich auch die Gebührenstufen für die Krippenbetreuung. Sie betragen je nach Buchungszeit zwischen 140 Euro und 210 Euro. Für Zweitkinder und jedes weitere Kind wird ein Abschlag von 10 Euro gewährt. Bürgermeister Albert Nickl verwies zudem auf die Zuschüsse des Freistaates für die Elternbeiträge. Zuwendungen, die den Sorgeberechtigten deutlich helfen. Auch der Elternbeirat sei in die Gebührendiskussion eingebunden worden, betonte Nickl. Gemeinderat Johann Mayer interessierte ein Gebührenvergleich mit vergleichbaren Einrichtungen. „Landesweit liegt die Kita Speinshart deutlich unter dem Gebührendurchschnitt, im regionalen Bereich allerdings im oberen Bereich“, erzählt der Bürgermeister. Die Änderung der Gebührensatzung gilt ab 1. September 2022. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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Speinshart23.01.2022
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