05.10.2020 - 14:38 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Starkes Bekenntnis zur Marienverehrung beim Rosenkranzfest in Speinshart

Ohne feierlichen Chorgesang, ohne Orchestermesse, ohne Lichterprozession, ohne eucharistische Prozession, ohne Vesper: ein ungewöhnliches Szenario. Und doch haben die Gläubigen beim Rosenkranzfest 2020 die Mutter Gottes im Herzen.

Mit einem erfrischenden Pontifikalamt mit viel Volksgesang feiert Speinshart das 99. Rosenkranzfest
von Robert DotzauerProfil

"Rosenkranzkönigin, Mutter, du Reine, gib, dass dir unser Herz ähnlich erscheine“: Mit einem der bekanntesten Marienlieder eröffneten die Prämonstratenser von Speinshart und mit ihnen die Rosenkranz-Bruderschaft in der unter Corona-Bedingungen vollbesetzten Klosterkirche am Sonntagvormittag eines der wichtigsten Kirchenfeste des Jahres.

Gefärbt war der Festtag von der traditionell katholischen Marienverehrung. Beim Rosenkranzfest stand die Mutter Jesu im Mittelpunkt, und auch das Pontifikalamt mit Thomas Handgrätinger, dem emeritierten Generalabt der Prämonstratenser, wurde zu einem mächtigen Bekenntnis zur Rosenkranzkönigin. Ein imposanter liturgischer Dienst, zu dem auch Pater Benedikt Röder und Pater Roman vom Kloster Roggenburg gehörten, gab der Festmesse einen besonderen würdigen Rahmen.

„Corona hat vieles verändert – trotzdem feiern wir“: Geradezu trotzig war diese Feststellung von Prior Pater Adrian Kugler bei seiner Begrüßung, während sich der emeritierte Generalabt auf einen Aufruf des Heiligen Vaters berief, in der Zeit der Krise verstärkt zu Maria zu beten. „Entdecken wir in der Pandemie die Schönheit des Rosenkranzgebetes neu“, appellierte der Hauptzelebrant an die Gottesdienstbesucher in seinen einleitenden Worten.

Die Corona-Pandemie im Blick mahnte der einst höchste Würdenträger der Prämonstratenser in seiner Predigt zum Nachdenken: Führt diese Zeit zurück zum Wesentlichen und zum Gebet? Thomas Handgrätinger sah in der weltweiten Krise die Botschaft, sich stets an die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens zu erinnern und die vielen Nebensächlichkeiten des Lebens abzustreifen.

Der Prediger empfahl, in solchen Zeiten der Not wieder aus einem existenzrelevanten Glauben Hoffnung zu schöpfen. Das Rosenkranzgebet sei ebenfalls in solchen Krisenzeiten entstanden und habe in einem Tal der Tränen Optimismus verbreitet.

Dieses Bekenntnis zur Marienverehrung ergänzte der Generalabt a.D. mit der Empfehlung, das schlichte Rosenkranzgebet mit Maria im Herzen und im Antlitz des Herrn auch zu Hause zu beten. In solchen Momenten biete das Gebet zur Mutter Gottes Kraft und Trost.

Der Rosenkranz sei aber auch ein Gebet der Gemeinschaft, in der sich der Einzelne getragen fühle. Wichtig sei, den Glauben zu leben und den Menschen in Not beizustehen. Möge Maria helfen, das Freude und Frohsinn zurückkehren, so der abschließende Wunsch des Generalabtes.

Die Gottesdienstbesucher bekräftigten diese Bitte mit dem ältesten überlieferten Mariengebet: „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin; verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.“

"Im Rosenkranzgebet finden wir Kraft und Trost": Darauf weist Thomas Handgrätinger, emeritierter Generalabt der Prämonstratenser, hin.

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